Restaurant-Rezension: Restaurant Gelbes Krokodil (Linz)

Mittwoch, 26. Mai 2010 9:52

Gelbes_Krokodil Logo

Meine Freundin hat mich letztes Jahr einmal darauf aufmerksam gemacht, dass es im Gebäude des Movimento Kino in Linz nicht nur eine Bar gibt sondern auch ein Restaurant, dass eine ganz spezielle Berühmtheit genießt: Das Gelbe Krokodil. Der ungewöhnliche Name lässt bereits darauf schließen, dass es sich bei diesem Restaurant nicht um das 08/15-Restaurant handelt, das bereits so oft besucht wurde.

Da ich neuen Restaurants gegenüber immer positiv eingestellt bin, habe ich mich natürlich nicht lumpen lassen und war mit meiner Freundin dort essen – mittlerweile mehrere Male. Meine Erfahrungen?

Lage

Das gelbe Krokodil ist sehr zentral in Linz gelegen, was es zu einem sehr populären Anlaufplatz für die Linzer Freunde der kulinarischen Künste macht. Es empfiehlt sich immer, einen Tisch zu reservieren – ansonsten kann man (vor allem abends) sehr schnell leer ausgehen, da der Andrang immer sehr groß ist.

Die Einrichtung ist schlicht und geradlinig, in warmen Farben gehalten. Man merkt eindeutig, dass es sich hier um ein In-Restaurant der alternativen Szene handelt – auch die Klientel spiegelt das wider. Wer sich in solchen Umfeldern nicht wohl fühlt wird wahrscheinlich einiges auszusetzen haben. Die Ausrichtung des Klientels ist nicht verwunderlich – ist es doch an ein Kino für Independent-Produktionen angeschlossen.

Punkte: 8 / 10

Auswahl

Die größte Attraktion des gelben Krokodils ist meiner Meinung nach seine Speisekarte. Beim Durchlesen dieser findet man nicht selten Zutaten, deren Namen man vielleicht einmal gehört hat – sich aber nicht vorstellen kann, wie es schmecken wird. Auch sind die Kombinationen abenteuerlich. Hier traut man sich gerne über die Schwelle der Gewöhnlichkeit und mischt sprichwörtlich Kraut und Rüben zusammen. Vor allem Vegetarier werden sich über die breite Palette an vegetarischen Gerichten freuen, die die Fleischgerichte an Zahl und Kreativität meist deutlich in den Schatten stellen.

Auch ist die Speisekarte alles andere als fixiert – jeden Tag wird sie aufs Neue ausgeschrieben. Einerseits ein Vorteil für Leute, die gerne überrascht werden – andererseits ein Nachteil für jene, die gerne noch einmal das selbe gegessen hätten. Der stete Wandel des Angebots hat auch damit zu tun, dass das Restaurant viele saisonale Gerichte im Angebot hat – die natürlich gemeinsam mit der Saison aus dem Speiseplan fallen.

Am besten sieht man sich die aktuelle Speisekarte vor dem Besuch einmal genau an. Mir persönlich läuft dabei meist das Wasser im Mund zusammen :)

Punkte: 10 / 10

Küche

Gepaart mit einem bunten Angebot wird auch bei den Zutaten nicht gelumpt. Da der Weg auf die Toilette das offen herum stehende Lager an Zutaten preis gibt, ist recht transparent, was verwendet wird. Was ich dort gesehen habe, stimmt mich zufrieden: Vollwert-Zutaten von guter Qualität.

Die Zubereitung bleibt nicht hinter den Zutaten zurück. Was auf der Speisekarte spannend klingt, ist meist auch genauso spannend auf dem Teller und im Gaumen. Angerichtet sind die Gerichte durch die Bank sehr schön und munden tun sie vorzüglich. Nur beim Würzen könnte die Küche etwas mutiger sein. Abgesehen von den scharfen Gerichten, die wirklich scharf sind, fehlt es den Speisen ein wenig an Pepp. Das ist Meckern auf recht hohem Niveau.

Punkte: 8 / 10

Service

Da das Restaurant meist zum Bersten voll ist, ist der Service manchmal nicht der schnellste – allerdings ansonsten immer freundlich und zuvorkommend. Allerdings war ich ein wenig enttäuscht, als ich das Hauptgericht ohne Salat nicht günstiger angeboten bekommen habe – da hätte ich mir etwas Kulanz erwartet. Sonderwünsche sind wahrscheinlich Mangelware in diesem Restaurant, das durch Variabilität glänzt. Die Daumen gehen insgesamt dennoch nach oben!

Punkte: 7 / 10

Preis

Das Gelbe Krokodil bietet Mahlzeiten für alle Geldbeutel. Gerade die vegetarischen Gerichte können – als kleine Portion genossen – oft um fünf Euro erworben werden, was recht günstig ist. Beim richtigen Gericht bekommt der Gast reichlich Nährwert für wenig Geld. Ansonsten steigt der Preis natürlich mit dem der Zutaten. Fleischgerichte sind im Gelben Krokodil meist 1-2 Euro teurer als gewohnt – ich habe allerdings auch den Eindruck, dass das Fleisch eine bessere Qualität besitzt.

Bei meinen Besuchen esse ich für gewöhnlich eine Vorspeise, zwei Hauptspeisen und ein Dessert. Gemeinsam mit einem Getränk komme ich selten auf über 25 Euro, was absolut in Ordnung geht. Am Geld soll es hier sicher nicht scheitern.

Punkte: 8 / 10

Fazit

Ein wirklich außergewöhnliches Restaurant in vielen Aspekten. Ich bin dort immer gern zu Gast und erfreue mich an neuen kulinarischen Experimenten. Für alle Leute, die gerne einmal Dinge probieren, wie etwas abseits der Norm sind: Unbedingt einen Besuch abstatten. Ihr werdet sicher nicht enttäuscht werden.

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Restaurant-Rezension: Gasthaus Waldschenke (Kefermarkt)

Mittwoch, 26. Mai 2010 9:06

Waldschenke Logo

Die Situation der Gastronomie in meinem Heimatort Kefermarkt hat sich in den letzten Jahren auf keinen Fall zum Besseren entwickelt. Die angestammten Gasthäuser am Gemeindeplatz haben geschlossen und abgesehen von der Schlossbrauerei Weinberg findet sich kein Platz, um in diesem Ort gut essen zu gehen – will man meinen.

