Beiträge vom März, 2010

Guy Kawasaki über “The Art of the Start”

Freitag, 12. März 2010 15:57

The Art Of The Start Cover Picture

The Art Of The Start

Seit ich in letzter Zeit etwas aktiver das FighterFitness-Forum verfolge, stoße ich dort immer wieder auf großartige Video-Empfehlungen. Eine davon ist Guy Kawasaki‘s Präsentation der Inhalte seines Buches The Art of the Start.

Guy kommt aus der Software-Branche – in die er eingestiegen ist, ohne eine einschlägige Ausbildung genossen zu haben. Er war gut genug, die Aufnahmekriterien bei Apple Computers zu bestehen – zu einer Zeit, zu der Apple noch das Privileg, praktisch unbegrenzt Geld für die Entwicklung neuer Produkte zu besitzen. Das trifft zwar in diesen Tagen erneut auf Apple zu, allerdings ist Guy nicht mehr mit von der Partie – er hat sich schon lange selbstständig gemacht und mittlerweile neun Bücher zu verschiedensten Themen verfasst. Seine Kompetenz liegt allerdings ganz spezifisch in einem Bereich, in dem die meisten Unternehmen scheitern: Der Beginn. So kann ich allen Leuten, die (nicht nur) geschäftlich etwas beginnen wollen empfehlen, sich die folgenden 30 Minuten nicht nur einmal zu Gemüte zu führen.

Die Folien zur Präsentation als PDF-Dokument.

In der Kurzfassung umfasst Guy’s Rede folgende Punkte:

  1. Schaffe etwas von Bedeutung
  2. Schaffe Mantras
  3. Leg los!
  4. Ein Geschäftsmodell kreieren
  5. Sich eine MATte weben
  6. Finde deine Nische
  7. Die 10-20-30-Regel
  8. Heure infizierte Leute an
  9. Barrierefreiheit in der Produktannahme
  10. Säe den Regen…
  11. Lass’ dich von den Idioten nicht runterziehen!

1. Schaffe etwas von Bedeutung

Die größte und beste Motivation, ein Unternehmen (oder eine Unternehmung) zu starten ist es, etwas zu kreieren, das eine Bedeutung inne hat. Etwas von Bedeutung kann:

  1. Die Qualität des Lebens anderer verbessern
  2. Ein Übel auszumerzen
  3. Gutes erhalten

Diese Überlegung ist wichtig, weil viele Leute damit beginnen, sich um das Geld Gedanken zu machen. Das Geld kommt allerdings nicht, wenn das Unternehmen Geld-orientiert aufgebaut ist – denn dann werden die Qualitäten des Produkts meist unterbewertet und das Marketing überbewertet. Ein wirklich gutes Produkt vermarktet sich praktisch selbst – denn die Benutzer übernehmen die Werbung.

2. Schaffe Mantras

Statt komplexen und schwer verständlichen Leitlinien regt Guy die Unternehmer an, ein Mantra zu schaffen. Drei Wörter, die beschreiben, wofür das Unternehmen steht – so klar, so direkt, so einfach, dass es sich jeder Mitarbeiter merken kann.

Was das bringt? Die Mitarbeiter werden sich mit dem Mantra identifizieren können und wissen, wofür ihr Beitrag in diesem Unternehmen steht. Das kann ein extremer Motivator für all jene sein, die Bedeutung schaffen wollen – denn das Mantra zeigt in kürzest möglicher Form, ob die Werte des Unternehmens mit der eigenen Vision überein stimmen.

Mantras sind auch für Privatpersonen von großer Hilfe. Wenn du deine Lebensvision in drei einfache Worte packen kannst, wird es einfach sein, alles in deinem Leben nach dieser Aufgabe auszurichten.

Und, nicht vergessen: Laut indischen Schriften wird etwas zum Mantra, wenn man es 10.000 mal wiederholt. Halte dir dein Mantra also oft genug vor Augen.

3. Leg los!

Ein großer Fehler, den viele Menschen und Unternehmer machen ist es, zuzuwarten, bis die “Umstände passen”. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass diese Leute niemals anfangen werden, weil die Umstände nie (perfekt) passen.

Die drei Schritte, um loszulegen, sind laut Guy:

  1. Anders denken!
  2. Polarisieren
  3. Finde Seelenverwandte

Anders denken bedeutet, die Dinge, die bereits bestehen, nicht besser machen zu wollen sondern um die Ecke zu denken – und sie anders aufziehen. Nicht die Qualität eines bestehenden Produktes verbessern und damit als Konkurrenz auf den Markt zu gehen – denn dann geht es schlicht um den Preis – hier ist nicht viel Gewinn zu machen. Neue Ideen sind die, die profitabel sind. Du musst nur der erste sein, der sie hat ;)

Polarisieren ist das, was viele Menschen (mich eingeschlossen) meist vermeiden. Es jedem recht zu machen hat allerdings den Nachteil, dass man nichts richtig machen kann – denn irgendjemand wird immer einen Grund finden, das schlecht zu finden, was du machst. Die Lösung? Sei bereit, zu polarisieren. Wenn 95% der Leute dein Produkt schlecht finden oder gar hassen kann es dir egal sein, so lange die restlichen 5% es lieben und mit Begeisterung kaufen. Apple Macbooks haben auf diese Weise keinen schlechten Umsatz erzielt :D

Seelenverwandte finden ist ein absolut kritischer Punkt. Du brauchst Leute, die auf der gleichen Wellenlänge wie du sind, um richtig los legen zu können. Alleine kannst du vielleicht 100% geben, zu zweit sind es aber oft genug bereits 250% – hier ist die Kraft der Synergie unmittelbar spürbar. Wichtig ist, dass dein Seelenverwandter nicht aus der selben Ecke kommt wie du selbst. Ein großartiger Ingenieur braucht oft einen großartigen Promoter, um seine Produkte an den Mann zu bringen oder einen großartigen Designer, um seine abstrakten Ideen in konkrete Form zu gießen. Jeder, der einen Seelenverwandten gefunden und mit ihm ein Projekt durchgezogen hat wird verstehen, was ich meine.

