Beiträge vom April, 2010

Produktinnovation versus Produktqualität

Freitag, 23. April 2010 8:19

Qualitätssiegel

In diesem Topic im größten IT-bezogenen Forum Österreichs, overclockers.at wurde vor kurzem über das Thema Produktinnovation versus Produktqualität diskutiert.

Bemängelt wird die schlechte Qualität und das meist nicht besonders intelligente Design vieler Produkte, die zwar hübsch anzusehen sind und viele Features bieten, aber nichts so richtig können. Ich habe die selbe Erfahrung leider ebenfalls in vielen, vielen Fällen machen können bzw. müssen. Klapprige Geräte, unausgereifte Funktionen, haptische Katastrophen in der Bedienung und andere Fehlentscheidungen im Produktdesign, die man als Kunde einfach nicht nachvollziehen kann.

Oft ist dies ein Nebeneffekt des sukzessiven Preisverfalls vieler Produkte, gerade im Elektronik-Bereich. Durch diesen Preisverfall lohnt es sich nicht mehr, gute Qualität zu verbauen, da die Kunden aktuell eher auf den Preis als auf die Qualität schauen. Die rasche Entwicklung der Technologie tut ihr Übriges dazu – es lohnt auch aus dem Aspekt des technologischen Fortschritts heraus nicht, ein hochqualitatives Produkt zu entwickeln – wenn es nach wenigen Jahren bereits hoffnungslos überaltert ist (siehe Notebooks).

Dennoch: Ich stehe dazu, dass viele Produkte, die einer design-bedingten Beschränkung ihrer Funktionen unterliegen gerade durch diese Simplifizierung oft die bessere Qualität liefern können. Diese Produkte können wenig – dafür machen sie das, wofür sie gebaut wurden auch besser als ihre Konkurrenten.

Ich möchte deshalb einige Produkte aufzählen, die mich im Laufe der letzten Jahre wirklich überzeugen konnten:

  • IBM ThinkPads: Die legendären Notebooks aus dem Hause IBM sind von heute unerreichter Verarbeitungsqualität und Robustheit. Schlicht, schwarz, unzerstörbar. Intelligent auch die Tastatur-Drainage: ThinkPads sterben an etwas Kaffee oder Wasser nicht einfach.
  • Apple iPod Nano 2G: Der MP3-Player im Aluminiumkörper hat mir über Jahre treue Dienste geleistet. Er ist leicht, klein und der Akku ist ausdauernd. Er kann alles, was ich gerne möchte. Und hat mich nie enttäuscht – auch durch seine Robustheit.
  • GymBoss Interval Timer: Die Plastikbox beherrscht nicht viel mehr außer zu piepsen und/oder zu vibrieren – und das, um Intervalle zu signalisieren. Sie ist robust, kann jedes Training durchleben und verbraucht die eine AAA-Batterie kaum, die er benötigt.
  • Microsoft Optical Mouse: Extrem simpel und gut so. Die optische Maus war bei mir zu Hause kaum tot zu bekommen und funktioniert nach Jahren noch wie am ersten Tag. So soll das sein.
  • Eastpak Rucksack: Rucksäcke müssen bei mir viel aushalten – sie sind jeden Tag im Einsatz. Meinen Eastpak besitze ich bald 10 Jahre und er hat immer noch nicht w.o. gegeben. Der Reißverschluss ist bereits an seinen Grenzen, das allerdings ist unvermeidliche Verschleißerscheinung, auf die ich auch Ersatzanspruch habe. 30 Jahre Garantie zahlen sich aus!

Gute Produkte zu wählen und ihnen zu vertrauen ist auch im Sinne der Ressourcenschonung. Gestern war internationaler Earth Day – Google hat durch ein eigenes Logo darauf aufmerksam gemacht. Richtig ins Bewusstsein gerufen wurde er mir allerdings durch ein Posting von Ariana Röthlisberger, die sich auf ihrem wunderbaren Blog artarra.com damit auseinander gesetzt hat. Wer sich für Produkte von hoher Qualität entscheidet, tut das Seine zur Nachhaltigkeit seines Konsumverhaltens.