Wer einige Kilometer Fahrt an die Ortsgrenzen auf sich nimmt, kann eine angenehme Überraschung erleben – indem er das Gasthaus zur Waldschenke aufsucht. Dieses Gasthaus wurde in den letzten Jahren immer wieder neu eröffnet und geschlossen – scheinbar konnte sich kaum ein Wirt halten. Ob es der aktuelle Pächter schaffen wird? Sehen wir uns einmal die Fakten an.

Lage

Nachteilig ist sicher, dass das Gasthaus etwas im Niemandsland gelegen ist – an der geographischen Ortsgrenze zwischen den Gemeinden Kefermarkt und Gutau. Wenn man nicht gerade an der Straße vorbei kommt, an der das Gasthaus gelegen ist, wird man es wohl nie gesehen haben – obwohl es außen recht farbenfroh gestaltet ist.

Innen spricht eine schlichtere Design-Sprache. Die Einrichtung ist geradlinig und hat mit der Vorstellung von einem rustikalen Gasthaus nicht viel zu tun – es ist in dieser Hinsicht sehr viel mehr Restaurant als Gasthaus. Insgesamt weiß die Gestaltung zu gefallen – auch die Toiletten wurden runderneuert und sehen aus wie ein frisch bezogenes Badezimmer.

Punkte: 8 / 10

Auswahl

Die Speisekarte spricht eine traditionelle Sprache Mühlviertler Hausmannskost. Fleischgerichte in allen Variationen, Steaks und auch die bekannte Brettljausn wird angeboten. Das Angebot ist nicht besonders breit gefächert, sollte für den omnivoren Geschmack allerdings ausreichend Auswahl bieten. Vegetarier werden weniger Gerichte finden, die ihnen zusagen.

Punkte: 6 / 10

Küche

Die Gerichte, die angeboten werden, sind allerdings von ansprechender Qualität. Die bisherigen Besuche haben bei allen mit mir anwesenden Gästen keine Enttäuschungen hervorgerufen – das Fleisch ist stets richtig durchgebraten, die Beilagen sind richtig durch gekocht und eine Freude für das Auge. An kleinen Details wird nicht gespart – in guter Erinnerung habe ich die speckummantelten Kartoffeln am Spieß, die zum Schweinsmedaillon kredenzt wurden. Der Besuch des Gasthauses in den Steakwochen habe ich ebenfalls in bester Erinnerung – noch nie habe ich so zartes Fleisch genossen – perfekt! Die Desserts sind aufwändig arrangiert und bestätigen den Eindruck, dass sich die Küche nach Kräften bemüht, den Gast so gut wie möglich zu verwöhnen.

Punkte: 9 / 10

Service

Wenngleich ich nicht den Eindruck habe, dass der Service der schnellste ist, hat er mich doch durch eine freundliche Persönlichkeit positiv überrascht. Das kleine Gasthaus kann es sich leisten, auch den Chef des Hauses auf Serviermission zu schicken – um so einige Worte mit ihm wechseln zu können. Der Wirt ist mit angenehmem Schmäh gesegnet und gibt dem Gast durchaus das Gefühl, sehr willkommen zu sein in seinem Haus.

Meine Freundin wurde bei unserem ersten Besuch (in Begleitung ihrer Tochter) nach Namen und Geburtstag des Kindes gefragt – um eine kleine Überraschung zum Geburtstag zu bekommen. Ich war nicht wenig überrascht, als pünktlich zu ihrem Geburtstag ein Brief bei uns im Postkasten lag, der die Kleine zu einem Schnitzel und Getränk einlädt. Da kümmert man sich offenbar um die Kunden – sie haben damit einen weiteren Besuch von unserer Familie sicher :)

Punkte: 9 / 10

Preis

Die Preise liegen hier im Mittelfeld – keine großen Überraschungen. Mit Vorspeise, Hauptspeise und Nachtisch sowie einem Getränk wird man bei einem Fleischgericht aller Wahrscheinlichkeit nach bei etwa 20 Euro landen.

Punkte: 5 / 10

Fazit

Ich bin beruhigt: Es gibt noch gute Gasthäuser in Kefermarkt. Zumindest eines. Ich war bislang immer zufrieden und gehe in Zukunft sicher noch öfter dort essen, wenn es sich anbietet. Freunde von Hausmannskost und freundlicher Atmosphäre sind mit Sicherheit an der richtigen Adresse.

Mahlzeit :)

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Nike Free: Erfahrungen

Freitag, 14. Mai 2010 14:01

Der erste Schuh, mit dem ich in Kontakt gekommen bin, nachdem ich mich über das Barfußgehen informieren habe lassen war ein Modell aus der Reihe Nike Free.

Nike Free 5.0 V2

Mein erstes Modell war ein Nike Free 5.0 V2. Bislang war ich reguläres Schuhwerk gewohnt und habe entweder schwerere Turnschuhe oder meine davor lieb gewonnenen Doc Martens mit Stahlkappe getragen. Diese schweren Treter gewohnt war es für mich eine ganz neue Erfahrung in diese federleichten Turnschuhe zu schlüpfen. Mangels schwerer Sohle und dickem Außenmaterial kommen die Nike Free in Summe auf etwa 350 Gramm – was dazu führt, dass man sie beim Tragen noch nicht einmal bemerkt. Ein erster Pluspunkt.

Was die Nike Free so besonders macht ist ihre Sohle. Während andere Hersteller ihre Schuhe auf Basis ihrer Dämpf- und Stabilisationseigenschaften anpreisen, verzichtet der Nike Free auf diese Merkmale. Stattdessen hat die Sohle den Vorteil einer extremen Flexibilität – sie lässt sich extrem gutmütig verbiegen. Da der Fuß beim Ballengehen meist angewinkelt ist und nicht gerade am Boden aufliegt ist eine solche Flexibilität notwendig, um Druckstellen im Bereich des Mittelfußes zu vermeiden – viele schwere Schuhe führen nämlich genau dazu, wenn sie im Ballengang verwendet werden.