4. Ein Geschäftsmodell kreieren

Ein Geschäftsmodell – das klingt antiquiert. Dennoch – es ist unvermeidlich, ein solches zu kreieren, wenn das Geschäft irgendwann einmal laufen soll. Dazu ist es wichtig:

  1. Spezifisch zu sein
  2. Es möglichst simpel zu belassen
  3. Frauen über ihre Meinung zu befragen

Gerade der dritte Punkt klingt für viele Leute sicher schräg – ich habe selbst darüber nachdenken müssen. Guy führt an, dass Männer einen Killerinstinkt in sich haben, der ihnen Begeisterungsstürme verpasst, wenn es darum geht, etwas zu töten. Wie oft haben wir nicht vom nächsten iPhone-Killer, Windows-Killer oder dergleichen gehört – und zwar genau einmal und dann nie wieder? Weil dieses Geschäftsmodell nicht funktioniert. Es läuft dem bereits erwähnten Gedanken zuwider, anders zu denken statt Bestehendes etwas besser zu machen. Frauen denken anders. Sie haben diesen Killerinstinkt nicht und puffern ungerechtfertigte Begeisterungsstürme mit einem klaren Sinn für die Realität sinnvoll ab. Sehr nützlich und empfehlenswert. Allerdings muss man sich auf recht ernüchternde Kommentare gefasst machen – denn nicht alles ist Gold, was man selbst für glänzend befindet ;)

5. Sich eine MATte weben

Das Akronym MAT lässt sich leider nicht verlustfrei ins Deutsche übertragen. Guy spricht dabei über die folgenden drei Punkte:

  • Meilensteine
  • Annahmen
  • Tätigkeiten

Meilensteine sind Schritte auf dem Weg zum Ziel – Schritte von großer Wichtigkeit. Es ist kein Meilenstein, einen Schreibtisch für das Büro zu kaufen. Allerdings ist es sehr wohl ein Meilenstein, die erste Lieferung an Produkten auszusenden, das Produkt-Design vervollständigt zu haben oder eine neue Version der Software zu veröffentlichen.

Annahmen müssen über die Unternehmung getroffen werden. Wie viele Tätigkeiten können wir pro Tag durchführen? Wie viele Anrufe können wir entgegen nehmen? Wie lange brauchen wir für die tägliche Aufgabenplanung? Diese Annahmen sind wichtig, um einen Blick dafür zu bekommen, wie der zukünftige Alltag im Unternehmen strukturiert sein wird.

Tätigkeiten schließlich sind die Einzelschritte, die entweder dazu dienen, einen Meilenstein zu erreichen oder eine Annahme zu testen. Beides sind wertvolle Tätigkeiten. Alle anderen Tätigkeiten sollten in ihrer Validität überdacht werden.

6. Finde deine Nische

Guy verspricht uns, in einer Folie die Essenz eines gesamten Master-Studiums in Marketing zu ersparen. Das ist etwas dick aufgetragen, dennoch ist die Folie in ihrem Inhalt von großem Wert. Er stellt folgende 2 x 2 Matrix vor:

Guy Kawasaki Niche Matrix

Guy Kawasaki Niche Matrix


Die Achsen der Matrix sind die Fähigkeit, ein einzigartiges Produkt oder einen einzigartigen Service anzubieten sowie der Wert des Produkts/der Dienstleistung für den Kunden. Daraus ergeben sich vier Positionen:

dotcom beschreibt die Misere vieler internet-basierten Geschäftsmodelle. Der Service ist wenig innovativ und wird von zahlreichen anderen Leuten ebenfalls angeboten. Zusätzlich dazu ist er für den Kunden von geringem Wert. Diese Unternehmungen streiten sich also mit Zähnen und Klauen darum, einen Markt zu dominieren, der wenig lukrativ ist. Keine besonders gute Idee.

Stupid, also dumm, ist derjenige, der zwar einen einzigartigen Service/ein einzigartiges Produkt anbieten kann – dieser allerdings für den Kunden nicht interessant ist. So ist man Marktführer in einer brotlosen Nische. Ebenfalls bestenfalls zeitverschwendend, schlimmstenfalls existenzbedrohend.

Um den Price, den Preis, muss man sich dort streiten, wo der Service/das Produkt zwar von hohem Wert für den Kunden ist, man selbst aber so wenig Innovation bietet, dass man schon den besseren Preis als der Mitbewerber bieten muss, um interessant zu sein. Als Beispiel hierfür fällt mir spontan das Gros der Internet-Shops ein, die Hardware verkaufen. Kein besonders lukratives Geschäft, in dem die Margen immer geringer werden.

Sein Kreuz sollte man dort hin machen, wo man für den Kunden interessant und gleichzeitig einzigartig ist. So bindet man den geneigten Kunden an die eigene Lösung. Das bedarf beiderseits Erfahrung und Kreativität. Mit der ersten Idee werden die meisten Neuunternehmer keinen großen Erfolg feiern – solche Ideen müssen reifen – oder in Form einer Erleuchtung empfangen werden :D

7. Die 10-20-30-Regel

Mit der 10-20-30-Regel zielt Guy vorrangig auf das unvermeidliche Vorsprechen an, das jeder Neu-Unternehmer vor sich hat, wenn er um Startkapital ansucht. Je attraktiver ein Unternehmer seine Idee hier präsentieren kann, desto besser die Chancen, dass er zu guten Konditionen das Kapital erhält, das es benötigt, die Unternehmung zum Laufen zu bringen.

