Warum ich mich am 20. Jänner für die Beibehaltung der Wehrpflicht entscheiden werde

(© Bildagentur Waldhäusl (www.waldhaeusl.com))

(© Bildagentur Waldhäusl (www.waldhaeusl.com))


Vorab: Ich bin in der denkbar schlechtesten Position, zu diesem Thema eine Meinung abzugeben. Bei meiner eigenen Stellung (deutsch: Musterung) wurde ich von der dortigen Psychologin wegen wahrheitsgemäßer Aussagen für Untauglich erklärt. Das bedeutet, dass ich von Wehr- und Zivildienst befreit war. Ich kann mich noch gut an den Tag der Stellung erinnern und das Papier, das mir ausgefertigt wurde. Beim Verlassen des Gebäudes bekam man eine Kiste mit Gegenständen geschenkt, für die Teilnahme. Ich wurde routinemäßig von den diensthabenden Soldaten gefragt, wie mein Entscheid lautete. Ich antwortete, dass ich für untauglich erklärt worden bin – leider. Nicht froh, nichts tun zu müssen. Nicht stolz, das System umgangen zu haben. Man sagte mir zwar, ich solle froh sein – doch ich hatte schon damals das Gefühl, dass ich mich um etwas gedrückt habe. Wenn ich heute noch einmal dort wäre – man hätte mich für tauglich befunden. Es ist lange her und ich bin heute ein anderer Mensch. In diesem Fall hätte ich mich für den Wehrdienst entschieden. Damals hatte ich mich bereits für den Wehrersatzdienst gemeldet – es kam nicht dazu. Mit einigem Recht dürfen meine Äußerungen dahingehend kritisiert werden, dass sie auf keinen persönlichen Erfahrungen fußen.

Darüber hinaus bin ich in meiner Meinung befangen. Der Freund meiner Schwester (ein Volksschulklassenkollege aus meinem Jahrgang) hat die Militärakademie absolviert und dient als Offizier. Einer meiner engsten Freunde aus Schulzeiten ist bei der Militärmusik, wo er sich freiwillig verpflichtet hat, länger zu bleiben und nun sich nun im Endspurt seiner Ausbildung zum Unteroffizier befindet, nach der er als Berufssoldat in der Militärmusik Oberösterreich weiterdienen wird. Gerade er wäre betroffen, da die Militärmusik in einem Profiheer keinen Platz mehr haben würde. Ich habe mich auch bei ihnen erkundigt, wie sie zur Thematik stehen. Sie werden sich für die Beibehaltung der Wehrpflicht entscheiden. Sie halten es für die bessere Lösung. Für das Heer. Und für sich selbst.

Ich musste ebenfalls meine eigene Meinung finden, um die Frage am 20. Jänner mit bestem Wissen und Gewissen beantworten zu können. Dieser Beitrag ist eine Beleuchtung der Gründe, warum ich mich am 20. Jänner für die Beibehaltung der Wehrpflicht entscheiden werde.

1. Die geplante Volksbefragung ist Missbrauch direkter Demokratie

Ich kaufe der geplanten Heeresreform, die der Volksabstimmung am 20. Jänner zugrunde liegt, nicht ab, aus tiefer Überzeugung, es besser machen zu wollen, durchgeführt zu werden. Für eine Entscheidung dieser Tragweite wirkt sie überhastet. Bis mindestens 2010 war die Regierungslinie klar auf Wehrpflicht. Der Debatte um die Einführung eines Profiheeres wird meinem Gefühl nach lediglich der Anstrich einer sachlichen Debatte gegeben. Ich vermute dahinter sehr wohl wahlkämpferische Ziele – und zwar auf beiden Seiten. Auf dieser Basis soll und darf keine Entscheidung für eine derart weitreichende Veränderung getroffen werden. Schon alleine deshalb hatte ich nie Sympathie für das vorgestellte Alternativmodell, so viele Mankos das aktuelle Modell auch besitzt. Eine kostspielige Verschlimmbesserung ist durch die Einführung eines Berufsheeres auf jeden Fall nicht auszuschließen.

Das Thema der Finanzierung der Modelle hat meiner Meinung nach nur untergeordnete Priorität, war aber anfangs die Initialzündung der Diskussion. Österreich gibt im Europavergleich eine sehr geringe Prozentzahl seines Bruttoinlandprodukts (nämlich 0.6%, Tendenz fallend) für Landesverteidigung aus. Selbst, wenn in diesem Bereich eine geringfügige Einsparung durch den Modellwechsel erreicht werden kann, ist sie kein probates Mittel zur Budgetsanierung im Großen. Meine im Militär dienenden Bekannten waren beide der Meinung, dass es heeresintern die Meinung vorherrscht, dass eine Reform zugunsten eines Berufsheeres die Kosten steigen lassen wird.

Insgesamt wirkt es schleierhaft, warum gerade in dieser Frage die Wähler um ihre Meinung gefragt werden. In anderen Fragen hat man es doch auch nicht getan? Wir leben in einer repräsentativen Demokratie – deshalb würde ich auch erwarten, dass die Regierungsparteien eine Frage wie diese in ihren eigenen Reihen klären – und nicht zum Bürger als Schiedsrichter laufen. Dieses Verhalten kann entweder bei jedem weitreichenderen Entscheid zur Anwendung gebracht werden – oder bei keinem. In einem kritischen Rundfunkinterview wurde gemeint, dass das Verhalten der Regierung damit abgestraft werden muss, indem abgestimmt wird – aber ungültig. Das halte ich für nicht richtig. Denn die Frage ist nicht nur Wehrpflicht oder Berufsheer – sie ist genauso: Beibehaltung des Status Quo oder Veränderung. Wenn ich der Regierung also sagen möchte, dass sie sich selbst um das Thema kümmern soll – und davon ausgegangen werden darf, dass die SPÖ mit Herzblut hinter dem Profiheer steht – dann stimme ich für die Beibehaltung des Status Quo. Diese Entscheidung spielt den Ball zurück zur Regierung, die sich eine – wie auch immer gelagerte – Reform dann selbst ausschnapsen muss. Deshalb wähle ich am 20. Jänner für die Beibehaltung der Wehrpflicht.

2. Die Frage Wehrpflicht oder Berufsheer ist eine Frage von primär gesellschaftspolitischer Dimension

Höchste Priorität hat für mich die gesellschaftspolitische Dimension der Frage, die allen wahlberechtigten Österreichern am 20. Jänner gestellt wird. Wie sehen wir unsere Rolle als österreichische Staatsbürger? Das Berufsheer will nicht in mein Weltbild passen, da ich der Meinung bin, dass den weitreichenden Rechten, die ein österreichischer Staatsbürger genießt, auch staatsbürgerliche Pflichten gegenüberstehen. Im Sinne einer Solidargemeinschaft bin ich der Meinung, dass es angemessen ist, Staatsbürger ein Jahr für den Zweck der Landesverteidigung und der Katastrophenhilfe auszubilden oder ersatzhalber der Stützung des Sozialsystems einzusetzen. Ich bin gegen ein Selbstverständnis als Bürger, der sich nur als Besitzer von Ansprüchen versteht. Das ist auch auf alle anderen Bereiche des Lebens gemünzt ein Selbstverständnis, das dort nicht funktioniert.