Von ihren Qualitäten begeistert habe ich mein erstes Paar Nike Free als praktisch einziges Paar Schuhe über einen Zeitraum von etwas über einem Jahr getragen. Beigelegt waren dem Schuh zwei Paar Einlagen, die noch einmal eine Regulation der Dämpfung entscheiden (mit 5.0 und 4.5 beschriftet). Die Verarbeitung der Schuhe ist gut, sie haben mich ohne Probleme über den Zeitraum getragen – bis die Stoffverkleidung eines der beiden Schuhe w.o. gegeben hat. Dieser Riss hat zwar eher ästhetische als funktionelle Probleme nach sich gezogen, reichte aber für die Entscheidung, ein neues Paar anzuschaffen.

Nike Free 7.0

Mein zweites Paar Nike Free sind blitzblaue Nike Free 7.0, derentwegen ich schon viele schräge Blicke gesammelt habe. Es ist ungewöhnlich, Schuhe in dieser Farbe zu tragen – allerdings gefallen sie mir außerordentlich gut.

Der markanteste Unterschied zwischen beiden Schuhen ist die Dicke der Sohle. Die 7.0 kommen regulären Schuhen bereits wieder näher und sind robuster in der Aufmachung – der Fuß ist vollverkleidet und die Sohle dicker.

Mein zweites Paar Nike Free habe ich über die annähernd zwei Jahre, die ich sie nun besitze, nicht so oft getragen wie ihre Vorgänger. Hauptsächlich dafür verantwortlich war die Anschaffung eines Paar Vibram FiveFingers im Folgejahr. Bis heute trage ich sie ohne Probleme und Materialfehler – auch ihre Farbe haben sie für ihr Alter gut gehalten. Ein Studienkollege hatte mir kurz nach dem Kauf noch prophezeit, es bringe mir nichts, blaue Schuhe zu tragen, da sie nach einem Jahr so braun seien wie alle anderen auch :D

Modelle

Die Modellpalette der Nike Free umfasst die Modelle 3.0, 4.0, 5.0 und 7.0. Der Unterschied der Modelle zueinander liegt im Kontinuum Barfuß <-> Schuh. Während der Nike Free 3.0 dem Barfußgehen schon extrem nahe kommt, ist der Nike Free 7.0 einem regulären Schuh bereits wieder ähnlicher. Aktuell im Nike Store zu haben sind nur die Modelle 5.0 V4 und 7.0 V2 – allerdings mittlerweile farblich komplett anpassbar. Der Preis ist mit etwa 130 Euro zwar etwas hoch – für einen individuellen Schuh allerdings verträglich.

Für den ist der Schuh also eine gute Idee? Für alle, die leichtes Schuhwerk dem schweren gegenüber bevorzugen. Für alle, die überlegen, ihre Gangart zu wechseln. Für alle, die viele Meter pro Tag machen.

Der Schuh ist zwar als Laufschuh konzipiert, meiner Meinung nach aber ein optimaler Schuh für den Alltag. Ich kann ihn nur von ganzem Herzen weiterempfehlen :)

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Vibram Five Fingers: Erfahrungen

Freitag, 14. Mai 2010 13:53

Inspiriert vom Erfahrungsbericht von Bertram gebe ich meine eigenen Erfahrungen mit den Vibram FiveFingers ebenfalls zum Besten.

Entdeckung

Von den FiveFingers habe ich bereits erfahren, da hatte ich sie einige Jahre noch nicht gekauft. Meine Freundin Carolin, die mich auch schon auf das Ballengehen angestoßen hat, hat mich seinerzeit mit den Schuhen über das Internet vertraut gemacht – damals waren sie allerdings nur in den Vereinigten Staaten zu erwerben und einen Import wollte ich mir nicht antun.

Im Sommer 2008 war es dann soweit, dass ich über die Information gestolpert bin, dass es die Schuhe auch in Österreich käuflich zu erwerben gibt – ohne sie bestellen zu müssen. Ich bin mit dem Fahrrad in die nächste Stadt gefahren und habe den dortigen Schuh-Fachhändler aufgesucht, der die FiveFingers als erstes Geschäft in dieser Stadt führte. Dort habe ich nicht lange gefackelt und mir ein Paar FiveFingers KSO gegönnt.

Erfahrungen

Bereits die ersten Schritte haben mich überzeugt: Noch nie hatte ich Schuhwerk kennen gelernt, das ein so authentisches Gefühl für den Grund unter den eigenen Füßen erzeugen kann. Nichts kommt meinem Empfinden nach dem Barfußgehen näher als das Tragen der FiveFingers.

Bertram hat die Vor- und Nachteile der Schuhe bereits in seinen Einzelheiten behandelt und ich kann mich seinen Ausführungen im Großen und Ganzen anschließen. Ich selbst hatte bislang keine Probleme mit der Qualität der Nähte rund um die Zehen – dennoch wirkt die Verarbeitung leider billiger, als der Preis das vermuten lässt – ich habe seinerzeit für meine KSO 110 Euro bezahlt. Nach etwa einem Jahr ist beim rechten Schuh der Riemen des Klettverschlusses durch exzessives Abwetzen gerissen. Nach einem Zusammennähen hält er bislang weiter – trotzdem bin ich mit diesen kleinen Einzelteilen nicht zufrieden. Vibram könnte an etwas standfesteren Materialien rund um die Schuhe selbst arbeiten.

Die Sohle ist das eigentliche Wunderwerk der Schuhe – Vibram ist immerhin in seiner Hauptfunktion ein Hersteller von Sohlen. Die einerseits glatte, andererseits aber griffige Sohle der FiveFingers erfüllt alle Funktionen: Auf ebenen Flächen stört die glatte Auflagefläche den Gang nicht, in steilem Gelände zeigt sich durch eine Biegung der Sohle das zackig gerillte Profil, das einen unerwartete guten Grip bietet. Nur bei nassen Verhältnissen sollte man auf griffigere Schuhe zurückgreifen – dann entwickelt sich eine Kletter- schnell in eine Rutschpartie, da die Sohle zu wenig Auflagefläche findet.