Die 10-20-30-Regel umfasst die Vorschrift nicht mehr als 10 Folien in der Feature-Präsentation zu verwenden, die insgesamt nicht länger als 20 Minuten eines Vortrags einnehmen (und damit Puffer für etwaige Probleme und einen Hagel an Fragen schaffen) und mindestens in Schriftgröße 30 verfasst sind (was den Ersteller dazu zwingt, die Folien nur schlagwortartig zu verwenden).

Ein Algorithmus für die Mathematiker unter uns: Die minimale Schriftgröße deiner Präsentation ist das Alter des ältesten anzunehmenden Anwesenden halbiert. Sollte der Vorstandsvorsitzende also 70 Jahre alt sein, werden die Worte pro Folie rasch knapp ;)

8. Heure infizierte Leute an

Alleine kommt man mit einer Unternehmen meist nicht weit. Deshalb ist es wichtig, die richtigen Leute um sich zu haben, die einen dabei unterstützen, sein Ziel zu erreichen. Hier empfiehlt Guy, sich neben der Arbeitserfahrung und der Ausbildung der Leute vor allem auch anzusehen, wie sie zu dem Produkt stehen, von dem sie ein Teil sein werden. Wenn sie dieses Produkt lieben und es ihnen spürbar ein Anliegen ist, mit an Bord zu sein, dann sind sie mit großer Wahrscheinlichkeit die richtigen Leute, die die Unternehmung weiter bringen werden.

  • Ignoriere das Irrelevante
  • Heuere bessere Leute als dich selbst an
  • Verwende den Einkaufszentrum-Test

Dabei ist es wichtig, das Irrelevante zu ignorieren. Wenn jemand keinen technischen Hintergrund hat, aber sonst mehr als nur überzeugen kann, ist er ein bessere Personalwahl als ein exzellenter Techniker, der nur wegen des Status und der guten Bezahlung anheuert – nicht weil er für die Verbesserung des Produkts Feuer und Flamme ist.

Etwas, das eine gute Führungsperson ausmacht ist weiter, dass sie Leute einstellt, die besser als sie selbst sind. Das muss nicht für alle Aspekte gelten – aber zumindest für einige. Es braucht Mut, diese Entscheidung zu treffen – denn es ist eine Entscheidung, die für das Unternehmen profitabel, für den Einzelnen aber nachteilig sein kann – da Leute, die besser als man selbst sind, möglicherweise in kurzer Zeit den eigenen Stuhl für sich beanspruchen. Gute Leute suchen nach Leuten, die besser als sie selbst sind. Schlechte Leute suchen Leute, die schlechter als sie selbst sind (und sie damit nicht gefährden können). Ein schlechter Mitarbeiter kann zu einer seuchenartigen Ausbreitung schlechter Mitarbeiter in einem Unternehmen führen.

Diese Leute sind menschlich sicher nicht schlecht. Allerdings passen sie durch ihre Charakteristika nicht ins Unternehmen. Das zu vermeiden ist kritisch für den nachhaltigen Erfolg des Unternehmens.

Als letzten Punkt führt Guy den Einkaufszentrum-Test an. Dieser Test ist so simpel, wie er genial ist. In der Essenz funktioniert der Test so, dass man nur Leute einstellt, von denen man auch in einem Einkaufszentrum – wo man sie von weitem betrachtet – den Eindruck hat, dass diese Person etwas Besonderes an sich hat und man sie gerne kennen lernen würde. Fällt eine Person durch den Einkaufszentrum-Test, ist sie kein interessanter Kandidat. Das ist fachlich gesehen vielleicht keine probate Unterstützung der Entscheidungsfindung, menschlich aber umso wichtiger. Man wird mit diesen Menschen ab nun möglicherweise jeden Tag zu tun haben – da findet man sie besser menschlich interessant.

9. Barrierefreiheit in der Produktannahme

Was kryptisch klingt ist in seiner Essenz simpel: Mach’ dein Produkt so, dass es möglichst einfach ist, es lieb zu gewinnen.

  • Einebung der Lernkurve
  • Erwarte nicht, was du nicht auch tun würdest
  • Umhege deine Evangelisten

Ein Weg, dies zu erreichen ist die Einebnung der Lernkurve. Optimal ist es, wenn das Produkt eingesteckt wird und sofort funktioniert und sich in seiner Benutzerführung selbst erklärt. Diese Produkte haben es selten schwer vom Benutzer ins Herz geschlossen zu werden – vor allem dann, wenn er es vollkommen anders gewohnt ist.

Weiter ist es eine schlechte Idee, etwas von Leuten zu erwarten, das man selbst nicht tun würde. Hier kommen fast schon biblische Gedankenzüge zum Einsatz: “Was du nicht willst, was man dir tut, das füg’ auch keinem anderen zu.” Indem ein Produkt so gestaltet ist, dass man es selbst gerne verwendet, ist ein Grundstein gesetzt. Dennoch: Hier muss in Betracht gezogen werden, welche Zielgruppe man selbst darstellt. Gerade Techniker gestalten Produkte gerne so, dass sie für andere Techniker vielleicht interessant, für die restlichen 99% der Leute aber unverständlich kryptisch sind. Klassischer Fall von: Knapp vorbei ist auch daneben ;) Hier greift wieder Regel #1: Die Lernkurve einebnen, wo es nur geht und Sinn macht.