Die Volksbefragung ist für mich demnach keine Entscheidung, bei der es vordinglich darum geht, welches System in der Praxis wirksamer ist. Primär entscheiden wir uns dafür, ob wir entweder die Aufgabe der Landesverteidigung bzw. Stützung des Sozialsystems in Form eines Pflichtdienstes selbst in die Hand nehmen und zu einer obligaten und selbstverständlichen Erfahrung des Lebens eines Staatsbürgers machen, oder wir entscheiden uns dafür, dass es besser ist, diese Aufgabe an ein Untermenge der Bürger zu delegieren, die sich freiwillig für diese Art der Aufgabe melden und dafür ausgebildet werden, und streichen damit diese Erfahrung aus dem Leben der meisten Menschen. Diese Entscheidung ist für mich klar und deshalb wähle ich am 20. Jänner die Beibehaltung der Wehrpflicht.

3. Nur die Entscheidung für die Wehrpflicht lässt die Tür offen für das von mir favorisierte System eines Pflichtdienstes als völkische Solidaritäts- und Charakterschule

Meine Vorstellungen von Pflichtdienst (zwölfmonatige Wehrpflicht für Männer und Frauen mit Option auf Wehrersatzdienst in Form von Zivildienst) steht bei der Volksbefragung am 20. Jänner nicht zur Auswahl. Ich habe in den letzten Wochen eine persönlich wichtige Lektion in Sachen Politik gelernt: Aus den Angeboten, die bestehen, lässt sich selten eines wählen, dass den persönlichen Wünschen voll und ganz entspricht. So auch am 20. Jänner. In diesem Fall lohnt es, sich Gedanken zu machen, welches Angebot das Potential besitzt, die eigenen Wünsche Wirklichkeit werden zu lassen – auch wenn die aktuelle Inkarnation dieses Angebots das nach außen nicht zeigt. Dieses Angebot ist die beste Wahl. Denn ein anderes Angebot (inklusive des Angebots, ungültig oder nicht zu wählen) macht es völlig ausgeschlossen, die eigenen Wünsche und Vorstellungen jemals aufblühen zu sehen. Deshalb wähle ich in diesem Fall die Option, die das Potential in sich trägt, die Früchte zu tragen, die ich eines Tages gerne sehen würde: Nämlich die Option auf Beibehaltung der Wehrpflicht. Ein Berufsheer, einmal eingeführt, wird nicht wieder rückgängig gemacht werden und nie das sein, was ich mir vom Pflichtdienst erwarte: Eine völkische Solidar- und Charakterschule, die den Samen einer Gesellschaft sät, die sich weigert, Landesverteidigung und soziale Dienste an Dritte auszulagern.

Nun sage ich nicht, dass ich mit dem Status Quo des Bundesheeres zufrieden bin. Es gibt zwei Arten von Kritik in diesem Fall: Die eine, die den Status Quo des Bundesheeres kritisch betrachtet und daraus ableitet, dass die Wehrpflicht durch ein Berufsheer ersetzt werden soll – und die andere, die daraus ableitet, dass die Wehrpflicht beibehalten, aber reformiert werden soll. Ich bin für eine Reformierung der Wehrpflicht. Die Kritik, dass 40% der Grundwehrdiener nach der Grundausbildung reine Systemerhalter ohne soldatische Aufgaben sind, kann ich gut verstehen. Auf breiter Basis wird inseriert, dass er Bub seine Zeit nutzen soll, und sie nicht absitzen. Das sehe ich ebenso – nur möchte ich das sinnvolle Nutzen der Zeit im Rahmen der Wehrpflicht realisiert sehen. Durch diese Art des Aufbaus eines Grundwehrdienstes hat sich das Bundesheer einen schlechten Ruf erarbeitet und nur wenige Grundwehrdiener sprechen anschließend mit Stolz davon, dass sie sich für den Grundwehrdienst gemeldet und dort etwas für das Leben gelernt haben. Dieses Gefühl des Stolzes auf breiter Basis, einen wertvollen Dienst für das eigene Vaterland geleistet zu haben wünsche ich mir zurück. Besser wäre es meiner Meinung nach, alle Grundwehrdiener im Rahmen eines längeren Grundwehrdienstes (nämlich wieder 12 Monaten) mit – nach Möglichkeit – allen Facetten der Landesverteidigung vertraut zu machen. Das sollte das Selbstverständnis des Bundesheeres sein: In der beschränkten verfügbaren Zeit, den jungen Leuten so viel mitzugeben, wie nur möglich ist – um sie für den Ernstfall besser vorzubereiten. Sie sind nicht zuletzt das Rückgrat der Landesverteidigung. Ich hätte kein Problem damit, wenn diese Reform die Kosten etwas nach oben treibt.

Weiter ist es ein Anachronismus, dass sich der Pflichtdienst auf die Jahrgänge junger Männer beschränkt. Nicht zuletzt seit Einführung des Zivildienstes als Wehrersatzdienst spricht alles dafür, auch junge Frauen in die Pflicht zu nehmen. Meine Meinung also: Wehrpflicht nicht nur für Männer – sondern für alle Staatsbürger.

Leider gibt es keine Garantie dafür, dass die konkrete Ausgestaltung des Pflichtjahres allen Teilnehmenden Profit bietet und zur guten Erfahrung wird. Wer an die falschen Menschen gelangt, der wird daraus keinen Gewinn ziehen. Jedoch ist diese Zeit des Pflichtdienstes im Wunschfall ein bereichernder Kontakt mit der Lebensrealität. Ich denke dabei an einen Blog-Beitrag über die BBC-Dokumentationsserie Mastercrafts, in dem korrekt argumentiert wurde, dass unsere Leben bereits sehr abstrahiert seien. Es gibt keine klare Relation mehr zwischen Handlung und Auswirkung – und wir deshalb nicht damit umgehen können, wenn eine solche auf einmal existiert. Da wird von folgenden Charakterzügen gesprochen:

  • Trotzige Weigerung, die Grundlagen über viele Wiederholungen hinweg zu lernen
  • Sich selbst viel zu wichtig nehmen
  • Im Gegenzug: Sich selbst sofort fertig zu machen, wenn etwas nicht sofort funktioniert
  • Keine Geduld haben, in welcher Form auch immer

Es wird aber auch angemerkt, dass sechs Wochen ehrliches Handwerk die Leute zu transformieren vermag. Und genau darin sehe ich eine große Chance des Pflichtdienstes. Gerade die Schulzeit ist eine Phase des Lebens, die – ähnlich den Universitäten später – einem Elfenbeinturm nahe kommt. Harte Resultate zählen nicht immer – und man kann sich auf viele Weisen irgendwie durchschummeln. Und Popularität zählt oft mehr als Resultate. Essayist Paul Graham merkt in einem seiner Essays an, dass Schulen oft Scheinwelten ähneln, in denen der Wettbewerb um Popularität an die Stelle von realen Resultaten tritt. Das ist auch der Grund, warum unpopuläre, unscheinbare Kinder mit Talenten im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich (wo reale Resultate oft alles sind) im nachschulischen Leben oft durchstarten, während die populären Kinder mangels realer Ergebnisse auf einmal hart aufschlagen und wenig erreichen. Schüler würden ohne Pflichtdienst direkt von einem Elfenbeinturm – der Schule – in einen anderen wechseln – der Universität/Fachhochschule. Der Pflichtdienst ist in dieser Hinsicht eine wertvolle Instanz, den Wert realer Resultate für das restliche Leben kennen und schätzen zu lernen. Auch ist es für Leute mit überfliegendem Ego eine Lektion in Demut, die heilend wirken kann. Ich muss an dieser Stelle noch einmal betonen, dass es sich bei diesen Gedanken um den Wunschfall handelt, der nicht erzwungen werden kann. Leider wird es manchen Pflichtdienern auch so ergehen, dass diese Zeit eine Tortur ist – so wie jede Episode im Leben zu einer Tortur werden kann, wenn sie mit den falschen Menschen erlebt wird. Dass dies präventiv zu vermeiden zu versuchen ist, daran besteht kein Zweifel.