Vom Tragekomfort her kann ich mich über die Schuhe nicht beschweren. Ich habe meinen besten Freund rasch mit den Schuhen angesteckt und auch er hat sich bis dato noch nie beschwert, dass die Schuhe unangenehm zu tragen seien. Allein, der Asphalt hat es nicht allzu gut mit den Barfußtretern gemeint. Wenn lange Märsche über wirklich harten Untergrund anstehen kommen meine Füße rasch an ihre Grenzen. Mehr als 10 Kilometer Marschweg über Asphalt und harte Feldwege führen zu geröteten Reizungen an den Füßen, die alles andere als angenehm sind. Um zu verhindern, dass dies bereits früher auftritt ist es von besonderer Wichtigkeit, dass dieser Schuh wirklich wie angegossen sitzt. Er ist nur dann voll funktionsfähig, wenn er als zweite Haut des Körpers agieren kann.

Soziale Akzeptanz

Die FiveFingers gehören zu den schrägsten Dingen, die ich bislang getragen habe. In der Öffentlichkeit erregen diese Schuhe extreme Aufmerksamkeit. Wegen ihnen bin ich oft angesprochen worden. Interessanterweise sind die Leute niemals negativ den Schuhen gegenüber eingestellt – im Gegenteil. Sie wirken meist sehr interessiert und wollen unbedingt wissen, wie sich diese Schuhe denn tragen und ob sie denn nur für eine spezielle Tätigkeit geeignet seien.

Bei wirklich formalen Anlässen würde ich die Schuhe dennoch nicht anziehen. Dann wirken sie einfach unpassend – wenngleich die Füße sich sicher bedanken würden ;)

Alltags-Eignung

Die meisten Leute sind meist überrascht zu hören, dass diese Schuhe sich für praktisch alle Lebenslagen eignen – abgesehen vielleicht von kalten Wintertagen. Dann ist die dünne Sohle wirklich zu wenig Wärmeisolation, um ein Erfrieren der Füße zu verhindern. An heißen Tagen können die KSO durch ihre geschlossene Bauart unangenehm sein – da wünscht man sich schnell einmal ein Modell der FiveFingers Classic.
Was ich ebenfalls nicht empfehle ist das Verwenden bei kalt-nassem Wetter. Erfahrungsgemäß wird man krank, wenn die Füße unterkühlt sind. Da das bei diesen wasserdurchlässigen Schuhen (sie sind im Wasser genauso zu Hause wie am Land) rasch passieren kann, gehört zu den Nachteilen, die sich aus den Vorteilen ergeben.

Ich habe die Schuhe bei praktisch allen Witterungen bereits getragen und denke, dass man sich wohl an die meisten Gegebenheiten gewöhnen würde, wenn man es nur lange genug tut. Es gibt schließlich auch Barfußgeher, die den Winter nicht scheuen – möglicherweise ist das Problem der Kälte nur ein Vorurteil. Das ist der individuellen Erfahrung überlassen.

Die Schuhe kann ich auf jeden Fall von ganzem Herzen empfehlen. Nie bin ich mit Schuhen so gerne gegangen wie mit den FiveFingers – nur barfuß ist noch besser :)

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Rohmilchkäse bei Hofer

Freitag, 14. Mai 2010 13:45

Ebenfalls von Bertram inspiriert ist meine Betrachtung des österreichischen Lebensmittelmarktes. Wie er in einem Artikel erwähnt, gibt es beim deutschen Discounter Plus mittlerweile Rohmilchkäse zu kaufen. Ich selbst bin in Österreich schon lange auf der Suche nach guten Lebensmitteln in Supermärkten. Gerade der Discounter Hofer überzeugt mich momentan am meisten.

Zurück zum Ursprung
Logo der Bio-Marke "Zurück zum Ursprung" der österreichischen Diskontkette Hofer

Mit seiner Produktlinie Zurück zum Ursprung hat der Discounter ins Schwarze getroffen. Durch die Bank bietet er unter diesem Namen Produkte von erstklassiger Qualität an – gerade im Bereich Molkereiprodukte. Dieser Initiative ist es zu verdanken, dass es in Österreich zum Kinderspiel geworden ist, Milchprodukte aus Heumilch zu bekommen, die der silogefütterten Milch in ihrem Fettsäurenverhältnis hoch überlegen ist.

Neben den Molkereiprodukten bietet Hofer unter der selben Produktlinie mittlerweile auch wunderbare Brote an, die mich geschmacklich überzeugen können – inhaltlich könnten sie sich ein wenig strikter an Vollwert-Inhalte halten. (Das einzige wirkliche Vollwert-Brot bei Hofer ist nicht als Bio deklariert, dennoch mein Favorit :) ).

Rohmilchkäse

Abseits der Bio-Produkte gibt es weitere Molkereien, die ihre Produkte aus Heumilch erzeugen – darunter auch gleich mehrere Sorten Rohmilchkäse. Interessanterweise habe ich das Produkt Tiroler Bergkäse schon länger verfolgt. War der Käse früher noch ein Erzeugnis aus pasteurisierter Milch, wurde daraus bald pasteurisierte Heumilch und schließlich Rohmilch von heugefütterten Kühen. Da ist mir doch tatsächlich ein Lächeln entkommen – schön zu sehen, dass es solche Produkte auch noch gibt (und das zu einem sehr erschwinglichen Preis).

Rohmilchkäse Hofer

Rohmilchkäse bei Lebensmitteldiskonter Hofer

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Der rechte Schuh

Freitag, 14. Mai 2010 13:44

Mich interessieren besonders jene Themen, die jeden Tag aufs Neue nicht zu umgehen sind. Die Wahl des Schuhwerks gehört zu ihnen. Wie bei vielen anderen Themen ist es auch hier so, dass es sozial konforme Komfortlösungen gibt, die sich wenig mit der Wahrheit jenseits der 08/15-Lösung beschäftigen.