Es bleibt weiter biblisch. Der letzte Punkt regt dazu an, seine Evangelisten zu umhegen. Evangelisten sind jene, die die frohe Botschaft bringen. Das gilt nicht nur im religiösen Kontext sondern auch in jedem Unternehmen – die wertvollsten Leute in deinem Unternehmen sind womöglich jene, die dafür sorgen, dass die Leute auf dein Produkt aufmerksam werden und es zu lieben lernen. Drogen zu dealen ist illegal. Produkt-Evangelismus ist sein legales Gegenstück ;)

10. Säe den Regen…

In diesem Abschnitt wird Guy mit dem Titel des Kapitels annähernd poetisch. Die Wolken auszusäen ist seine Nachricht an den Zuseher – die Wolken, die den wohltuenden Geldregen folgen lassen sollen. Wie das geschehen soll?

  • Lass’ hundert Blumen erblühen
  • Ermögliche Testfahrten
  • Finde die Einflussfaktoren

Hundert Blumen erblühen zu lassen bedeutet für den Unternehmer, die tatsächliche Reichweite seines Produktes in Betracht zu ziehen. Oft nehmen Kunden das Produkt an, die weit entfernt vom anfänglichen Zielmarkt sind. Das ist keineswegs ein schlechtes Zeichen – es ist nur ein Zeichen dafür, dass man selbst nicht weit genug sehen konnte um die tatsächlichen Qualitäten des eigenen Produkts für gewisse Käuferschichten zu erkennen. Lass’ dich immer wieder von deinen Kunden überraschen – und nimm’ das Geld an, wenn die Kunden kaufen wollen ;)

Testfahrten gibt es nicht nur bei Autos – sondern bei Produkten aller Art. Es schafft großes Vertrauen in den Hersteller, wenn der Kunde die Fähigkeit bekommt, das Produkt in seinem vollen Umfang auszutesten – man gibt ihm das Gefühl, er sei es uns mehr als wert, dass wir ihm unser gesamtes Produkt in die Hände geben und ihm vertrauen, seinen Wert zu erkennen und beurteilen.

Die Einflussfaktoren finden schließlich ist eine der Kernqualitäten eines Verkäufers. Es ist meist nicht so wichtig, die Chefs davon zu überzeugen, das Produkt unbedingt zu erwerben. Wenn man es den Leuten schmackhaft macht, die die Arbeit damit tagtäglich erledigen müssen kommt der Druck von unten, das Produkt in der Firma einzuführen – eine Win-Win-Situation für die Mitarbeiter, die eine Lösung zur Verfügung gestellt bekommen, die ihnen zusagt und für den Unternehmer natürlich ein weiterer zufriedener Kunde.

11. Lass’ dich von den Idioten nicht runterziehen!

Abschließend bestärkt uns Guy mit seiner Empfehlung, uns nicht von den Leuten runterziehen zu lassen, die es selbst nicht schaffen oder meinen, es ist unmöglich. Frei nach dem Spruch Jene, die etwas für unmöglich halten sollen jene nicht aufhalten, die es tun..

Es gibt laut Guy zwei Arten von Idioten, die verschiedene Gefährlichkeit ausüben. Die erste Art von Idioten hat ganz offensichtlich nichts erreicht und strahlt den Misserfolg genauso aus wie die Missgunst, anderen ebenfalls Erfolg zu gönnen. Die Unkenrufe dieser Leute zu ignorieren ist nicht weiter schwer. Schwerer wird es, wenn man es mit einem Idioten zweiter Art zu tun hat. Diese Leute haben gewöhnlich etwas erreicht und geben einem das Gefühl, dass sie wissen, wovon sie sprechen, wenn sie einem die Ideen madig machen. Dennoch – Guy bringt genügend Beispiele, dass diese Leute genauso wenig Ahnung haben können wie jeder andere Mensch.

Es ist von zentraler Wichtigkeit zu sich und seinem Weg zu stehen – sonst kann er nicht gegangen werden. Nicht vergessen: Erfolgreiche Konzepte polarisieren immer!.

[---]

Nachdem er praktisch von der Bühne gezerrt werden musste, endet Guys Vortrag an dieser Stelle ;)

Ich hoffe, dass ihr euch etwas daraus mitnehmen könnt. Gebt dieses Stück Unternehmergeist bitte an alle Leute weiter, von denen ihr denkt, ihnen könnte es zugute kommen. Danke!

Viel Erfolg all jenen, die sich jetzt der Herausforderung eines Unternehmens widmen wollen :)

Links

Thema: Persönlichkeitsentwicklung | Kommentare (2) | Autor: Simon Voggeneder

Musik: Das Beste 2008

Donnerstag, 4. März 2010 20:44

Nachdem ich viel Freude an der Erstellung eines Artikels hatte, der auf das musikalische Jahr 2009 zurück blickte, setze ich diese Serie fort und blicke nun noch ein Jahr weiter zurück. Ungemein, welche Erinnerungen im Einklang damit wieder hoch kommen und welche Juwelen man wieder entdeckt, die man annähernd vergessen hatte. Zwei Jahre sind viel Zeit, wenn man zurück blickt. Doch Musik hat den Vorteil, ewig zu währen. Das macht ihre Magie aus.

2008 ist wie 2009 für mich ein Jahr gewesen, in dem ich kein wirkliches Über-Album ausmachen konnte – trotz zahlreicher sehr guter Veröffentlichungen. 2008 waren neue Alben von Größen wie Ayreon und Opeth angekündigt, die in Vergangenheit mit großen Meisterwerken von sich hören machten – dieses Jahr blieben alle etwas hinter meinen Erwartungen zurück.

Nichtsdestotrotz: Kommen wir zu den Highlights des Jahres.