Ich entsinne mich auch den Worten eines ehemaligen Professors an meiner Fachhochschule. Befragt zu seinen Erinnerungen an den Grundwehrdienst meinte er, dass die wertvollste Erfahrung für ihn war, zu lernen, dass es auch Menschen gibt, die ganz anders sind als er. Diese kamen aus völlig anderen Bevölkerungsschichten und gehörten zu den Menschen, die er abseits des Bundesheeres sein Lebtag nicht getroffen hätte. Auch diese demographische Durchmischung halte ich für eine sehr wertvolle Erfahrung. Sie öffnet Menschen die Scheuklappen, die wir alle ausnahmslos besitzen – da wir uns traditionell unter Menschen bewegen, die unserer Bevölkerungsschicht entsprechen. Den türkischstämmigen Maurerlehrling und den Bäcker aus einer Gemeinde 100 Kilometer weiter hätten wir – gemeinsam mit ihren Lebenswelten – nie kennen gelernt. Dieser Professor meinte im Übrigen, er hätte damals gelernt, wie dumm viele Menschen sind. Nicht abwertend, sondern erstaunt. Es hatte ihm geholfen zu verstehen, dass viele selbst die Grundlagen der Thematik, die er selbst behandelte (Biologie und Genetik) nie begreifen würden.

Als Randnotiz sei noch Folgendes erwähnt: Nicht zuletzt schafft ein zwölfmonatiger Pflichtdienst für studiumsaffine Maturanten einen zeitlichen Puffer zwischen Matura und Studienbeginn. Diese Zeit kann auch dafür genutzt werden, sich ohne großen Zeitdruck über seine eigenen tatsächlichen Pläne klar zu werden. Aus meiner eigenen Maturazeit weiß ich noch, dass die Fristen insgesamt sehr eng gesetzt waren – idealerweise hat sich der Maturant ohne Pflichtdienst bereits in den Monaten auf die Matura hin mit der Studienplatzsuche beschäftigen müssen – eine Zeit, in der der Kopf ganz woanders ist. In der Zeit zwischen Matura und Semesterbeginn im Oktober ist eine kurze. Ich gehöre zu den Menschen, die sich nachträglich gewünscht hätten, mehr Zeit gehabt zu haben, sich über die wahren Wünsche in Sachen Studium klar zu werden.

Meine Vision des Pflichtdienstes ist es also, dass er eine Instanz darstellt, aus dem die jungen Menschen um viele Erfahrungen reicher und gereift heraustreten und mit mehr Weitsicht als zuvor ihre weiteren Lebensentscheidungen zu treffen vermögen. Ich arbeite hier bewusst mit einem Idealbild und mache mir keinen falschen Hoffnungen, dass es in der Realität so makellos umzusetzen ist. Doch dieses Idealbild ist es, auf das die Politik in der Frage des Pflichtdienstes meiner Meinung nach hinarbeiten sollte. Deshalb wähle ich am 20. Jänner die Beibehaltung der Wehrpflicht.

[---]

Ich habe Farbe bekannt. Meine Meinung ist mit Sicherheit kontrovers, doch sie ist kein Schnellschuss und Tagen der Überlegung entwachsen. Ich kann zu diesem Tag voll zu ihr stehen.




Veröffentlicht unter Gedanken, Leben und Alltag, Persönlichkeitsentwicklung | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , | 2 Kommentare

Die Karotte

Karotte
Ich erinnere mich mit Wohlwollen an einen Dienstagabend zurück. Dienstagabend ist meine Freundin immer abwesend, da sie einen Kurs in Modern Dance besucht. Dienstagabend ist eine der wenigen Blöcke an Zeit in der Woche, die ich ganz für mich habe, sobald ich die Kinder im Bett sind. Und immer wieder ist Dienstagabend ein Test für meine Entscheidungskraft. An diesem Dienstagabend habe ich gute Entscheidungen getroffen.

Nachdem die Kinder im Bett liegen, habe ich alldienstäglich das Bedürfnis, etwas Zeit für mich zu haben. Gerne lasse ich mich an Dienstagabenden berieseln. Doch so richtig in Berieselungsstimmung bin ich noch nicht, nachdem die Kinder im Bett liegen. Es ist vom abgelaufenen Tag noch unordentlich in der Wohnung – ganz besonders in der Küche. Das liegt in der Natur der Sache, wenn eine Wohnung zu viert bewohnt wird – und darunter zwei Kinder sind.

Ich habe schon viele Dienstagabende verlebt, in denen ich, nachdem die Kinder im Bett liegen, mich erst einmal habe berieseln lassen. Ich weiß, dass meine Freundin um circa 22:15 wieder nach Hause kommt. Und erst einmal ist alles wunderbar. Dann rückt der Zeiger der Uhr immer näher an 22:15 heran. Die Tatsache, dass die Wohnung immer noch unordentlich aussieht und ich meine Tagesreflexion noch nicht niedergeschrieben habe, lastet mit jeder Minute schwerer auf mir. Schließlich reiße ich mich doch noch von der Berieselung los und beginne mit dem Abwasch. Fünf bis zehn Minuten, ehe ich damit fertig bin, kommt meine Freundin nach Hause – nur, um die Wohnung nicht wirklich behaglich ordentlich vorzufinden. Ich fühle mich schlecht und kann sehen, dass sie auch keine Freude daran hat. Nicht schön.

Dieser Dienstagabend war anders. Nicht, weil ich nicht Lust gehabt hätte, mich zu berieseln. Doch er war anders, weil ich die Berieselung nach hinten hinaus geschoben habe. Erst habe ich mir gesagt: Erst wasche ich in der Küche ab, dann sehe ich mir etwas an. Dann war die Küche aufgeräumt und ich habe mir gesagt: Erst räume ich noch das Wohnzimmer auf, dann sehe ich mir etwas an. Dann war das Wohnzimmer aufgeräumt und ich habe mir gesagt: Der Papierbehälter quillt über. Erst leere ich den Papierbehälter aus, dann sehe ich mir etwas an. Dann war der Papierbehälter geleert und ich habe mir gesagt: Hier steht der Korb mit Bettwäsche. Erst hänge ich die Bettwäsche im Keller auf, dann sehe ich mir etwas an. Dann war die Bettwäsche aufgehängt und ich habe mir gesagt: Vor dem zu-Bett-gehen habe ich keine Freude mehr am Schreiben meiner Reflexion. Erst schreibe ich in mein Tagebuch, dann sehe ich mir etwas an. Dann war alles getan: Die Wohnung sauber und ich alles erledigt, was mir vor dem zu-Bett-gehen noch Zeit gekostet hätte. Und ich habe mir gesagt: Jetzt sehe ich mir etwas an.