Der Stellenwert des Schuhs

Auf die eigenen Schuhe legen die wenigsten Leute wert – zumindest im Sinne der Gesundheit. Schuhe werden bestenfalls als Fashion-Artikel betrachtet und sind ein ewiger Quell der Klischees gegenüber Frauen. Männer achten bei Schuhen mehr darauf, dass sie praktisch sind oder zum Anzug passen. Besonders beliebt sind günstige Modelle vom Schuh-Diskonter. Allerdings muss man sich vor Augen halten, dass Schuhe ein Teil unserer Bekleidung sind, die uns praktisch jeden Tag begleiten – und darüber entscheiden, wie gut oder schlecht wir im Leben stehen.

Ich beschäftige mich mit der Thematik des Schuhwerks und des Gangs seit mich meine Freundin Carolin darauf aufmerksam gemacht hat. Sie hat mich mit den Vorteilen des Barfußgehens vertraut gemacht und ist eine starke Proponentin des sogenannten Ballengangs, genauer noch der Geh-Methode nach Godo. Seither habe auch ich meine Gangart und Schuhwahl überdacht.

Zwei Schuh-Modelle haben es mir besonders angetan, über die ich genauer berichten will:

  • Nike Free
  • Vibram FiveFingers

Damit habe ich übrigens recht auffällig parallele Kriterien in Sachen Schuhwerk wie US-Coach Steve Maxwell. :)

Ballengang versus Hackengang

Ich persönlich habe gute Erfahrungen mit dem Ballengang gemacht. Das Gehgefühl ist spürbar leichter und angenehmer – man geht bei guter muskulärer Verfassung wie auf Wolken – was sich allerdings bei Ermüdungserscheinungen rasch relativiert. Diese Art des Gehens ist deutlich anstrengender als der bei den meisten Leuten gebräuchliche Hackengang, vermeidet allerdings die starke Schockwirkung dieser Gangart (die es notwendig macht, Schuhe mit dicken Sohlen und Dämpfungen zu tragen).

Ein interessantes Experiment zum Nachmachen: Beobachtet euch einmal beim Gehen rückwärts oder eine Treppe hinauf. Sprintet eine kurze Strecke. Seht genau auf eure Füße. Ihr werdet merken, wie ihr automatisch euer Gangmuster auf den Ballengang umstellt, der euch den Vorteil bietet, erst mit dem Ballen den Boden erfühlen zu können, ehe ihr den Fuß auf eine Stelle setzt. Ich habe überdies den Eindruck, dass ich – auf Ballen gehend – schneller reagieren kann, da meine Füße bereits aufgerichtet sind.

Als Nachteil ist zu erwähnen, dass ich durch meine mir angelernte Gangart vermehrt Probleme mit meiner Balance feststelle – die ohnehin wenig ausgeprägt ist. Hier habe ich eine Schwäche, die durch den Ballengang verstärkt wird. Das hochreaktive Gehen auf den Fußballen stellt also auch neue Herausforderungen an den Gleichgewichtsapparat – und fördert ihn damit.

Um meine Gangart vom Hacken- auf den Ballengang umzugewöhnen musste ich mich lange bewusst auf meine Gangmechanik konzentrieren. Es dauert etwas über ein Monat, bis der erste Automatismus griff und mein Körper sein natürliches Gehmuster auf den Ballengang umstellte. Heute erscheint mir der Ballengang als einzig natürliche Art der Fortbewegung. Es ist interessant, wie sich der Körper umschulen lässt :)

Barfußgehen pro-contra

Noch besser als der Ballengang in dafür geeigneten Schuhen (die sich durch ihre flexible Sohle auszeichnen) ist das Barfuß-Gehen. Der Mensch ist durch das Barfußgehen geerdet und steht in direkter Verbindung mit dem Boden – wenn man ruhig wird und es wirken lässt spürt man richtiggehend, wie die Energie vom Boden weg durch den Körper geleitet wird um an den Extremitäten wieder nach draußen zu gelangen.

Bertram beschäftigt sich auf seinem Blog viel mit dem Thema des Barfußlaufens. Ich empfehle euch einen Besuch auf seiner Seite.

Leider ist es mittlerweile so, dass in den meisten Gebieten der Erde die Landfläche zunehmend mit Asphalt oder Beton bedeckt wird. Diese Untergründe bringen zwei grundsätzliche Nachteile im Vergleich zu einer Wiese oder weichem Waldboden mit:

  1. Der Energiefluss vom Fuß aufwärts ist verhindert, das Bodenmaterial ist leblos
  2. Der harte Untergrund führt zu größerer Belastung auf die Füße. Weicher Boden federt die Schockbelastung jedes Schrittes ab

Daher sind viele Stadtgebiete weitestgehend ungeeignet für das Barfußlaufen – da durch den Untergrund mit der Zeit Schäden am Fuß entstehen. Selbst habe ich ebenfalls die Erfahrung gemacht, dass beim Gehen mit den FiveFingers dann nach etwa 10 Kilometern eine starke Reizung der Füße fällig wird, wenn ich viel auf Asphalt gehe. Daher empfehle ich für lange Aufenthalte in Städten weiterhin Schuhwerk, um die Füße zu schonen.

Wenn ihr allerdings einen Wald oder eine Grünfläche zu Verfügung habt möchte ich euch dazu einladen, öfter darauf barfuß spazieren zu gehen. Es kostet nichts und ist eine erhebende Erfahrung – das hohe Glück, an einem Morgen im Sommer barfuß durch eine Blumenwiese zu spazieren, während man den Duft der Blüten einatmet und die Reste des Morgentaus die Zehen kitzeln ist schwer in Worte zu fassen.

Probiert aus, was ihr spannend findet und berichtet von euren Erfahrungen! :)

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Restaurant-Rezension: Asia Queen Running Sushi (Linz)

Donnerstag, 6. Mai 2010 8:51

Asia Queen Logo
Wie zuletzt in meinem Kurzartikel über den Sushi-Test der Arbeiterkammer 2009 erwähnt, hat mein ehemaliges Lieblings-Sushi-Restaurant Asia Queen dort sehr schlecht abgeschnitten – obwohl sie 2008 noch zu den besten Plätzen gehört haben (in Hinsicht auf die Frische ihrer Produkte). Nichtsdestotrotz habe ich dem Restaurant seither mehrere Besuche abgestattet – auch motiviert durch die ernüchternde geschmackliche Qualität in Didi Chen’s ‘World of Asia’, dem Running Sushi-Restaurant in der Plus City Pasching.