Ayreon – 01011001

Ayreon - 01011001 Cover

Ayreon - 01011001

Vier Jahre nach Arjen Anthony Lucassen‘s letztem Großwerk The Human Equation, in dem er mit einem gewaltigen Star-Aufgebot die 20-tägige Geschichte eines komatösen Patienten erzählte geht der Mastermind von Ayreon in seiner Album-Geschichte wieder einen Schritt zurück und behandelt die Geschichte der imaginären Rasse der Forever, die auf ihrem Planeten Y zu ewigem Leben gediehen sind – auf Kosten ihrer Emotionen – und schließlich eine Expedition auf die Erde wagen um dort einen Neuanfang zu wagen.

Die Storyline ist aufwändig inszeniert – wieder bietet Arjen zahlreiche Stars der Musik-Szene auf, die seinem Ruf nach einem neuen Album folgen. Die Stimmung der Songs ist großartig und teilweise wird an die Großtaten früherer Alben angeknüpft – allerdings gibt es auch spürbare Ausfälle auf diesem Album. Deshalb kann Arjen hier ‘nur’ ein sehr gutes Album vorweisen und kein Meisterwerk.

Anspieltipps: Beneath the Waves, Unnatural Selection, E=MC², The Fifth Extinction, The Sixth Extinction

This Misery Garden – Another Great Day On Earth

This Misery Garden - Another Great Day On Earth Cover

This Misery Garden - Another Great Day On Earth

Honorary Mention für dieses junge Schweizer Gothic-Projekt. Ich habe diese CD gewählt, weil sie trotz des extrem grauen Grundthemas auch im Hochsommer überzeugen konnte (ich kann mich daran erinnern, mich um das Heu auf den Wiesen auf dem Hof meiner Eltern gekümmert und diese CD endlos gehört zu haben). Die Harmonie der einzelnen Lieder ist sehr satt und über die gesamte Spieldauer getragen – was auch kleinere Schnitzer verzeiht. Der Sänger der Gruppe weiß mich besonders zu überzeugen – seine Stimme gibt dem gesamten Paket einen unverwechselbaren Touch.

Anspieltipps: Vermilion River, Instant Recoil, Pantomimes, Rejection Song

Demians – Building an Empire

Demians - Building an Empire Cover

Demians - Building an Empire

Wie schlecht kann eine CD sein, wenn sie von Steven Wilson, Mastermind der Genregröße Porcupine Tree als “… das beste, was ich seit langer Zeit gehört habe.” bezeichnet wird? Nicht besonders schlecht, wie ich meine.

Ich würde es zwar nicht so drastisch ausdrücken wie unser englischer Musikexperte (man muss einmal seine Kompetenz im Quiz erlebt haben!), allerdings hat der französische Multiinstrumentalist Nicolas Chapel mit seinem Erstling Building an Empire ganze Arbeit geleistet und kratzt bisweilen an der Grenze der absoluten Genialität – ein grenzgeniales Album also.

In meinen Augen enthält dieses Album mit Sapphire einen der absolut Tracks des Jahres, aber auch der Spannungsaufbau in Sand ist ein gewaltiger akustischer Eindruck. Reinhören!

Anspieltipps: Sapphire, Empire, Sand, Earth

Frost* – Experiments in Mass Appeal

Frost* - Experiments in Mass Appeal Cover

Frost* - Experiments in Mass Appeal

Jem Godfrey ist der Mann, der aus dem Abseits kam und die Prog-Welt von hinten aufrollen wollte. Großspurig erzählte der Produzent von Tracks wie Atomic Kittens “Whole Again” davon, wie sich die scheinbar progressive Musik immer nur im Kreis drehen würde und nicht voran käme. Auf seinem Erstlingswerk Milliontown hat Jem seinen ersten Versuch gefeiert, dieses Ziel zu erreichen und legt dieses Jahr mit Experiments in Mass Appeal noch ein Scherflein nach.

Dem Anspruch an sich selbst, nicht auf dem selben Fleck stehen zu bleiben, folgend hat Jem wirklich eine Evolution seines eigenen Sounds geschaffen und die flächigen Keyboards, die Milliontown dominiert haben stark zurückgeschnitten – sodass das neue Album lyrischer und gitarrenlastiger daher kommt. Das schlägt sich auch in der für Prog-Verhältnisse knackigen Kürze der meisten der neuen Songs nieder, die einen sehr kompakten Eindruck hinterlassen – wie man es von einem gekonnten Pop-Produzenten gewohnt ist. Ich bin geneigt zu sagen, dass in Toys keine einzige Note und Sekunde deplatziert oder zu viel ist – das gelingt den wenigsten Bands.

Fazit? Das Album ist als Ganzes in seinem Sound spürbar generisch und austauschbar, dafür ist die Qualität der Songs extrem hoch. Jem hat hier eines der Kleinode des Jahres gezaubert – mit seinem ganzen Herzblut, wie man auf den zahlreichen YouTube-Clips, die dem Album vorangegangen sind gut erkennen kann.

Anspieltipps: Welcome to Nowhere, Dear Dead Days, Falling Down, Toys

Serenity – Fallen Sanctuary

Serenity - Fallen Sanctuary Cover

Serenity - Fallen Sanctuary

Serenity ist im Jahr 2008 dafür zu danken, daran erinnert zu werden, dass es weiterhin großartige Musik aus Österreich gibt. Die vier Tiroler liefern nämlich in diesem Jahr einen Kracher ab, der sich in seinem Genre anschickt, die Krone zu erobern. Die extrem eingängigen Melodien und Soli aller (!) Tracks dieses Album der Spitzenklasse setzen Serenity im (Symphonic) Progressive Power Metal in diesem Jahr weit von der Konkurrenz ab und machen Genre-Primus Kamelot durchaus Konkurrenz.

Die Musik macht einfach Spaß, Stimmung und das Gesamtbild sind ausgezeichnet.