Und es war der pure Genuss. Meine Freundin kam eine Viertelstunde, nachdem ich etwas zu sehen begonnen hatte, nach Hause. An diesem Abend hätte sie gerne auch etwas später kommen dürfen. Doch ich glaube: Selbst, wenn ich zeitlich gar nicht mehr dazu gekommen wäre, mir etwas anzusehen – ich hätte die Zeit als Genuss empfunden.

Mir die Berieselung als Karotte vor die Nase zu halten und die Belohnung schrittweise immer wieder hinauszuzögern hat sich als potentes Mittel bewiesen, mich zu befähigen, Dinge zu erledigen, die ich ursprünglich für unliebsam gehalten habe. Wunderbar wurden sie erst, als ich sie erledigt habe. So wie kürzlich, als ich endlich wieder zu Schreiben begonnen habe. Und auch dieser Beitrag wäre ohne seine dazugehörige Karotte niemals entstanden.




Veröffentlicht unter Gedanken, Leben und Alltag | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , | 1 Kommentar

Dumme Fragen

Es gibt keine dummen Fragen. Es gibt nur dumme Antworten.

Das ist eine Lektion, die ich in den letzten Monaten ganz für mich lernen durfte. Wenn jemand eine Frage stellt, die wir für dumm befinden, dann sind wir vielleicht geneigt, dem Fragesteller eine patzige Antwort zurückzuschleudern. Schließlich hat sich dieser Mensch nicht die Zeit genommen, eine geschliffene Frage zu verfassen. Warum sollten wir uns dann selber Mühe geben? Ganz einfach: Weil es zeigt, was für eine Art von Mensch wir sind. Ein recherchefauler, vielleicht sogar beleidigender Fragesteller spricht mit dem Ton seiner Frage Bände über sich selbst. Wenn wir im selben Ton darauf antworten, begeben wir uns auf die Ebene des Fragestellers. Wenn wir uns hingegen bei jeder Frage – unabhängig von der Art, wie sie gestellt wird – die Mühe geben, freundlich und nach besten Wissen und Gewissen Antwort zu geben, dann haben wir es in der Hand, die Qualität des Gesprächs zu transformieren.




Veröffentlicht unter Persönlichkeitsentwicklung | Verschlagwortet mit , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Leben als Kette von Entscheidungen

Das gesamte Leben ist eine Kette von Entscheidungen. In jedem Augenblick haben wir als Menschen die Freiheit, Entscheidungen zu treffen. Diese gestalten dann die kommenden Augenblicke, in denen ebenfalls wieder Entscheidungen getroffen werden können.

Diese Lebensrealität wird verstandesmäßig von jedem Menschen erfasst. Jedoch hält sie selten Einzug in das alltägliche Verhalten. Deshalb ist sie eine Verstandeswahrheit und keine Herzenswahrheit. Verglichen zum Befolgen von Automatismen kostet das bewusste Gestalten des eigenen Lebens von Augenblick zu Augenblick viel Kraft. Deshalb entscheiden wir uns standardmäßig unterbewusst für das Befolgen von Automatismen.

Manchmal reißen uns unerwartete Ereignisse aus dem Trott heraus, den wir Alltag nennen. Dann wird uns augenblicklich bewusst, dass dieser Trott bedeutet, dass wir ohne bewusste Anstrengungen das getan haben, was uns gefühlsmäßig am Nächsten lag. Oft sind diese Entscheidungen nicht ident mit denen, die uns weiter entwickeln. Es sind Entscheidungen von Bequemlichkeit, die kein Verlassen der Komfortzone erfordern.

Allgemein wird überschätzt, welche Wirkung Entscheidungen kurzfristig haben können. Gleichermaßen wird allgemein unterschätzt, welche Wirkung konsequente Entscheidungen langfristig haben. Eine bewusste Entscheidung, konsequent über fünf Jahre getroffen, kann einen Menschen fundamental verwandeln. Menschen, die ihn in dieser Zeit nicht getroffen haben, werden diese Veränderung als dramatisch erleben. Die Kraft bewusster Entscheidungen ist nicht zu unterschätzen.

Mein Impuls des Tages ist der, mir öfter Zeit zu nehmen, um wahrzunehmen, wo ich stehe – gedanklich, körperlich und geographisch – und die Entscheidung für die nächste Handlung bewusst zu treffen. Ich habe eine starke Verbindung zwischen dem Treffen bewusster Entscheidungen und einem Lebensgefühl der Zufriedenheit feststellen können. Im Buddhismus würde man von Achtsamkeit sprechen. Doch ich finde, dass dieser Begriff überstrapaziert wird. Ich spreche lieber davon, dass wir als Menschen das Privileg besitzen, bewusste Entscheidungen treffen zu können. Wir zeigen unsere Dankbarkeit für dieses Privileg, indem wir es nach bestem Wissen und Gewissen zum Einsatz bringen.




Veröffentlicht unter Gedanken, Leben und Alltag, Persönlichkeitsentwicklung | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Willkommen zurück

Innerlich habe ich bereits auf das gewartet, was Blog-Kollege Christian “/cbx” Bucher in einem Kommentar an mich geantwortet hat:

Wann schreibst du eigentlich mal wieder etwas?

Das ist eine gute Frage. Passend dazu fragte Seth Godin unlängst in seinem (sehr empfehlenswerten) Blog, worauf ich denn warten würde:

What you waiting for?

I’m not asking in the usual hectoring, pushing sense of asking you to hurry up and get started.

I’m genuinely, rhetorically curious. What, exactly, are you insisting will happen before you start shipping your art?

Write it down. Write down what has to happen before you can make and ship your ruckus.

Being clear about what you’re waiting for makes it far more likely that your art will happen and far less likely that you’re merely stalling.

Gute Fragen erwarten gute Antworten. Ehe ich nicht bereit bin, dem aktuellen Zustand ins Auge zu blicken, lerne ich nichts darüber, wie ich ihn verändern kann.

Es ist nicht so, dass ich meinen Blog “soulspace” vergessen hätte. Ich habe in den letzten vier Monaten oft an ihn gedacht. Überhaupt habe ich in den letzten Monaten mehr an das Schriftstellertum gedacht, als womöglich jemals zuvor in meinem Leben. Paradoxerweise habe ich in dieser Zeit so wenig veröffentlicht, wie noch selten zuvor. Viel zu denken ist bei mir allerdings nichts Besonderes. Ich denke an viele Dinge, wenn der Tag lang ist. Und der Tag ist immer ganze 24 Stunden lang. Viel Zeit, an viele Dinge zu denken. Kopfschwer, wie ich es von mir kenne.

