Restaurant-Rezension: Asia Queen Running Sushi (Linz)

Asia Queen Logo
Wie zuletzt in meinem Kurzartikel über den Sushi-Test der Arbeiterkammer 2009 erwähnt, hat mein ehemaliges Lieblings-Sushi-Restaurant Asia Queen dort sehr schlecht abgeschnitten – obwohl sie 2008 noch zu den besten Plätzen gehört haben (in Hinsicht auf die Frische ihrer Produkte). Nichtsdestotrotz habe ich dem Restaurant seither mehrere Besuche abgestattet – auch motiviert durch die ernüchternde geschmackliche Qualität in Didi Chen’s ‘World of Asia’, dem Running Sushi-Restaurant in der Plus City Pasching.

Lage

Gelegen mitten auf der größten Einkaufsstraße, der Landstraße, befindet sich dieses Restaurant ziemlich im Zentrum der oberösterreichischen Landeshauptstadt Linz. Die Lage ist damit als geographisch gut zu bewerten – von vielen Orten aus ist das Restaurant binnen weniger Gehminuten (< 15 min.) zu erreichen.

Innen gibt sich das Restaurant spartanisch. Die Tische und Stühle gehen in Ordnung, Dekoration findet man nur wenig. Das Design des Restaurants spricht eine moderne, schlichte Sprache die mich anspricht. Durch den reichlichen Einsatz von Holzelementen fühlt man sich rasch wohl - was allerdings durch den regen Verkehr den Gang entlang meist etwas untergraben wird.

Bei meinen ersten Besuchen noch konnte ich den Klängen von asiatischer (wahrscheinlich japanischer) Popmusik lauschen, während ich mein Mahl einnahm, mittlerweile ist man auf europäische Musik übergegangen. Schade - ich habe es zu schätzen gewusst, etwas asiatisches Flair in ein ohnehin sehr westlich gestaltetes Restaurant zu bringen.

Punkte: 6 / 10

Auswahl

In Sachen Auswahl war ich bei meinen ersten Besuchen des Restaurants sehr angetan – die Auswahl an gekühlten Speisen (Sushi, Obst, Süßspeisen) war reichlich und die warme Küche ließ sich nicht lumpen, eine ansprechende Auswahl an Gerichten anzubieten, die vom Kunden eines europäisch geprägten asiatischen Restaurants erwartet werden. Gerichte wie in Blätter eingeschlagener bzw. in Bambusrohren gegarter Reis mit süßer Bohnenpaste haben mich positiv überrascht – ich kannte sie davor noch nicht.

Mit der Zeit musste ich allerdings feststellen, dass das Angebot an warmer Küche immer dünner und dünner wird – die Tendenz ist klar absteigend seit meinem ersten Besuch (im August 2008). Mittlerweile bin ich von der Auswahl wenig angetan – eher enttäuscht. Hier hatte ich mir erwartet, dass der Standard zumindest gehalten werden kann.

Abends werden zusätzlich zu den Speisen auf dem Förderband noch Spieße kredenzt – ein Garnelenspieß mit Frühlingszwiebeln sowie ein Fleischspieß in süß-scharfer Marinade. Diese Zugabe ist immer sehr willkommen. Pro Person wird jeweils einer der Spieße an den Tisch gebracht.

Punkte: 4 / 10

Küche

Die Qualität des Sushi ist das, worauf es in einem Restaurant ankommt, das sich das Running Sushi als Hauptattraktion auf die Fahnen schreibt. Auch hier ist eine Minderung der Qualität über die letzten Monate hinweg klar zu spüren. Zwar sind immer noch ausgezeichnete Stücke unter den Tellern vorhanden, allerdings mischen sich immer mehr und mehr unzulängliche Portionen darunter. Fisch, der eindeutig nicht mehr frisch aussieht ist ebenso wenig appetitlich wie ein Maki, dessen Reis noch warm ist. Der Daumen geht hier tendenziell nach unten – leider.

Die warme Küche ist ebenfalls bestenfalls Standard und kann mich nicht vom Hocker reißen. Auch hier war die Qualität der Speisen bereits einmal spürbar höher.

Verbesserungsbedürftig.

Punkte: 4 / 10

Service

Einmal bemüht, ein andermal nachlässig. Tendenziell kümmert man sich in letzter Zeit immer weniger um den Gast. Besonders wichtig scheine ich ihnen nicht zu sein – zumindest bekomme ich dieses Gefühl vermittelt.

Punkte: 4 / 10

Preis

Das Restaurant befindet sich mit Sicherheit im Höherpreis-Sektor der Gastronomie. Das Abendbuffet am Förderband schlägt mit 15,40 Euro zu Buche, mittags werden 10,90 Euro verlangt. Für die gebotene Qualität war das einmal in Ordnung – mittlerweile ist mir der Preis allerdings als überhöht angesetzt. Preis/Leistung ist daher nur mittelmäßig bis schlecht.

Punkte: 4 / 10

Fazit

Ob die Wirtschaftskrise das Unternehmen dazu angehalten hat, den Service zurück zu nehmen und die Küche verkümmern zu lassen? Ich weiß es nicht, es hat allerdings den Anschein. Mit der Tendenz, mit der das Unternehmen momentan zugrunde gewirtschaftet wird hält sich das Restaurant allerdings nicht mehr besonders lange, davon gehe ich aus. Ich selbst bin enttäuscht, dass sich ein ehemaliger Favorit meinerseits so hat gehen lassen. Durch die letzten Besuche ist mir die Lust auf Reis mit rohem Fisch auch etwas vergangen.

Gutes Sushi in Linz? Scheinbar (leider) Fehlanzeige.

Daumen nach unten, mittlerweile. Keine Weiterempfehlung von meiner Seite.

Autor: Simon Voggeneder
Datum: Donnerstag, 6. Mai 2010 8:51
Trackback: Trackback-URL Themengebiet: Restaurant-Kritiken

Feed zum Beitrag: RSS 2.0 Diesen Artikel kommentieren

Ein Kommentar

  1. marlon brosenbauer
    Donnerstag, 5. August 2010 1:32
    1

    Hallo!

    Also ich muss da leider in einigen Ounkten widersprechen.
    Zuallererst ist der Preis für Mittag und Abend 10,30€ bzw 14,90€.
    Zweitens wird, zumindest die unzähligen Male, die ich dort war, asiatische Musik gespielt, wenn auch nicht immer meinen Geschmack entsprechende.
    Drittens werde ich jedesmal aufmerksam bedient und die Teller immer rasch abserviert. Und das mit dem Gefühl ist glaube ich ein ziemlich subjektiver Aspekt den ich nicht teilen kann.

    Aber das mit der Wirtschaftskrise ist glaube ich gar nicht so verkehrt, jedoch spüre ich persönlich einen deutlichen Aufwärtstrend für Wirtschaft und das Asia Queen.

    Also würde ich deinem Lieblinglokal noch eine Chance geben ;)

Kommentar abgeben