Anspieltipps: All Lights Reserved, Sheltered (By the Obscure), Derelict, The Heartblood Symphony, Velatum

Pendragon – Pure

Pendragon - Pure Cover

Pendragon - Pure

Wer dachte, Neo-Prog sei ein veraltetes Genre, das sich selbst immer nur im Kreis dreht, der wird 2008 von Pendragon durch die Veröffentlichung von Pure eines Besseren belehrt. Erstaunlich farbenfroh und frisch kommt die Musik daher und weiß in allen Facetten zu überzeugen. Die alten Herren aus England haben hier einen kaum zu erwartenden Joker gezogen und zeigen sich frisch wie am ersten Tag. Diese Veröffentlichung ist tatsächlich progressiver als das, was in vielen anderen Genres die letzten Jahre gezeigt wurde. Ein mutiger Schritt, der nur ein Fazit zulässt: Dafür gibt es von mir fünf Daumen nach oben!

Anspieltipps: Indigo, Comatose II: Space Cadet, The Freak Show

It Bites – The Tall Ships

It Bites - The Tall Ships Cover

It Bites - The Tall Ships

Mit It Bites darf 2008 ein weiterer bereits älterer Act seine Rückkehr bekannt geben. Die Engländer, die in den späten 80ern in der britischen Untergrund-Rock-Szene höchst erfolgreich waren, geben damit ihren Einstand im 21sten Jahrhundert unter der Leitung von John Mitchell, der auch im bereits genannten Projekt Frost* mitspielt und damit als einziger mitwirkender Musiker in dieser Liste zwei Einträge für sich behaupten kann.

Die Gemeinsamkeiten von It Bites anno 2008 mit Projekten wie Frost* sind durch die personellen Parallelen nicht von der Hand zu weisen – nehmen der Sache aber die Qualität und Originalität keineswegs weg. Die Eingängigkeit der Tracks ist einzigartig – und macht nach kurzer Zeit abhängig. Die wunderschönen Hymnen auf dieser stimmungsvoll gestalteten CD gehören für mich auf jeden Fall zu den Highlights des Jahres. Ich empfehle die Musik vor allem für Autofahrten.

Anspieltipps: Oh My God, Memory of Water, The Wind that Shakes the Barley, Fahrenheit, Lights, This is England

Flowing Tears – Thy Kingdom Gone

Flowing Tears - Thy Kingdom Gone Cover

Flowing Tears - Thy Kingdom Gone

Die deutschen Flowing Tears bieten mit Thy Kingdom Gone dieses Jahr die metallisch-kalte sowie phasenweise farbige Alternative zum tiefgrauen Album der bereits besprochenen This Misery Garden an.

Bei den Deutschen handelt es sich im Gegensatz zu den Schweizern allerdings keineswegs um Neueinsteiger – die Gruppe ist bereits seit 1994 im Geschäft. 2008 schaffen sie erneut einen großen Wurf und versetzen den Hörer in schwermütige Tiefen der Verzweiflung und des leidenschaftlichen Kampfes dagegen. Die charismatische Stimme der Frontfrau Helen Vogt verleihen der Musik eine ganz besondere Qualität – für eine Frau singt Helen sehr tief und erzeugt damit ein Volumen, das vielen Frauenstimmen fehlt.

Ein wunderbares Herbstalbum, das ich persönlich stilistisch besonders gerne mit den grauen Eminenzen Paradise Lost vergleiche.

Anspieltipps: Pain has Taken Over, Rain of a thousand Years, Words before you leave, Kismet, Souls of the Neon Reign

Cynic – Traced in Air

Cynic - Traced in Air Cover

Cynic - Traced in Air

Cynic haben sich für ihr zweites Album Traced in Air ordentlich Zeit gelassen – 15 Jahre sind seit ihrem Erstlingswerk Focus vergangen.

Zu diesem Album stehe ich gespalten. Auf der einen Seite ist es überwältigend und genial in seiner musikalischen Darbietung sowie Stimmung, auf der anderen Seite wirkt es fast schon zu bemüht, genial zu sein, um noch authentisch zu wirken. Am Ende des Tages dominiert allerdings der Eindruck der Genialität. Cynic haben sich mit diesem Album selbst ein Denkmal gesetzt und gehören wohl zu den wenigen Bands, denen man es nicht zum Vorwurf machen kann, nach 15 Jahren nicht einmal 33 Minuten Musik geschaffen zu haben. Hier geht Qualität ganz klar vor Quantität. Eine runde Sache, darf zurecht behauptet werden.

Auf dass es nicht wieder 15 Jahre dauern wird, bis Cynic ein Album veröffentlichen. Für das Album-Cover bekommen die Jungs übrigens den Award für das beste Album des Jahres praktisch geschenkt: Ich habe eine Affinität für ätherisch anmutende Figuren.

Anspieltipps: Bei einem derart kurzen Album bitte alles hören.

Unheilig – Puppenspiel

Unheilig - Puppenspiel Cover

Unheilig - Puppenspiel

Unheilig haben es nur dadurch auf die Liste geschafft, dass ich sie erst jetzt schreibe – denn ich bin erst vor einigen Monaten auf die Band des Grafen aufmerksam geworden. Während mich die früheren Veröffentlichungen der Band durch Songs, deren Qualität spürbar abgefallen ist noch enttäuscht haben, habe ich 2008 den Eindruck, dass der Graf die Qualitäten seiner Musik bündeln konnte und mit Puppenspiel ein astreines Spitzenalbum hinlegt.