Lage

Gelegen mitten auf der größten Einkaufsstraße, der Landstraße, befindet sich dieses Restaurant ziemlich im Zentrum der oberösterreichischen Landeshauptstadt Linz. Die Lage ist damit als geographisch gut zu bewerten – von vielen Orten aus ist das Restaurant binnen weniger Gehminuten (< 15 min.) zu erreichen.

Innen gibt sich das Restaurant spartanisch. Die Tische und Stühle gehen in Ordnung, Dekoration findet man nur wenig. Das Design des Restaurants spricht eine moderne, schlichte Sprache die mich anspricht. Durch den reichlichen Einsatz von Holzelementen fühlt man sich rasch wohl - was allerdings durch den regen Verkehr den Gang entlang meist etwas untergraben wird.

Bei meinen ersten Besuchen noch konnte ich den Klängen von asiatischer (wahrscheinlich japanischer) Popmusik lauschen, während ich mein Mahl einnahm, mittlerweile ist man auf europäische Musik übergegangen. Schade - ich habe es zu schätzen gewusst, etwas asiatisches Flair in ein ohnehin sehr westlich gestaltetes Restaurant zu bringen.

Punkte: 6 / 10

Auswahl

In Sachen Auswahl war ich bei meinen ersten Besuchen des Restaurants sehr angetan – die Auswahl an gekühlten Speisen (Sushi, Obst, Süßspeisen) war reichlich und die warme Küche ließ sich nicht lumpen, eine ansprechende Auswahl an Gerichten anzubieten, die vom Kunden eines europäisch geprägten asiatischen Restaurants erwartet werden. Gerichte wie in Blätter eingeschlagener bzw. in Bambusrohren gegarter Reis mit süßer Bohnenpaste haben mich positiv überrascht – ich kannte sie davor noch nicht.

Mit der Zeit musste ich allerdings feststellen, dass das Angebot an warmer Küche immer dünner und dünner wird – die Tendenz ist klar absteigend seit meinem ersten Besuch (im August 2008). Mittlerweile bin ich von der Auswahl wenig angetan – eher enttäuscht. Hier hatte ich mir erwartet, dass der Standard zumindest gehalten werden kann.

Abends werden zusätzlich zu den Speisen auf dem Förderband noch Spieße kredenzt – ein Garnelenspieß mit Frühlingszwiebeln sowie ein Fleischspieß in süß-scharfer Marinade. Diese Zugabe ist immer sehr willkommen. Pro Person wird jeweils einer der Spieße an den Tisch gebracht.

Punkte: 4 / 10

Küche

Die Qualität des Sushi ist das, worauf es in einem Restaurant ankommt, das sich das Running Sushi als Hauptattraktion auf die Fahnen schreibt. Auch hier ist eine Minderung der Qualität über die letzten Monate hinweg klar zu spüren. Zwar sind immer noch ausgezeichnete Stücke unter den Tellern vorhanden, allerdings mischen sich immer mehr und mehr unzulängliche Portionen darunter. Fisch, der eindeutig nicht mehr frisch aussieht ist ebenso wenig appetitlich wie ein Maki, dessen Reis noch warm ist. Der Daumen geht hier tendenziell nach unten – leider.

Die warme Küche ist ebenfalls bestenfalls Standard und kann mich nicht vom Hocker reißen. Auch hier war die Qualität der Speisen bereits einmal spürbar höher.

Verbesserungsbedürftig.

Punkte: 4 / 10

Service

Einmal bemüht, ein andermal nachlässig. Tendenziell kümmert man sich in letzter Zeit immer weniger um den Gast. Besonders wichtig scheine ich ihnen nicht zu sein – zumindest bekomme ich dieses Gefühl vermittelt.

Punkte: 4 / 10

Preis

Das Restaurant befindet sich mit Sicherheit im Höherpreis-Sektor der Gastronomie. Das Abendbuffet am Förderband schlägt mit 15,40 Euro zu Buche, mittags werden 10,90 Euro verlangt. Für die gebotene Qualität war das einmal in Ordnung – mittlerweile ist mir der Preis allerdings als überhöht angesetzt. Preis/Leistung ist daher nur mittelmäßig bis schlecht.

Punkte: 4 / 10

Fazit

Ob die Wirtschaftskrise das Unternehmen dazu angehalten hat, den Service zurück zu nehmen und die Küche verkümmern zu lassen? Ich weiß es nicht, es hat allerdings den Anschein. Mit der Tendenz, mit der das Unternehmen momentan zugrunde gewirtschaftet wird hält sich das Restaurant allerdings nicht mehr besonders lange, davon gehe ich aus. Ich selbst bin enttäuscht, dass sich ein ehemaliger Favorit meinerseits so hat gehen lassen. Durch die letzten Besuche ist mir die Lust auf Reis mit rohem Fisch auch etwas vergangen.

Gutes Sushi in Linz? Scheinbar (leider) Fehlanzeige.

Daumen nach unten, mittlerweile. Keine Weiterempfehlung von meiner Seite.

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Restaurant-Rezension: Gasthaus Bratwürstglöckerl (Linz)

Mittwoch, 5. Mai 2010 14:18

Nachdem mich mein bester Freund schon längere Zeit darauf aufmerksam gemacht hat, das Gasthaus Bratwurstglöckerl (von ihm liebevoll Außenstelle BG1 genannt – ein Insider unter Mitarbeitern des voestalpine-Komplexes) aufzusuchen, hat sich unlängst die Gelegenheit ergeben, es tatsächlich aufzusuchen.

Lage

Von der Lage her kann das Gasthaus einerseits punkten, andererseits hat es aber auch seine Nachteile. Da es im Linzer Wasserwald angesiedelt ist, ist die Lage recht ruhig und der Gast fühlt sich dort wenig gestört – fast so, als wäre man in einem Landgasthaus zu Besuch. Allerdings liegt es damit auch etwas abseits des Zentrums von Linz – und erfordert eine etwas längere Zufahrtsstrecke. Für alle, die ein Automobil besitzen, dürfte dies allerdings einfach zu verschmerzen sein. Apropos Automobil: Mit Parkplätzen sieht es direkt beim Gasthaus möglicherweise schlecht aus. Das Gasthaus selbst hat ganze vier (!) Parkplätze zur Verfügung – die restlichen Automobile parken für gewöhnlich die Straße vor dem Gasthaus entlang. Es sollte sich binnen zweier Gehminuten ein Parkplatz finden lassen, wenn nicht gerade Rush Hour ist. Wir hatten keine Probleme und konnten etwa 100 Meter vom Gasthaus entfernt parken.