Die letzten Tage hat es der Blog sogar auf die Liste der Dinge geschafft, die ich mir für den jeweiligen Tag vornehme. Doch das mit den berühmt-berüchtigten ToDo-Listen ist so eine Sache: Irgendwie werden die Dinge, die darauf landen, oft nicht angegangen. Da brauche ich mir nichts vormachen: Bei vielen Dingen weiß ich – tief in meinem Innersten – bereits zum Zeitpunkt des Verfassens der Liste, dass ich am nächsten Tag keine Lust haben werde, sie zu erledigen. Sie landen dennoch auf der Liste. Rein verstandesmäßig würde mir das Erledigen dieser Dinge nämlich gut tun. Das Aufschreiben solcher Dinge ist eine Art mentaler Ablasshandel, um schlechtem Gewissen vorzubeugen.

Doch man trifft sich immer zweimal. Das schlechte Gewissen kommt rund 24 Stunden später erneut zu Besuch: Wenn die Aufgabe binnen des abgelaufenen Tages nämlich nicht angegangen wurde. Nun laufe ich postwendend in die nächste mentale Falle, an die mich der folgende TED-Talk erinnert:

Derek Sivers argumentiert, anderen nicht von den eigenen Zielen zu erzählen. Denn der Akt des Erzählens allein wirkt mental wie eine Belohnung. Das lässt unseren Geist denken, wir hätten bereits einen wichtigen Schritt in Richtung dieses Ziels gemacht. Damit liegt er allerdings ordentlich daneben. Wir sind dem Ziel noch keinen Deut näher gekommen.

Auf meine guten Vorsätze gemünzt sieht das ähnlich aus: Mein getreues Tagebuch – ausgestattet mit dem geduldigsten Stapel Papier, den man für Geld zu kaufen vermag – darf sich dann mein Lamentieren anhören, dass ich die Aufgabe(n) wieder nicht wahrgenommen habe. Mental wirkt das wie eine Entlastung. Es hilft mir, mein Nichtstun zu rationalisieren und mit weniger schlechtem Gewissen ins Bett zu gehen. Es ist wie eine kleine Lüge, die ich mir selbst auftische, um mich besser zu fühlen. Denn kleine Lügner, das sind wir scheinbar alle:

Um nun den Bogen zur eingangs erwähnten Frage von Seth Godin zu spannen:
Was passieren muss, damit ich damit anfange, meine Aufgaben auf zu erledigen, ist, dass ich für mich ein Lamentieren am Ende des Tages als einzige Handlung in Bezug auf eine Aufgabe nicht mehr akzeptiere. In letzter Konsequenz gehe ich dort, wo es möglich ist, nicht eher zu Bett, als ich nicht die Aufgabe ganz erledigt oder zumindest Schritte zu ihrer Vervollständigung gesetzt habe.




Veröffentlicht unter Gedanken, Leben und Alltag | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Müll am Morgen

Es wäre ja nicht so, dass ich noch nie meine Gedanken über Müll zu elektronischem Papier gebracht hätte. Aber heute Morgen hat mich das Thema wieder beschäftigt.

Ein kurzer Morgenspaziergang rund um mein Wohnareal reicht, wieder diese Wut zu empfinden gegen alle jene, die ihren Müll einfach so neben die Wege und Straßen werfen. In den ca. 18 Monaten seit meinem letzten Müll-Artikel habe ich nicht gelernt, warum die Menschen das tun. Ich erwische sie ja nicht dabei – sondern räume nur die Überreste ihrer Unachtsamkeit weg.

Ich denke, dass der Umgang des Menschen mit seinem Umfeld ein Spiegel dessen ist, wie er mit sich selbst umgeht. Unachtsames Handeln, Bevorzugung des momentanen Genusses gegenüber langfristigem Wohlstand, Leben im Vorbeigehen auf auf Pump. Es ist nicht unangebracht, da harte Worte auszupacken: Dass ihr euren Müll einfach fallen lasst zeigt, wie wenig Respekt ihr euch selbst entgegenbringt.

Die Müllartikel sind immer noch dieselben geblieben:

  • Verpackungsmaterial von McDonald’s: Ein Zeichen für die Popularität von Essen im Vorbeigehen und dafür, dass man sich dafür keine Zeit mehr nimmt.
  • Dosen mit Kaffee oder Energy-Drinks als Inhalt: Ein Zeichen dafür, dass man sich aufputschen muss, um die innere Müdigkeit zu übertünchen.
  • Zigarettenpackungen: Ein Zeichen dafür, dass die unmittelbare Suchterfahrung der langfristigen Gesundheit vorgezogen wird. Und dafür, dass eine Beschäftigungstherapie benötigt wird – das Rauchen einer Zigarette ist aus eigener Beobachtung auch Medizin dagegen, nicht zu wissen, was man tun soll.
  • Verpackungsmaterial von Süßigkeiten und gezuckerten Getränken: Ein Zeichen dafür, dass das Maß und die Fähigkeit zum Genuss verloren gegangen ist, was diese Dinge angeht. Viel von dieser Art Müll kommt von Kindern, die diese Artikel von ihren Eltern bekommen, wenn sie sie nach draußen schicken, wo sie den Tag damit verbringen müssen, sich selbst zu beschäftigen. Also indirekt auch ein Zeichen dafür, dass Eltern nicht mehr bereit sind, sich mit ihren Kindern zu beschäftigen.

Der Müll, den ich finde, ist nur an der Oberfläche ausschließlich eine Verunstaltung der Natur. Auf einer tieferen Ebene ist er ein Spiegel einer Gesellschaft, in der zahlreiche Dämonen wüten und sich niemand findet, auf breiter Basis dagegen einzustehen. Es ist in Ordnung, sich als Privatperson dagegen zu entscheiden. Was es allerdings bräuchte wäre eine Instanz, die diese Gedanken in die Herzen aller Menschen zu bringen vermag. Ich bin immer noch der Meinung, dass das auch ein Spiegel der zunehmenden Distanz der Gesellschaft vom Christentum ist. Wer sein Christsein ernst nimmt, der versteht es auf beiden Ebenen, warum Müll nicht nur Müll ist.




Veröffentlicht unter Gedanken, Leben und Alltag, Religion und Glauben | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , | 2 Kommentare

Ort und Zeit einer Handlung

Unsere Terrasse
Ich bin mir sicher, dass ein jeder Leser etwas kennt, wie ich es nun beschreiben werde.

Eben bin ich noch auf der Terrasse unser Wohnung gesessen und habe in meine morgendlichen Seiten geschrieben. Seit es am Morgen warm genug ist, um draußen zu sitzen, setze ich mich an den Tisch auf unserer Terrasse und schreibe dort. Ich bin damit vertraut und sollte ich noch nicht geschrieben haben kommt es mir morgens automatisch in den Sinn, dass ich diese Aufgabe noch vor mir habe. Dieser Ort (unsere Terrasse) und diese Zeit (nach dem Morgensport) ist mittlerweile mit dem Schreiben verknüpft.