Die wohldosierte Mischung aus harten Gitarren und technoider Elektronik schafft einen Klangteppich, der über jeden Zweifel erhaben ist. Die Songs sind druckvoll musiziert, die Vokalisierung rangiert von gefühlvoll-sanft bis hitzig-treibend – der Graf deckt hier alle Nuancen des Spektrums ab. Vor allem aber die Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit, die hinter der Musik steckt verleihen ihr die Kraft, in die Herzen des Hörers einzudringen. Vom ersten Durchlauf des Albums zum beherzten Mitsingen der Texte, die genauso gut ins Ohr wie ins Herz und Hirn gehen, ist es meist nicht weit.

Unbedingte Hörempfehlung!

Anspieltipps: Vorhang auf/Puppenspiel, Dein Clown, An deiner Seite, Lampenfieber

The Pineapple Thief – Tightly Unwound

The Pineapple Thief - Tightly Unwound Cover

The Pineapple Thief - Tightly Unwound

Auch 2008 darf natürlich das jährliche Wohlfühlalbum nicht fehlen. Trotz phasenweise rockig-sperriger Elemente produzieren The Pineapple Thief vornehmlich Musik, die das klangliche Äquivalent zu weicher Butter darstellt – wunderbar weich und sanft. Die Klangteppiche der Gruppe können sich dem Vergleich mit Porcupine Tree nicht entziehen – die Musik beider Gruppen besitzt erstaunlich viele Parallelen – wie auch Eigenständigkeiten.

Unabhängig davon ist Tightly Unwound musikalisch über praktisch jede Kritik erhaben – abgesehen von dem Vorwurf, sich selbst zu wiederholen, den sich die Gruppe durchaus gefallen lassen muss. Die Melodien machen abhängig, die Tiefe der Songs lädt dazu ein, sich tief darin fallen zu lassen und die erzeugte Stimmung ist großartig. Wer es also gerne etwas sanfter hat, der greife hier zu.

Die Musik darf gerne den Hintergrund ausfüllen, ohne die Qualitäten vordergründiger Musik zu verlieren. Auf längeren Radtouren war mir diese CD oftmals ein treuer Begleiter, der gerne zur Verwendung kam.

Anspieltipps: Shoot First, Tightly Wound, Different World

Dark Suns – Grave Human Genuine

Dark Suns - Grave Human Genuine Cover

Dark Suns - Grave Human Genuine

Zum Abschluss ein Wackelkandidat. Dark Suns haben Anfang 2008 mit Grave Human Genuine ein Album aufgenommen, das einige großartige Momente mit Momenten der Mittelmäßigkeit verbindet. Allerdings strahlen die großartigen Momente so hell in ihrer inhärenten Dunkelheit, dass ich das Album nicht mit gutem Gewissen unerwähnt lassen kann.

Die Stimme des Vocalisten Niko Knappe hat eine ganz spezielle Note, die der Musik eine Fragilität verleiht, die ich selten zuvor zu hören bekommen habe und mich in einigen Momenten des Albums auf eine Weise verzaubert, wie es nur ein absolutes Meisterwerk vermag. Deshalb kann ich das Album schließlich doch ohne Bauchweh als eines meiner persönlichen Highlights 2008 anführen.

Anspieltipps: Flies in Amber, Free of You, Papillon

Thema: Rezensionen | Kommentare (0) | Autor: Simon Voggeneder

Guy Kawasaki über Menschlichkeit

Dienstag, 2. März 2010 21:04

Umarme die Menschlichkeit wie auch Bäume ihre Äste um sich schlingen.

Umarme die Menschlichkeit wie auch Bäume ihre Äste um sich schlingen.


In diesem Blog-Posting fasst der Entrepreneur und Vordenker Guy Kawasaki seine Erfahrungen mit Bruna Martinuzzis Buch The Leader as a Mensch: Become the Kind of Person Others Want to Follow. Mich berührt die Menschlichkeit, die aus den dort präsentierten zwölf Punkten hervor quillt.

  1. Gib Menschen mehr als nur Dinge zum Geschenk
  2. Sieh’ das Talent in jedem Menschen
  3. Teile wertvolle Ideen und Information mit anderen
  4. Erlaube es dir, ein Anfänger zu sein
  5. Erzähle Menschen nicht, was sie nicht tun können
  6. Minimiere dein Bedürfnis nach Raum
  7. Werde zu einem Beziehungsexperten
  8. Sei glücklich mit anderen
  9. Hege keine Bitterkeit über Vergangenes
  10. Schenke andere Menschen Hoffnung
  11. Gib anderen Menschen ein gutes Gefühl
  12. Betrachte vergangene Versprechungen wie Schulden

1. Gib Menschen mehr als nur Dinge zum Geschenk

Viel wertvoller als jeder Gegenstand sind Handlungen wie Verzeihen, Vertrauen und Wertschätzung. Sie leben in diesem Menschen unter Umständen ein Leben lang weiter und geben ihm Kraft und Zuversicht, die kein lebloses Ding zu geben vermag.

2. Sieh’ das Talent in jedem Menschen

Es ist eine machtvolle Fähigkeit, einen Menschen gut genug kennen zu lernen um zu entdecken, welche Talente er besitzt. Jeder Mensch besitzt eine sensible Seite, wenn man ihn auf seine Talente anspricht – dort ist der Mensch besonders verletzlich gegenüber Kritik und besonders empfänglich für Lob. Es ist der Treibstoff für das Erreichen seiner Träume, einen Mensch in seinen Talenten zu bestätigen.

3. Teile wertvolle Ideen und Information mit anderen

Werde zu einem Menschen, der zu geben vermag aber sei selektiv in dem, was du weiter gibst. Handle als lebender Filter, der Unnützes von sich weist und die schönen Dinge und großen Ideen unter Seinesgleichen verteilt. Bereichere andere mit dem, was du ihnen mitteilen kannst.