Last, but not least ist die Entscheidung für ein Produkt von hoher Qualität auch damit verbunden, selbst mehr Freude daran zu haben. Jeder hat die Entscheidung selbst in der Hand: Will man 1.000 Euro für ein Produkt ausgeben, das seinen Zweck nur halb erfüllt und bald ersetzt werden wird oder investiert man 2.000 Euro in Produkt, an dem man viele Jahre seine Freude haben wird. Meist lohnt sich eine höhere Investition auf lange Sicht. Wieder etwas gespart – dir selbst und der Erde genauso :)

Mit welchen Produkten habt ihr gute Erfahrungen gemacht? Von welchen ratet ihr ab?

Update, 27.04.2010

Mein Freund Thomas Hirmer hat mich auf Facebook darauf aufmerksam gemacht, dass der Preis nicht immer mit der Qualität korreliert. Damit hat er vollkommen recht – und auch ich kenne diese Erfahrung. Während es eine gute Idee ist, für ein gutes Produkt etwas mehr Geld auszugeben, ist es eine schlechte Idee, für ein Produkt zu viel Geld auszugeben – und dann nicht die Qualität geboten zu bekommen, die man sich erwartet hat. Auch können Produkte, deren Marke eigentlich für gute Qualität stehen von minderer Qualität sein.

Es gibt viele Beispiele von wunderbaren Produkten zu günstigen Preisen – daran ist nichts verkehrt. Hier zuzuschlagen ist eine gute Idee :)

Thema: Leben und Alltag | Kommentare (0) | Autor: Simon Voggeneder

The Warrior Diet: Rezension

Mittwoch, 21. April 2010 12:08

Spartan Warriors Fighting

Essen wie die Spartaner


Ein Thema, mit dem ich mich auf meinem bereits älteren sport-orientierten Blog CrassFit.com beschäftigt habe sind meine Erfahrungen mit der Ernährungsform der Warrior Diet von Ori Hofmekler.

Warrior Diet Review

Der Artikel liegt mittlerweile wieder über ein halbes Jahr zurück. Durch meine veränderte familiäre Situation haben sich einige Dinge verändert, die in diesem Artikel noch beschrieben werden.

  • Die Nährstoffverteilung meiner Ernährung ist wieder mehr in Richtung Kohlenhydrate geschwenkt, allerdings weiter reich an Fetten
  • Salate haben einen Weg in meine Ernährung gefunden. Ich esse gerne einen Salat zum Abendessen und mache gute Erfahrungen damit, ihn schon davor zu essen
  • An Wochenenden mache ich üblicherweise Pause von der Warrior Diet und esse zwei größere Mahlzeiten (Mittagessen und Abendessen). Je nach Umfang des Mittagessens macht diese Änderung allerdings keine positiven Veränderungen aus

Abseits dieser Veränderungen kann ich meinen Erfahrungen aus dem Artikel immer noch beipflichten. Im Leben als Student oder Angestellter, der viel Zeit im Sitzen verbringt, hilft es gewaltig, die Vorteile einer Fastenphase zu genießen. Weiter genieße ich es, mir wenig bis keine Gedanken darüber machen zu müssen, was ich als nächstes esse und wo ich es bekomme. Meine Nahrungsmittel finde ich zu Hause, wo ich mir in aller Ruhe mein Mahl genehmigen kann – und ich habe keine Probleme, bis dahin ohne Essen auszukommen.

Es ist allerdings von größter Wichtigkeit, die Dinge nicht in ein Extrem zu ziehen. Wenn man sich müde fühlt, sollte man entweder ein Nickerchen machen oder etwas zu sich nehmen – abhängig davon, ob man unausgeschlafen oder vor Hunger geschwächt ist.

Viel Spaß beim Ausprobieren! Ich freue mich auf eure Erfahrungsberichte, solltet ihr die Ernährungsform ausprobieren. :)

Thema: Ernährung | Kommentare (2) | Autor: Simon Voggeneder

Marshall Goldsmith – “What got you here won’t get you there”

Samstag, 3. April 2010 16:12

Die Rede des US-amerikanischen Unternehmensberaters und Lehrers Marshall Goldsmith bei Leading@Google ist ein weiteres Kleinod, dass ich im Reden-Thread des Fighter-Fitness-Forum gefunden habe.

