Restaurant-Rezension: Restaurant Gelbes Krokodil (Linz)
Mittwoch, 26. Mai 2010 9:52
Meine Freundin hat mich letztes Jahr einmal darauf aufmerksam gemacht, dass es im Gebäude des Movimento Kino in Linz nicht nur eine Bar gibt sondern auch ein Restaurant, dass eine ganz spezielle Berühmtheit genießt: Das Gelbe Krokodil. Der ungewöhnliche Name lässt bereits darauf schließen, dass es sich bei diesem Restaurant nicht um das 08/15-Restaurant handelt, das bereits so oft besucht wurde.
Da ich neuen Restaurants gegenüber immer positiv eingestellt bin, habe ich mich natürlich nicht lumpen lassen und war mit meiner Freundin dort essen – mittlerweile mehrere Male. Meine Erfahrungen?
Lage
Das gelbe Krokodil ist sehr zentral in Linz gelegen, was es zu einem sehr populären Anlaufplatz für die Linzer Freunde der kulinarischen Künste macht. Es empfiehlt sich immer, einen Tisch zu reservieren – ansonsten kann man (vor allem abends) sehr schnell leer ausgehen, da der Andrang immer sehr groß ist.
Die Einrichtung ist schlicht und geradlinig, in warmen Farben gehalten. Man merkt eindeutig, dass es sich hier um ein In-Restaurant der alternativen Szene handelt – auch die Klientel spiegelt das wider. Wer sich in solchen Umfeldern nicht wohl fühlt wird wahrscheinlich einiges auszusetzen haben. Die Ausrichtung des Klientels ist nicht verwunderlich – ist es doch an ein Kino für Independent-Produktionen angeschlossen.
Punkte: 8 / 10
Auswahl
Die größte Attraktion des gelben Krokodils ist meiner Meinung nach seine Speisekarte. Beim Durchlesen dieser findet man nicht selten Zutaten, deren Namen man vielleicht einmal gehört hat – sich aber nicht vorstellen kann, wie es schmecken wird. Auch sind die Kombinationen abenteuerlich. Hier traut man sich gerne über die Schwelle der Gewöhnlichkeit und mischt sprichwörtlich Kraut und Rüben zusammen. Vor allem Vegetarier werden sich über die breite Palette an vegetarischen Gerichten freuen, die die Fleischgerichte an Zahl und Kreativität meist deutlich in den Schatten stellen.
Auch ist die Speisekarte alles andere als fixiert – jeden Tag wird sie aufs Neue ausgeschrieben. Einerseits ein Vorteil für Leute, die gerne überrascht werden – andererseits ein Nachteil für jene, die gerne noch einmal das selbe gegessen hätten. Der stete Wandel des Angebots hat auch damit zu tun, dass das Restaurant viele saisonale Gerichte im Angebot hat – die natürlich gemeinsam mit der Saison aus dem Speiseplan fallen.
Am besten sieht man sich die aktuelle Speisekarte vor dem Besuch einmal genau an. Mir persönlich läuft dabei meist das Wasser im Mund zusammen
Punkte: 10 / 10
Küche
Gepaart mit einem bunten Angebot wird auch bei den Zutaten nicht gelumpt. Da der Weg auf die Toilette das offen herum stehende Lager an Zutaten preis gibt, ist recht transparent, was verwendet wird. Was ich dort gesehen habe, stimmt mich zufrieden: Vollwert-Zutaten von guter Qualität.
Die Zubereitung bleibt nicht hinter den Zutaten zurück. Was auf der Speisekarte spannend klingt, ist meist auch genauso spannend auf dem Teller und im Gaumen. Angerichtet sind die Gerichte durch die Bank sehr schön und munden tun sie vorzüglich. Nur beim Würzen könnte die Küche etwas mutiger sein. Abgesehen von den scharfen Gerichten, die wirklich scharf sind, fehlt es den Speisen ein wenig an Pepp. Das ist Meckern auf recht hohem Niveau.
Punkte: 8 / 10
Service
Da das Restaurant meist zum Bersten voll ist, ist der Service manchmal nicht der schnellste – allerdings ansonsten immer freundlich und zuvorkommend. Allerdings war ich ein wenig enttäuscht, als ich das Hauptgericht ohne Salat nicht günstiger angeboten bekommen habe – da hätte ich mir etwas Kulanz erwartet. Sonderwünsche sind wahrscheinlich Mangelware in diesem Restaurant, das durch Variabilität glänzt. Die Daumen gehen insgesamt dennoch nach oben!
Punkte: 7 / 10
Preis
Das Gelbe Krokodil bietet Mahlzeiten für alle Geldbeutel. Gerade die vegetarischen Gerichte können – als kleine Portion genossen – oft um fünf Euro erworben werden, was recht günstig ist. Beim richtigen Gericht bekommt der Gast reichlich Nährwert für wenig Geld. Ansonsten steigt der Preis natürlich mit dem der Zutaten. Fleischgerichte sind im Gelben Krokodil meist 1-2 Euro teurer als gewohnt – ich habe allerdings auch den Eindruck, dass das Fleisch eine bessere Qualität besitzt.
Bei meinen Besuchen esse ich für gewöhnlich eine Vorspeise, zwei Hauptspeisen und ein Dessert. Gemeinsam mit einem Getränk komme ich selten auf über 25 Euro, was absolut in Ordnung geht. Am Geld soll es hier sicher nicht scheitern.
Punkte: 8 / 10
Fazit
Ein wirklich außergewöhnliches Restaurant in vielen Aspekten. Ich bin dort immer gern zu Gast und erfreue mich an neuen kulinarischen Experimenten. Für alle Leute, die gerne einmal Dinge probieren, wie etwas abseits der Norm sind: Unbedingt einen Besuch abstatten. Ihr werdet sicher nicht enttäuscht werden.
Thema: Restaurant-Kritiken | Kommentare (0)















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