Im Inneren des Gasthauses herrscht ein buntes Ambiente. Reichlich Dekoration auf den Wänden ist möglicherweise nicht jedermanns Geschmack, trägt allerdings zum Gesamterlebnis Bratwurstglöckerl ungemein bei. Die Dekoration ist in der Gaststube im Stil eines echten Gasthauses gehalten – reichlich alte Werkzeuge, Musikinstrumente und andere Gegenstände, die an das alte Bauerntum erinnern, gemischt mit zahlreichen modernen Objekten. Auch das WC hat Stil, wenngleich es eher dadurch glänzt, abgefuckt auszusehen. Das kann sich ein Restaurant nur leisten, wenn es zum Gesamtbild passt. Im Falle des Bratwurstglöckerls hat es mich nicht gestört. Insgesamt fühlt sich der Gast durch das Ambiente schnell zu Hause.

Ein weiteres Attribut des Gasthauses soll der ausgezeichnete Gastgarten sein, erzählte mir mein Freund. Ich konnte ihn bei unserem ersten Besuch dort noch nicht unter die Lupe nehmen – das ist ein Fall für einen Sommerausflug :)

Punkte: 8 / 10

Angebot

Die Speisekarte wird von Hausmannskost und anderen traditionellen Gerichten geprägt und ist saisonal gefärbt. Große Besonderheiten sollte der Gast nicht erwarten – es bietet eine gute Auswahl von Speisen an, die in ein gutbürgerliches Gasthaus passen.

Punkte: 7 / 10

Küche

Die Speisen schmecken im Bratwurstglöckerl ausgezeichnet. Ich habe mir bei meinem ersten Besuch einen Suppentopf (Rindssuppe mit Fleisch- und Gemüseeinlage) genehmigt – ein Monstrum, das gut und gerne fünf bis sechs Tellern Suppe entspricht. Die Rindssuppe war eindeutig selbst gekocht und sehr schmackhaft würzig, das Fleisch und Gemüse darin gut durchgekocht. Der Hauptgang – ein Schweinsbraten – war optimal durchgebraten und zart, die Beilagen gut abgeschmeckt und ebenfalls von Hand. Der Hauptgang meiner Freunde – Speck-Käse-Spätzle (stilgerecht im Blechpfandl serviert) konnten mich ebenfalls überzeugen. Ein edler Tropfen rundete das Mahl gekonnt ab. Insgesamt kann ich nur voll des Lobes und sehr zufrieden sein.

Punkte: 9 / 10

Service

Freundlich und sehr bemüht – auch der Chef selbst ließ es sich nicht nehmen, die Gäste eigenhändig zu bedienen (wenngleich er sich zumindest ein Missgeschick an diesem Abend geleistet hat ;) ). Insgesamt hatten wir das gute Gefühl, als Gäste geschätzt zu werden. Da dieses Gefühl in vielen Restaurants meiner Erfahrung nach heutzutage leider vermisst wird, war es eine sehr positive Überraschung, so behandelt zu werden.

Punkte: 9 / 10

Preis

Der Preis liegt im Mittelfeld. Mit Vor- und Hauptspeise plus Getränke kam ich auf kaum 20 Euro, was für einen Restaurant-Besuch heutzutage bereits ein vernünftiger Wert ist. Besonders günstig ist das Bratwurstglöckerl nicht, allerdings ist das Preis-/Leistungsverhältnis gut bis sehr gut.

Punkte: 7 / 10

Fazit

Wer nach einem guten Gasthaus nach traditionellem Rezept sucht ist mit dem Bratwurstglöckerl an einer sehr guten Adresse gelandet. Abgesehen von exotischen Wünschen werden hier alle Bedürfnisse befriedigt, die der geneigte Gast gewöhnlich mitbringt. Ich werde dem Gasthaus sicher noch einige Besuche abstatten und kann es mit gutem Gewissen weiterempfehlen.

Mahlzeit :)

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Produktinnovation versus Produktqualität

Freitag, 23. April 2010 8:19

Qualitätssiegel

In diesem Topic im größten IT-bezogenen Forum Österreichs, overclockers.at wurde vor kurzem über das Thema Produktinnovation versus Produktqualität diskutiert.

Bemängelt wird die schlechte Qualität und das meist nicht besonders intelligente Design vieler Produkte, die zwar hübsch anzusehen sind und viele Features bieten, aber nichts so richtig können. Ich habe die selbe Erfahrung leider ebenfalls in vielen, vielen Fällen machen können bzw. müssen. Klapprige Geräte, unausgereifte Funktionen, haptische Katastrophen in der Bedienung und andere Fehlentscheidungen im Produktdesign, die man als Kunde einfach nicht nachvollziehen kann.

Oft ist dies ein Nebeneffekt des sukzessiven Preisverfalls vieler Produkte, gerade im Elektronik-Bereich. Durch diesen Preisverfall lohnt es sich nicht mehr, gute Qualität zu verbauen, da die Kunden aktuell eher auf den Preis als auf die Qualität schauen. Die rasche Entwicklung der Technologie tut ihr Übriges dazu – es lohnt auch aus dem Aspekt des technologischen Fortschritts heraus nicht, ein hochqualitatives Produkt zu entwickeln – wenn es nach wenigen Jahren bereits hoffnungslos überaltert ist (siehe Notebooks).

Dennoch: Ich stehe dazu, dass viele Produkte, die einer design-bedingten Beschränkung ihrer Funktionen unterliegen gerade durch diese Simplifizierung oft die bessere Qualität liefern können. Diese Produkte können wenig – dafür machen sie das, wofür sie gebaut wurden auch besser als ihre Konkurrenten.