4. Erlaube es dir, ein Anfänger zu sein

Handle nicht im Denken “Alles schon gehört, nicht mehr interessant.” sondern öffne dich für dein Gegenüber und zeige ehrliches Interesse an dem, was es dir zu berichten hat. Jeder Mensch teilt sich gerne mit und wird gehört, wenn sein Gegenüber ihm zeigt, dass seine Information auch ankommt. Aus dieser Situation können beide nur gewinnen – denn du kannst von jedem Menschen etwas lernen – und wenn es nur eine Anleitung dafür ist, wie die Dinge nicht zu machen sind.

5. Erzähle Menschen nicht, was sie nicht tun können

Verbringe lieber mehr Zeit damit, Menschen in dem zu bestärken, was sie zu tun vermögen. Es geschieht viel zu oft, dass ein großes Talent verhindert wird, da ihm sein Umfeld zu verstehen gibt, dass er oder sie etwas nicht zu tun vermögen. Ermögliche Großartiges, verhindere es nicht.

6. Minimiere dein Bedürfnis nach Raum

Guy schreibt in seinem Resumée vom Beispiel, in einem Coffeeshop nicht mehr als einen Platz einzunehmen, da mehr Platz zu verbrauchen, als nötig als Diebstahl zu betrachten ist. Ich selbst sehe in diesem Gebot mehr die Empfehlung, sich selbst zurück zu nehmen und damit den anderen Menschen in deiner mehr Raum für ihre Entfaltung zu geben. Auch wenn dies auf den ersten Blick wirkt, als müsse man sich damit selbst einschränken, ist die tatsächliche Erfahrung befreiend und bereichernd. Es erfüllt dich mit Glückseligkeit, das Wunder der Entfaltung anderer zu betrachten – während du dir selbst die Brücke baust, dich in ihrem Licht ebenfalls zu entfalten.

7. Werde zu einem Beziehungsexperten

Beginne den Unterschied zwischen einer Diskussion und einem Gespräch zu verstehen. Während eine Diskussion einen Sieger und einen Verlierer hinterlässt und sich auf Fakten beruft, ist ein echtes Gespräch eine Erkundungsreise in die Seele deines Gegenüber. Bringe in Erfahrung, wie viel bereichernder ein Gespräch als eine Diskussion sein kann. Beginne ein Experte darin zu werden, deinem Gegenüber in Diskussionen deinen Standpunkt auf eine Weise näher zu bringen, die ihm erlaubt, ihn selbst zu erkunden. Schon Dale Carnegie wusste in Wie man Freunde gewinnt darüber bescheid, dass Menschen nicht zu überzeugen sind – sie überzeugen sich stets selbst.

8. Sei glücklich mit anderen

Guy schreibt über das jüdische Wort Farginen, das in seiner Bedeutung das genaue Gegenteil von Neid ist – wie auch dieses Video beschreibt. Es ist eine Meisterleistung, sich mit anderen freuen zu können, ohne dabei Hintergedanken zu hegen. Es ist ein Akt der puren Liebe an seinen Mitmenschen, sich von ganzem Herzen mit ihnen zu freuen – und erfordert auf dem Weg dahin eine große Menge an Selbst-Disziplin. Farginen ist ein Zustand von Ekstase und Befreiung.

9. Hege keine Bitterkeit über Vergangenes

Übe dich im Verzeihen und lass Vergangenes vergangen sein. Negative Gedanken über das gestern sind ein wie ein schwerer Rucksack voller Steine. Sie beschweren deinen Weg durch das Leben und nutzen dir zu nichts – außer um andere potentiell damit zu verletzen. Lass’ diese Gefühle los und setze Freude an ihre Stelle.

10. Schenke andere Menschen Hoffnung

Es gibt bereits genug Menschen, die traurig sind und in vielen Belangen keine Hoffnung mehr haben. Nimm’ dir Zeit und stärke sie mit Worten und Taten – und gib ihnen den Mut, sich selbst wieder aufzurichten, für ein neues Ziel zu leben und das Leben in einem anderen Licht zu sehen.

11. Gib anderen Menschen ein gutes Gefühl

Zeige anderen Menschen, dass sie wundervolle Wesen sind. In jedem Menschen steckt ein leuchtender Kern, der sich nur versteckt und entdeckt werden möchte. Indem du Menschen das Gefühl gibst, sie sind besser, als sie bisher dachten, gibst du ihnen die Kraft, sich aus ihrem Inneren zu nähren.

12. Betrachte vergangene Versprechungen wie Schulden

Das Vertrauen anderer Menschen ist eine sehr zerbrechliche Angelegenheit – einmal aus der Hand gerutscht, zerbricht es leicht und ist schwer wieder zu kitten. Achte auf deine Versprechungen und gib sie nur ab, wenn du wirklich dahinter stehst, ihnen auch Folge zu leisten. Bei jenen, die du bereits gegeben hast: Bemühe dich, zu deinem Wort zu stehen.

[---]

Der hier gegebene Rat wirkt stellenweise esoterisch, weil er sich auf die Idealzustände bezieht, die es zu erreichen gilt. So wird es für den Einzelnen möglicherweise ein großes Problem darstellen, sich nicht weiter zu grämen und allem Absolution zu erteilen. Solche Ziele sind in Etappen aufgeteilt meist realistischer und leichter zu erreichen. Jeden Tag eine kleine Schuld aus früheren Tagen vergeben und sich dabei schrittweise steigern bringt mehr, als sich vergeblich an Großem zu versuchen und ständig zu scheitern.

Hier gilt der Leitspruch KAIZENverbessere dich jeden Tag. Und sei es nur um ein klitzekleines Scherflein. Jedes Scherflein Menschlichkeit tut dir und deiner Umwelt ungemein gut.

Genieße das Leben :)

Thema: Persönlichkeitsentwicklung | Kommentare (1) | Autor: Simon Voggeneder