In letzter Zeit hatte ich Probleme, am Morgen aus dem Bett zu kommen. Deshalb wurde es morgens oft spät und ich habe mein Büchlein ins Büro mitgenommen, um dort als erste Handlung des Tages meine Seiten zu schreiben. Doch es ist nicht gelungen. Wenn ich am Morgen ins Büro komme und mich an meinen Arbeitsplatz setze, dann ist dieser Ort und diese Zeit mit anderen Gedanken und Handlungen verknüpft. In der Regel ist der erste Gedanke am Arbeitsplatz der, im Internet nachzulesen, ob die üblichen Informationsquellen etwas Neues bereit halten – es sei denn, es gibt eine Aufgabe, die zeitlich so drängt, dass sie das gesamte Denken einnimmt. Da gibt es eine Hierarchie dafür, was wir gerade als wichtig erachten, die ich noch nicht zur Gänze kenne.

Ein weiteres Beispiel dazu: Meine Freundin fragt mich Mittwochs, ob ich heute wieder mit dem Fahrrad zur Aikido-Stunde fahre. Ich bin einen Moment perplex. Diesen Montag bin ich aus Ethik-Überlegungen heraus das erste Mal mit dem Fahrrad zur Aikido-Stunde gefahren – davor immer mit dem Auto. Dieses Verhalten hatte sich daher noch nicht eingeprägt. Mit den Gedanken bin ich bereits wieder im Auto gesessen. Ohne meine Freundin wäre ich damit auch gefahren – so habe ich mich aufs Rad geschwungen.

Ich habe in populärpsychologischer Literatur schon oft von der Bildung von Gewohnheiten gelesen. Gewohnheiten, so wird geschrieben, sind etwas, das sich durch regelmäßiges Ausführen bildet. Oft wird von 21 bis 28 Tagen gesprochen, die es braucht, um eine Gewohnheit zu festigen. Das Schwierigste daran sind die ersten Male, denn mit jeder Wiederholung einer Tätigkeit sinkt die Menge an bewusster Anstrengung, die benötigt wird, um sie durchzuführen. Wenn die Tätigkeit schließlich auch ohne bewusste Anstrengung ganz automatisch in Angriff genommen wird, so ist eine neue Gewohnheit gebildet. So kann das Anfangen mit kaum zu ertragenden Gefühlen verbunden sein, die nach einer Woche keine Rolle mehr spielen. Doch gerade dann ist die Gefahr besonders groß, einen Rückfall zu erleiden, wenn die Aufmerksamkeit nachlässt. Meiner Erfahrung nach fängt man bei der Bildung von Gewohnheiten nach einem Rückfall quasi wieder von vorne an. Ich habe schon mehrmals versucht, mir die oben beschriebene Verdrahtung meiner Ankunft am Arbeitsplatz und dem Internet abzugewöhnen. Es gelang mir 2-3 Tage und der Drang, die gewohnte Handlung auszuführen war stark abgeschwächt. Wenn ich dann in alte Muster zurückfiel, habe ich es nie geschafft, am darauf folgenden Tag auf das Internet zu verzichten.

Ich bin der Meinung, dass die Verdrahtung eines Orts und einer Zeit mit einer Tätigkeit ein Aspekt der Gewohnheitsbildung ist, der übersehen wurde, aber nichtsdestotrotz zentral ist. Wenn ich darüber nachdenke sind alle Handlungen, die ich verlässlich und regelmäßig ausführe über Zeit, Ort oder idealerweise beides gebunden. Nach dem Aufstehen mache ich meine morgendlichen Körperübungen, wiege mich und putze meine Zähne, danach schreibe ich. Vor dem Schlafengehen schreibe ich in mein Tagebuch. Dienstags und Donnerstags fahre ich nach Arbeitsende in den Fitnessclub. Über diese Dinge brauche ich nicht mehr nachdenken, ich tue sie einfach. Ich tue mir hingegen schwer, mir eine Gewohnheit anzueignen, die ich jeden Tag zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten zur Anwendung bringe. Dann fehlen mir die Anker, die mich daran erinnern, was nun auf dem Plan steht.




Veröffentlicht unter Gedanken, Leben und Alltag, Persönlichkeitsentwicklung | Verschlagwortet mit , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Dokumentationen zum Nachdenken

Vietnam Fischerei Pangasius

Pangasius-Fischerei im Vietnam © Catherine Zucco / WWF


Es gibt bei mir Episoden, in denen stolpere ich auf YouTube von einem Video ins nächste.

Unlängst war es eine Reihe von Dokumentationen, auf die ich dabei gestoßen bin. Dokumentationen, die mich erschreckt haben. Sie wecken in mir verschiedene Emotionen – vordergründig jedoch Zorn.

Die erste Dokumentation, die ich an dieser Stelle zeigen möchte beschäftigt sich mit dem Thema Altkleidersammlung.

Hier gehen Reporter dem Thema nach, was mit den Altkleiderspenden in Deutschland passiert. Erstaunlicherweise geht davon nur wenig – wenn überhaupt etwas – an die Einrichtungen, deren Logo auf den Spendencontainern prangert. Der Großteil der Textilien geht zu einem kommerziellen Verwerter, der die Textilien nach Qualität sortieren lässt und die Ware dann zu Tiefstpreisen nach Afrika fliegt. Dort zerstört sie die lokale Textilindustrie, die sich gegen die Preise der Spendenware nicht zu wehren weiß.

Auch ich habe schon oft Kleider gespendet. Ich fühle mich hintergangen. Statt Gutes zu tun arbeitete ich in die Taschen einer unethischen Firma und unterstützte die Verarmung afrikanischer Arbeiter.

In der zweiten Dokumentation wird es nicht besser. Dieses Mal geht es um die Aufzucht von Pangasius in Aquakultur – hier im Vietnam.

Im vietnamesischen Mekong-Delta befinden sich Pangasius-Aquakulturen, die unvorstellbare Fischmengen zusammenpferchen. Hier gibt es mehr Fisch als Wasser, so scheint es. Irreale Mengen an Medikamenten verwendet verwendet, um die Kultur vor dem Kippen zu bewahren. Unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten die Leute für niedrigste Löhne nur dafür, den westlichen Ländern günstiges Fischfilet zu liefern.

Ich habe selbst bereits oft Pangasius gekauft. Gestern habe ich nachgesehen. Natürlich kommt er aus einer vietnamesischen Aquakultur. Für mich steht fest: Nie wieder werde ich dieses Produkt kaufen.

Wenn ich schon auf den Fisch gekommen bin – warum dann nicht auch auf den Lachs? Lachs-Aquakultur in Chile ist das Thema einer weiteren Dokumentation.

Etwas besser als dem Pangasius geht es den chilenischen Lachsen durchaus. Nichtsdestotrotz wirtschaften diese Aquakulturen auf Kosten von Ökosystem und Mensch. Es wird kein Wert auf ethisches Vorgehen gelegt – die Zahlen müssen stimmen. Auch hier herrschen Zustände, von denen man in der westlichen Welt lieber gar nichts wissen möchte. Am meisten verschreckt mich die Tatsache, dass für jedes Kilogramm Lachs vier Kilogramm Fisch verfüttert werden müssen. Das ist eine Netto-Vernichtung von Lebensmitteln in gigantischen Mengen.