Die Qualität des Inhalts dieser Rede liegt in ihrer problemlosen Anwendbarkeit im Alltag. Marshall gibt seine Erfahrungen zum Besten, die uns helfen können, zu einem angenehmeren Zeitgenossen zu werden. Das ist viel wert – nicht umsonst betonen Psychologen immer wieder, dass für ein als positiv empfundenes Leben gut funktionierende zwischenmenschliche Beziehungen essentiell sind.

Marshall erwähnt bereits zu Beginn seiner Rede, dass er viel Inhalt in wenig Zeit abarbeiten wird – und bleibt in keinster Weise hinter seiner Ankündigung zurück. Obgleich die Rede über eine Stunde in Anspruch nimmt, ist sie für den bearbeiteten Inhalt merklich kurz geraten. Andere Redner brauchen deutlich mehr Zeit allein dafür heiße Luft aufzuwirbeln. Davon ist in Marshall’s Rede nichts zu merken.

Da der Inhalt so dicht gedrängt ist, nehme ich mir heraus, nicht alle Punkte zu behandeln und stattdessen nur einige wenige Punkte, die ich als besonders markant empfunden habe heraus zu picken.

Vorab meine Empfehlung: Seht euch den Vortrag unbedingt an – das ist der beste Rat, den ich euch geben kann. Ich finde bei wiederholtem Sehen (bzw. Hören) der Rede immer wieder neue Anregungen, mein eigenes Verhalten unter die Lupe zu nehmen.

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  1. Drei grundlegende Fehler im Umgang mit Menschen
  2. Feed Forward
  3. Frage und folge

1. Drei grundlegende Fehler im Umgang mit Menschen

Die folgenden drei Verhaltensweisen hat praktisch ein jeder von uns an sich schon einmal bemerken können – vorrangig Männer, deren Leben von professionellem Erfolg geprägt ist:

  • Immer gewinnen wollen
  • Alles besser machen wollen
  • Jeden bewerten wollen

Immer gewinnen wollen führt zur Unfähigkeit, bewusst auch einmal eine Niederlage zuzulassen – selbst wenn es um triviale Dinge geht oder gar um solche, die des Aufhebens nicht wert sind, sich darüber zu streiten. Ein solch verbissener Kämpfer ist im alltäglichen Umgang ein kompliziertes Gegenüber und wird menschlich meist als unangenehm empfunden.

Alles besser machen wollen führt dazu, dass wir zu jeder Idee, die wir präsentiert bekommen, unseren Senf noch dazugeben müssen. Auch wenn unsere Meinung diese Idee um vielleicht 5% verbessert – die Bereitschaft des anderen, diese Idee danach umzusetzen ist um zumindest die Hälfte gesunken – schließlich ist es nun nicht mehr die seine. Gerade im beruflichen Umfeld ein erstklassiger Weg, möglichst viel kreatives Potential zu vernichten. Wer seine eigenen Ideen immer verbessert weiß, behält sie zukünftig auch eher für sich.

Meist wollen wir mit so einer Aussage lediglich der Welt zeigen, wie klug wir nicht sind. Es braucht in meinen Augen wahre Größe, um von diesem Verhalten Abstand zu nehmen. Gerade erfolgreichen Menschen, die durch ihre intellektuellen Fähigkeiten brillieren, fällt dies schwer. Hut ab vor allen, die sich erfolgreich darin üben. Es ist eine eigene Kunst der Menschenführung, unser Gegenüber so zu führen, dass es selbst auf die Ideen kommt, die uns vorschweben.

Jeden bewerten wollen zieht die Misere von einer professionellen auf eine persönliche Ebene. Es gibt wenig Destruktiveres als Menschen ungefragt mit Bewertungen zu konfrontieren. Scheinbar haben es erfolgreiche Menschen notwendig, ständig ihre Meinung über andere lautstark offenbaren zu müssen – bevorzugt hinter deren Rücken. Oft genug wäre die bessere Lösung, den Mund zu halten. Meinungen sind nämlich alles andere als schlecht – allerdings müssen sie schon zur richtigen Zeit erfolgen.