Ich möchte deshalb einige Produkte aufzählen, die mich im Laufe der letzten Jahre wirklich überzeugen konnten:

  • IBM ThinkPads: Die legendären Notebooks aus dem Hause IBM sind von heute unerreichter Verarbeitungsqualität und Robustheit. Schlicht, schwarz, unzerstörbar. Intelligent auch die Tastatur-Drainage: ThinkPads sterben an etwas Kaffee oder Wasser nicht einfach.
  • Apple iPod Nano 2G: Der MP3-Player im Aluminiumkörper hat mir über Jahre treue Dienste geleistet. Er ist leicht, klein und der Akku ist ausdauernd. Er kann alles, was ich gerne möchte. Und hat mich nie enttäuscht – auch durch seine Robustheit.
  • GymBoss Interval Timer: Die Plastikbox beherrscht nicht viel mehr außer zu piepsen und/oder zu vibrieren – und das, um Intervalle zu signalisieren. Sie ist robust, kann jedes Training durchleben und verbraucht die eine AAA-Batterie kaum, die er benötigt.
  • Microsoft Optical Mouse: Extrem simpel und gut so. Die optische Maus war bei mir zu Hause kaum tot zu bekommen und funktioniert nach Jahren noch wie am ersten Tag. So soll das sein.
  • Eastpak Rucksack: Rucksäcke müssen bei mir viel aushalten – sie sind jeden Tag im Einsatz. Meinen Eastpak besitze ich bald 10 Jahre und er hat immer noch nicht w.o. gegeben. Der Reißverschluss ist bereits an seinen Grenzen, das allerdings ist unvermeidliche Verschleißerscheinung, auf die ich auch Ersatzanspruch habe. 30 Jahre Garantie zahlen sich aus!

Gute Produkte zu wählen und ihnen zu vertrauen ist auch im Sinne der Ressourcenschonung. Gestern war internationaler Earth Day – Google hat durch ein eigenes Logo darauf aufmerksam gemacht. Richtig ins Bewusstsein gerufen wurde er mir allerdings durch ein Posting von Ariana Röthlisberger, die sich auf ihrem wunderbaren Blog artarra.com damit auseinander gesetzt hat. Wer sich für Produkte von hoher Qualität entscheidet, tut das Seine zur Nachhaltigkeit seines Konsumverhaltens.

Last, but not least ist die Entscheidung für ein Produkt von hoher Qualität auch damit verbunden, selbst mehr Freude daran zu haben. Jeder hat die Entscheidung selbst in der Hand: Will man 1.000 Euro für ein Produkt ausgeben, das seinen Zweck nur halb erfüllt und bald ersetzt werden wird oder investiert man 2.000 Euro in Produkt, an dem man viele Jahre seine Freude haben wird. Meist lohnt sich eine höhere Investition auf lange Sicht. Wieder etwas gespart – dir selbst und der Erde genauso :)

Mit welchen Produkten habt ihr gute Erfahrungen gemacht? Von welchen ratet ihr ab?

Update, 27.04.2010

Mein Freund Thomas Hirmer hat mich auf Facebook darauf aufmerksam gemacht, dass der Preis nicht immer mit der Qualität korreliert. Damit hat er vollkommen recht – und auch ich kenne diese Erfahrung. Während es eine gute Idee ist, für ein gutes Produkt etwas mehr Geld auszugeben, ist es eine schlechte Idee, für ein Produkt zu viel Geld auszugeben – und dann nicht die Qualität geboten zu bekommen, die man sich erwartet hat. Auch können Produkte, deren Marke eigentlich für gute Qualität stehen von minderer Qualität sein.

Es gibt viele Beispiele von wunderbaren Produkten zu günstigen Preisen – daran ist nichts verkehrt. Hier zuzuschlagen ist eine gute Idee :)

Thema: Leben und Alltag | Kommentare (0)

The Warrior Diet: Rezension

Mittwoch, 21. April 2010 12:08

Spartan Warriors Fighting

Essen wie die Spartaner


Ein Thema, mit dem ich mich auf meinem bereits älteren sport-orientierten Blog CrassFit.com beschäftigt habe sind meine Erfahrungen mit der Ernährungsform der Warrior Diet von Ori Hofmekler.

Warrior Diet Review

Der Artikel liegt mittlerweile wieder über ein halbes Jahr zurück. Durch meine veränderte familiäre Situation haben sich einige Dinge verändert, die in diesem Artikel noch beschrieben werden.

  • Die Nährstoffverteilung meiner Ernährung ist wieder mehr in Richtung Kohlenhydrate geschwenkt, allerdings weiter reich an Fetten
  • Salate haben einen Weg in meine Ernährung gefunden. Ich esse gerne einen Salat zum Abendessen und mache gute Erfahrungen damit, ihn schon davor zu essen
  • An Wochenenden mache ich üblicherweise Pause von der Warrior Diet und esse zwei größere Mahlzeiten (Mittagessen und Abendessen). Je nach Umfang des Mittagessens macht diese Änderung allerdings keine positiven Veränderungen aus

Abseits dieser Veränderungen kann ich meinen Erfahrungen aus dem Artikel immer noch beipflichten. Im Leben als Student oder Angestellter, der viel Zeit im Sitzen verbringt, hilft es gewaltig, die Vorteile einer Fastenphase zu genießen. Weiter genieße ich es, mir wenig bis keine Gedanken darüber machen zu müssen, was ich als nächstes esse und wo ich es bekomme. Meine Nahrungsmittel finde ich zu Hause, wo ich mir in aller Ruhe mein Mahl genehmigen kann – und ich habe keine Probleme, bis dahin ohne Essen auszukommen.

Es ist allerdings von größter Wichtigkeit, die Dinge nicht in ein Extrem zu ziehen. Wenn man sich müde fühlt, sollte man entweder ein Nickerchen machen oder etwas zu sich nehmen – abhängig davon, ob man unausgeschlafen oder vor Hunger geschwächt ist.

Viel Spaß beim Ausprobieren! Ich freue mich auf eure Erfahrungsberichte, solltet ihr die Ernährungsform ausprobieren. :)

Thema: Ernährung | Kommentare (2)