Auch hier habe ich nachgesehen, woher das bis dato bezogene Produkt kommt. Bingo. Der Lachs, den ich bislang gekauft habe kommt aus chilenischer Aquakultur. Auch diesen werde ich zukünftig nicht mehr kaufen.

Beim Fisch ist zu sagen: Für Meerfisch hat es sich in den letzten Jahren bezahlt gemacht, dass sich das Marine Stewardship Council (MSC) einen Namen gemacht hat. Es ist ein Zeichen, mit dem der Konsument eine gewisse Sicherheit beim Kauf von Meerfisch erhält. Für Fisch aus Aquakultur gibt es ein solches Siegel noch nicht. Jedoch arbeitet das Aquaculture Stewardship Council (ASC) bereits daran, dass sich das alsbald ändert. Damit sollte dem Konsumenten dann auch etwas in die Hand gegeben werden, um die Umstände der Aufzucht des Fisches informiert zu sein. So schreibt etwa der WWF hier davon, dass die Pangasiuszucht im Vietnam zukünftig großflächig dem ASC-Siegel unterworfen sein wird.

Die Fisch-Problematik lässt mich an ein weiteres Problem denken: Sie kann nur entstehen, wo die Menschen ein Gefühl dafür verloren haben, was Produkte realistisch kosten. Ein Zuchtfisch für 5,29€ das Kilogramm kann unter menschenwürdigen Bedingungen auch in den Ländern mit niedrigsten Löhnen nicht produziert werden. Aquakulturen mit höheren Standards (i.d.R. in Europa beheimatet) zeigen, welche Preise realistisch sind: Wir reden dann von 9-11€ pro Kilogramm als untere Grenze.

Fragt sich: Wer ist bereit, einen fairen Preis für ein faires Produkt zu bezahlen? Ich glaube: Nicht viele, so lange es die günstige Alternative noch gibt. Nicht umsonst hat sich immer wieder bewahrheitet, dass Leute nach Preis und nur nach Preis einkaufen.

Ich kann nur dazu aufrufen, diese Produkte zu boykottieren, bis sich etwas ändert.




Veröffentlicht unter Ernährung, Gesundheit, Leben und Alltag | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , | 1 Kommentar

Kairos

Athos Kloster

Kloster im Athos-Gebirge


Ich habe einen interessanten Sonntag und einen interessanten Montagabend hinter mir. Am Sonntag bringt meine Freundin aus der städtischen Pfarrbibliothek ein Buch mit. Sie hat es für sich selbst ausgeborgt, doch ich es bin so frei, es mir zu nehmen, denn das Thema und der Autor sprechen mich an. Heinz Nußbaumer schreibt in Der Mönch in mir Gedankensplitter zu seinen Aufenthalten in den Athos-Klöstern nieder.

Meine Freundin und ich haben uns in letzter Zeit wiederholt mit dem Mönchtum und Klöstern filmisch auseinander gesetzt. Die beiden Filme Von Menschen und Göttern und Die große Stille (über den meine Freundin hier geschrieben hat) sind mir in guter Erinnerung. Wir sind uns beide einig in der Meinung, dass das Mönchtum und Ordensleben etwas ist, das in der heutigen Zeit befremdlich erscheint und dennoch eine Qualität besitzt, die es zu bewahren gilt. Ich bin oft hin- und hergerissen zwischen tiefer Bewunderung und verständnisloser Ablehnung, wenn es um das Thema geht. Vor allem dann, wenn es sich um Klöster handelt, die sich vollends vom Leben verschließen. Das Thema berührt Orte in mir, über die ich mir nicht immer bewusst bin. Man könnte es meinen spirituellen Seelenkern nennen.

Das Buch lädt dazu ein, langsam gelesen zu werden. Ich habe bis dato nur wenige Seiten gelesen, mich dafür aber bemüht, die Worte gut in mich aufzunehmen. Das ist mir nicht ganz geglückt. Doch die Wirkung hat nicht auf sich warten lassen. Ich bin ruhiger geworden und habe es zum Anlass genommen, den Sonntag für mich arbeitsfrei zu erklären. Dadurch wollte ich ihm eine kontemplative Qualität geben – die im Gegensatz steht zu der Zeit unreflektierten Handelns, die wir gerne Alltag nennen. Gelungen ist es mir nicht – ich habe, statt Ruhemomente zu genießen, viel Information konsumiert. Aber die Idee ist bei mir geblieben.

Montag markiert den Start in eine neue Arbeitswoche. Ich starte die Woche schlecht und werde kalt von meinem alten Problem der Prokrastination erwischt. Wieder einmal blicke ich enttäuscht auf einen Arbeitstag fast ohne Resultate zurück. Nach solchen Tagen folgt am Abend manchmal eine Katharsis. Am gestrigen Abend war das so. Es ist mir gelungen, den Abend sehr bewusst zu verbringen. Ich habe auf meine Bewegungen und Worte geachtet, meine Mahlzeiten habe ich langsam und genussvoll eingenommen, versucht, jede Zutat wirklich zu schmecken. Dieses Verhalten preise ich in meinen täglichen Aufzeichnungen rückblickend meist als fast ekstatische Erfahrung an. Denn die Zeit bekommt dadurch eine ganz andere Qualität. Ich habe in diesen Stunden von außen betrachtet nicht viel getan – doch ich hatte das Gefühl, große Sprünge zu machen.

Ein Thema, das Nußbaumer in Der Mönch in mir anreißt ist die Fähigkeit der Mönche, in der Gegenwart zu leben. Fast wie nebenbei schreibt er folgende Zeilen nieder, die in mich eingesunken sind:

Die Zeit ist wertvoll, aber nicht knapp, sagen die Mönche. Und chronos, die Uhrzeit, weniger wichtig als kairos, die rechte Zeit. Der heilige Augenblick.

Angeregt von diesen Erfahrungen habe ich die Zeilen, die ich jeden Morgen schreibe, heute diesem Thema gewidmet. Der folgende Text ist ein ungeschöntes Vollzitat dessen, was mir heute als erstes zum Thema eingefallen ist:

Guten Morgen! Ein tiefer Frieden hat mich gestern noch erfüllen können. Zumindest für einen Moment. Es war nicht das erste Mal, dass ich nach einem enttäuschenden Arbeitstag am Abend damit geglänzt habe, besonders bewusst zu handeln. Das ist ein Modus Operandi, indem ich den erwähnten tiefen Frieden erahnen kann. Ich überlege gestern abend: “Ich will dafür sorgen, dass ich immer weniger tue. Immer weniger, damit ich präziser wählen kann, worauf ich mich einlasse- worauf ich meine Zeit und Energie verwende.” Manchmal – oder oft? – erscheint es mir, als würde das Weniger Tun den Blick dafür schärfen, was wichtig ist und glücklich macht. Denn es schenkt Zeit für Innehalten und Reflexion. Das kommt im emsigen Tun vieler Leute deutlich zu kurz. Reflexion allein ändert aber nichts. Machtvoll ist es, einsichtsvolle Reflexion zu beherrschen, verbunden mit der Fähigkeit, notwendige Änderungen auch durchzusetzen. So viel dazu. Etwas Verwandtes, das mir aufgefallen ist, ist der Mythos, keine Zeit zu haben. Es stimmt wohl, dass die Zeit manchmal eng bemessen ist und Stress entsteht. Doch die meiste Zeit (dem Regelfall) gibt es genug Zeit für alles, was wichtig ist. Wer das nicht so sieht hat sich meiner Meinung nach noch zu wenige Gedanken gemacht, was im Leben für ihn wirklich wichtig ist. Wir haben die Entscheidung, wenn uns auch oft suggeriert wird, es sei nicht so. Das bedeutet womöglich auch, dass wir nicht 40 oder mehr Stunden die Woche mit Arbeit zubringen können. Die meisten Menschen können mit weniger Verdienst auch leben. Aber was denke ich an die Anderen. Rede ich doch von mir selbst. Ich kann für mich sagen, dass mir 40 Stunden die Woche zu lang erscheinen und die Effizienz nicht fördern. Ich glaube, dass meine Produktivität zwischen 40 und 33 Stunden die Woche nicht nennenswert abnehmen wird. Das denke ich, weil ich für mich die Erfahrung gemacht habe, dass ich meine Effizienz dem verfügbaren Zeitrahmen anpasse. Wenn ich 14 Tage für eine Aufgabe Zeit bekomme, die ich auch in 7 Tagen erledigen könnte, dann neige ich dazu, mir dafür die vollen 14 Tage Zeit zu nehmen. Die Masterarbeit ist dafür ein gutes Beispiel, gemäß dem Spruch: “Ich habe ein Motivationsproblem, bis ich ein Zeitproblem habe.” Dagegen tun kann man durchaus etwas. Ich denke daran, mit sich selbst bindende Termine zu vereinbaren. Doch das erfordert die Disziplin, auch ohne äußere Einflüsse einen Termin zwingend werden zu lassen. Diese Disziplin muss wohl, wie es scheint, wie ein Muskel aufgebaut werden. Bei mir ist er noch ordentlich schwach.

Kairos

Der Kairos - den man nur am Schopf zu packen braucht

Im Nachhinein erstaunt mich die Klarheit meiner Gedanken. Besonders die folgende Passage hat es mir angetan:

Ich will dafür sorgen, dass ich immer weniger tue. Immer weniger, damit ich präziser wählen kann, worauf ich mich einlasse – worauf ich meine Zeit und Energie verwende.

Wie oft habe ich im Nachhinein feststellen müssen, dass ich mit weniger mehr hätte erreicht – wenn ich mir die Zeit genommen hätte, mir vorab Gedanken zu machen, was jetzt im Moment wirklich wichtig ist. Diese Passage fängt die Essenz dieser Beobachtung ein.

Wenn ich mir selbst mehr Zeit gebe, bewusst darauf zu lauschen, was die Qualität des aktuellen Augenblicks an Handlung verlangt, dann gelingt es mir öfter, das Glück sprichwörtlich beim Schopf zu packen: Den Kairos in Person.




Veröffentlicht unter Gedanken, Persönlichkeitsentwicklung, Religion und Glauben | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Premium

Spar Premium Logo
Wenn man heutzutage in einen Supermarkt einkaufen geht, dann fliegen einem gewisse Begriffe fast zwangsweise in den Weg. Premium, Excellence, Edel, Gourmet und viele Weitere. So ein Schmu.

Was mich daran stört ist, dass inflationär mit diesen Begriffen umgegangen wird. Sie suggerieren etwas Besonderes, wo die Verpackung nur etwas Reguläres enthält. Aktuelle Beispiele: Erdbeeren aus Eferding. Die Plastikfolie um das Schälchen über und über dick mit der Aufschrift Premium bedruckt. Katzenfutter mit dem Aufdruck Excellence. Die Zutatenliste lässt nichts Außergewöhnliches erkennen. Der Appetit unserer Katze darauf auch nicht. Gourmet-Ehren für Schweizer Le Gruyère. Wunderbarer Käse, sehr aromatisch, 12 Monate gereift. Aber am Ende doch nur regulärer, lang gereifter Hartkäse – ganz im Gegensatz zu besonderen Laiben seiner Art. Die hätten das Siegel verdient.

Indem die Supermärkte ihre starken Qualitäts-Suggestionen bereits für reguläre Produkte verwenden, entsteht die Problematik, dass auf einmal das Vokabular fehlt, wenn ein wirklich außergewöhnlich hochwertiges Produkt von anderen differenziert werden soll. Das ist eine Problematik die mich – wenngleich weit hergeholt – an Shōnen-Animes erinnert. Ein klassisches Beispiel ist die bekannte Serie Dragonball Z. In einer der frühen Folgen gibt es eine Szene, die es zu großer Internetbekanntschaft gebracht hat:

Son Gokus Kampfkraft liegt bei über 9000. Doch im Verlauf der nächsten 60-100 Folgen der Serie purzeln diese Zahlen rasant. Da sind auf einmal Leute, die 20.000, 30.000 oder bis zu 80.000 dieser Einheiten auf die sprichwörtliche Waage bringen. Doch damit ist der Plafond noch lange nicht erreicht. Bald darauf geht es um mehrere hunderttausend dieser Einheiten – und extrapoliert bald um Millionen selbiger. Die Serie beraubt sich durch ein Stakkato der Superlative der Möglichkeit, eine wirklich herausragende Leistung noch beeindruckend wirken zu lassen – dauerhaft. Wäre man defensiver an dieses Thema herangegangen, hätte man sich diese Fähigkeit bewahrt. Das gilt für den Supermarkt genauso.

Ich wünsche mir eine Produktdeklaration, die mir möglichst genau sagt, was ich vom Produkt zu erwarten habe. Was es ist und was es kann. Verstärkende Begriffe wie Premium dürfen dann gerne verwendet werden, wenn es sich um wirklich außergewöhnliche Ware handelt, die es verdient, als Erste Wahl deklariert zu werden.

Diese verstärkenden Beschreibungen finden sich desweiteren fast ausschließlich auf verarbeiteten Produkten. Grundnahrungsmittel halten sich in der Regel an das, was ich mir wünsche: Sie sind als das deklariert, was ich auch bekomme. Auch scheinen sich die Verstärkungen dann zu häufen, wenn die Qualität der Zutaten immer schlechter wird. Die Empfehlung lässt sich also aussprechen: Wenn es ein Produkt nötig hat, mit starken Worten beworben zu werden, dann ist es angebracht, doppelt zu prüfen, ob es sich nicht doch um eine Mogelpackung handelt.

Erstklassige Produkte haben es indes oft nicht nötig, eine spezielle Aufmachung zu besitzen. Sie finden sich oft auch nicht im Supermarkt. Ein toller Renken Speck direkt vom Bauern, ein so knuspriges wie haltbares Sauerteigbrot mit traditioneller Führung, eine Handvoll toller Früchte der Erde vom Gemüsestand. Sie alle besitzen kein Etikett, sondern werben mit dem, was sie liefern.

P.S.: Hier von Produkten auf Menschen zu schließen ist nicht verkehrt. Da gelten dieselben Gesetze.




Veröffentlicht unter Ernährung, Gedanken, Leben und Alltag | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , | 2 Kommentare