Wer jemanden bewertet, der darum gefragt hat, bekommt Dankbarkeit entgegen gebracht. Wer jemanden bewertet, der nicht darum gefragt hat, der lässt den Anderen irritiert, beleidigt, verletzt oder schlimmer zurück.

2. Feed Forward

Feed Forward ist im Grund eine erweiterte Form des Feedbacks. Es geht dabei nicht nur darum, Dinge ‘zurück zu füttern’, sondern sie auch ‘weiter zu füttern’.

Dabei handelt es sich um eine Gruppenarbeit, bei der man sich nacheinander immer in Pärchen zusammen findet. Man könnte es als eine Art Speed-Dating mit freier Partnerwahl betrachten. Marshall hat dies in seinem Vortrag als Wettbewerb angekündigt – Sieger ist der, der die meisten Gesprächspartner in 10 Minuten zusammen bringt. Er hat auch nach meiner Meinung recht mit dieser Aufforderung – hier hilft mehr tatsächlich mehr.

Jeder Teilnehmer wählt vor Beginn einen Bereich in seinem Leben, den er verbessern möchte und wendet sich mit einer dazu gehörigen Frage an die Partner, die ihm im Folgenden begegnen. Als Beispiel: Mein Thema der Verbesserung ist Selbstbewusstsein in Gesprächen. Die Frage, die ich an meine Partner stelle ist demzufolge: “Ich fühle mich unsicher, wenn ich Leute anspreche. Was kann ich tun, um mich sicherer zu fühlen?” Mein Partner gibt seine Ratschläge zum Besten – danach werden die Rollen getauscht.

Dabei gelten die folgenden Regeln:

  1. Es gibt zwei Rollen, die beide Partner nacheinander übernehmen: Rat-Geber und Rat-Empfänger
  2. Die einzig erlaubte Antwort auf Rat ist: “Danke!”
  3. Keine Rückmeldung über die Vergangenheit. Behandle jeden, als hättest du ihn in diesem Moment kennen gelernt.

3. Frage und folge

Im Original Ask and follow up getauft, geht es hierbei um eine Technik, das uns die Chance gibt, unser Verhalten tatsächlich zu verbessern. Eines der Hauptprobleme mit Verhalten in der heutigen Zeit ist, dass wenig bzw. ungern gefragt wird, wie man selbst bei anderen ankommt – einfach aus der Angst heraus, eine negative Antwort zu erhalten.

Dabei ist es im Prinzip ganz einfach – man geht zu den Menschen hin und fragt, wie man sich besser verhalten kann. Seine Mutter fragt man: “Wie kann ich ein besserer Sohn sein?”, seine Partnerin fragt man: “Wie kann ich ein besserer Partner sein?”, seinen Kollegen: “Wie kann ich ein besserer Kollege sein?”. Die Antworten auf diese Fragen können gewaltige Fortschritte im Miteinander ermöglichen.

Wichtig dabei ist:

  • auf die Aussage des Anderen immer nur mit einem “Danke!” antworten – selbst wenn man mit den Aussagen gar nicht überein stimmt
  • sich nie dazu verpflichten, das, was der andere vorschlägt, auch tun zu müssen.

Bei Beachtung dieser Voraussetzungen ist das Maß dessen, wie sehr wir den Tipps unserer Mitmenschen folgen meist ebenfalls das Maß dafür, wie sehr sich unser Leben dadurch verbessert.

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Ich bin davon überzeugt: Wer diese drei Punkte regelmäßig zu beachten und anzuwenden vermag, wird ein angenehmeres und glücklicheres Leben führen, ohne sich selbst verbiegen zu müssen. Ich kann also nur dazu raten, sich damit zu beschäftigen.

Thema: Persönlichkeitsentwicklung | Kommentare (0) | Autor: Simon Voggeneder