Restaurant-Rezension: Gasthaus Waldschenke (Kefermarkt)

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Die Situation der Gastronomie in meinem Heimatort Kefermarkt hat sich in den letzten Jahren auf keinen Fall zum Besseren entwickelt. Die angestammten Gasthäuser am Gemeindeplatz haben geschlossen und abgesehen von der Schlossbrauerei Weinberg findet sich kein Platz, um in diesem Ort gut essen zu gehen – will man meinen.

Wer einige Kilometer Fahrt an die Ortsgrenzen auf sich nimmt, kann eine angenehme Überraschung erleben – indem er das Gasthaus zur Waldschenke aufsucht. Dieses Gasthaus wurde in den letzten Jahren immer wieder neu eröffnet und geschlossen – scheinbar konnte sich kaum ein Wirt halten. Ob es der aktuelle Pächter schaffen wird? Sehen wir uns einmal die Fakten an.

Lage

Nachteilig ist sicher, dass das Gasthaus etwas im Niemandsland gelegen ist – an der geographischen Ortsgrenze zwischen den Gemeinden Kefermarkt und Gutau. Wenn man nicht gerade an der Straße vorbei kommt, an der das Gasthaus gelegen ist, wird man es wohl nie gesehen haben – obwohl es außen recht farbenfroh gestaltet ist.

Innen spricht eine schlichtere Design-Sprache. Die Einrichtung ist geradlinig und hat mit der Vorstellung von einem rustikalen Gasthaus nicht viel zu tun – es ist in dieser Hinsicht sehr viel mehr Restaurant als Gasthaus. Insgesamt weiß die Gestaltung zu gefallen – auch die Toiletten wurden runderneuert und sehen aus wie ein frisch bezogenes Badezimmer.

Punkte: 8 / 10

Auswahl

Die Speisekarte spricht eine traditionelle Sprache Mühlviertler Hausmannskost. Fleischgerichte in allen Variationen, Steaks und auch die bekannte Brettljausn wird angeboten. Das Angebot ist nicht besonders breit gefächert, sollte für den omnivoren Geschmack allerdings ausreichend Auswahl bieten. Vegetarier werden weniger Gerichte finden, die ihnen zusagen.

Punkte: 6 / 10

Küche

Die Gerichte, die angeboten werden, sind allerdings von ansprechender Qualität. Die bisherigen Besuche haben bei allen mit mir anwesenden Gästen keine Enttäuschungen hervorgerufen – das Fleisch ist stets richtig durchgebraten, die Beilagen sind richtig durch gekocht und eine Freude für das Auge. An kleinen Details wird nicht gespart – in guter Erinnerung habe ich die speckummantelten Kartoffeln am Spieß, die zum Schweinsmedaillon kredenzt wurden. Der Besuch des Gasthauses in den Steakwochen habe ich ebenfalls in bester Erinnerung – noch nie habe ich so zartes Fleisch genossen – perfekt! Die Desserts sind aufwändig arrangiert und bestätigen den Eindruck, dass sich die Küche nach Kräften bemüht, den Gast so gut wie möglich zu verwöhnen.

Punkte: 9 / 10

Service

Wenngleich ich nicht den Eindruck habe, dass der Service der schnellste ist, hat er mich doch durch eine freundliche Persönlichkeit positiv überrascht. Das kleine Gasthaus kann es sich leisten, auch den Chef des Hauses auf Serviermission zu schicken – um so einige Worte mit ihm wechseln zu können. Der Wirt ist mit angenehmem Schmäh gesegnet und gibt dem Gast durchaus das Gefühl, sehr willkommen zu sein in seinem Haus.

Meine Freundin wurde bei unserem ersten Besuch (in Begleitung ihrer Tochter) nach Namen und Geburtstag des Kindes gefragt – um eine kleine Überraschung zum Geburtstag zu bekommen. Ich war nicht wenig überrascht, als pünktlich zu ihrem Geburtstag ein Brief bei uns im Postkasten lag, der die Kleine zu einem Schnitzel und Getränk einlädt. Da kümmert man sich offenbar um die Kunden – sie haben damit einen weiteren Besuch von unserer Familie sicher :)

Punkte: 9 / 10

Preis

Die Preise liegen hier im Mittelfeld – keine großen Überraschungen. Mit Vorspeise, Hauptspeise und Nachtisch sowie einem Getränk wird man bei einem Fleischgericht aller Wahrscheinlichkeit nach bei etwa 20 Euro landen.

Punkte: 5 / 10

Fazit

Ich bin beruhigt: Es gibt noch gute Gasthäuser in Kefermarkt. Zumindest eines. Ich war bislang immer zufrieden und gehe in Zukunft sicher noch öfter dort essen, wenn es sich anbietet. Freunde von Hausmannskost und freundlicher Atmosphäre sind mit Sicherheit an der richtigen Adresse.

Mahlzeit :)

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