Beitrags-Archiv für die Kategory 'Ernährung'

Restaurant-Rezension: Restaurant Gelbes Krokodil (Linz)

Mittwoch, 26. Mai 2010 9:52

Gelbes_Krokodil Logo

Meine Freundin hat mich letztes Jahr einmal darauf aufmerksam gemacht, dass es im Gebäude des Movimento Kino in Linz nicht nur eine Bar gibt sondern auch ein Restaurant, dass eine ganz spezielle Berühmtheit genießt: Das Gelbe Krokodil. Der ungewöhnliche Name lässt bereits darauf schließen, dass es sich bei diesem Restaurant nicht um das 08/15-Restaurant handelt, das bereits so oft besucht wurde.

Da ich neuen Restaurants gegenüber immer positiv eingestellt bin, habe ich mich natürlich nicht lumpen lassen und war mit meiner Freundin dort essen – mittlerweile mehrere Male. Meine Erfahrungen?

Lage

Das gelbe Krokodil ist sehr zentral in Linz gelegen, was es zu einem sehr populären Anlaufplatz für die Linzer Freunde der kulinarischen Künste macht. Es empfiehlt sich immer, einen Tisch zu reservieren – ansonsten kann man (vor allem abends) sehr schnell leer ausgehen, da der Andrang immer sehr groß ist.

Die Einrichtung ist schlicht und geradlinig, in warmen Farben gehalten. Man merkt eindeutig, dass es sich hier um ein In-Restaurant der alternativen Szene handelt – auch die Klientel spiegelt das wider. Wer sich in solchen Umfeldern nicht wohl fühlt wird wahrscheinlich einiges auszusetzen haben. Die Ausrichtung des Klientels ist nicht verwunderlich – ist es doch an ein Kino für Independent-Produktionen angeschlossen.

Punkte: 8 / 10

Auswahl

Die größte Attraktion des gelben Krokodils ist meiner Meinung nach seine Speisekarte. Beim Durchlesen dieser findet man nicht selten Zutaten, deren Namen man vielleicht einmal gehört hat – sich aber nicht vorstellen kann, wie es schmecken wird. Auch sind die Kombinationen abenteuerlich. Hier traut man sich gerne über die Schwelle der Gewöhnlichkeit und mischt sprichwörtlich Kraut und Rüben zusammen. Vor allem Vegetarier werden sich über die breite Palette an vegetarischen Gerichten freuen, die die Fleischgerichte an Zahl und Kreativität meist deutlich in den Schatten stellen.

Auch ist die Speisekarte alles andere als fixiert – jeden Tag wird sie aufs Neue ausgeschrieben. Einerseits ein Vorteil für Leute, die gerne überrascht werden – andererseits ein Nachteil für jene, die gerne noch einmal das selbe gegessen hätten. Der stete Wandel des Angebots hat auch damit zu tun, dass das Restaurant viele saisonale Gerichte im Angebot hat – die natürlich gemeinsam mit der Saison aus dem Speiseplan fallen.

Am besten sieht man sich die aktuelle Speisekarte vor dem Besuch einmal genau an. Mir persönlich läuft dabei meist das Wasser im Mund zusammen :)

Punkte: 10 / 10

Küche

Gepaart mit einem bunten Angebot wird auch bei den Zutaten nicht gelumpt. Da der Weg auf die Toilette das offen herum stehende Lager an Zutaten preis gibt, ist recht transparent, was verwendet wird. Was ich dort gesehen habe, stimmt mich zufrieden: Vollwert-Zutaten von guter Qualität.

Die Zubereitung bleibt nicht hinter den Zutaten zurück. Was auf der Speisekarte spannend klingt, ist meist auch genauso spannend auf dem Teller und im Gaumen. Angerichtet sind die Gerichte durch die Bank sehr schön und munden tun sie vorzüglich. Nur beim Würzen könnte die Küche etwas mutiger sein. Abgesehen von den scharfen Gerichten, die wirklich scharf sind, fehlt es den Speisen ein wenig an Pepp. Das ist Meckern auf recht hohem Niveau.

Punkte: 8 / 10

Service

Da das Restaurant meist zum Bersten voll ist, ist der Service manchmal nicht der schnellste – allerdings ansonsten immer freundlich und zuvorkommend. Allerdings war ich ein wenig enttäuscht, als ich das Hauptgericht ohne Salat nicht günstiger angeboten bekommen habe – da hätte ich mir etwas Kulanz erwartet. Sonderwünsche sind wahrscheinlich Mangelware in diesem Restaurant, das durch Variabilität glänzt. Die Daumen gehen insgesamt dennoch nach oben!

Punkte: 7 / 10

Preis

Das Gelbe Krokodil bietet Mahlzeiten für alle Geldbeutel. Gerade die vegetarischen Gerichte können – als kleine Portion genossen – oft um fünf Euro erworben werden, was recht günstig ist. Beim richtigen Gericht bekommt der Gast reichlich Nährwert für wenig Geld. Ansonsten steigt der Preis natürlich mit dem der Zutaten. Fleischgerichte sind im Gelben Krokodil meist 1-2 Euro teurer als gewohnt – ich habe allerdings auch den Eindruck, dass das Fleisch eine bessere Qualität besitzt.

Bei meinen Besuchen esse ich für gewöhnlich eine Vorspeise, zwei Hauptspeisen und ein Dessert. Gemeinsam mit einem Getränk komme ich selten auf über 25 Euro, was absolut in Ordnung geht. Am Geld soll es hier sicher nicht scheitern.

Punkte: 8 / 10

Fazit

Ein wirklich außergewöhnliches Restaurant in vielen Aspekten. Ich bin dort immer gern zu Gast und erfreue mich an neuen kulinarischen Experimenten. Für alle Leute, die gerne einmal Dinge probieren, wie etwas abseits der Norm sind: Unbedingt einen Besuch abstatten. Ihr werdet sicher nicht enttäuscht werden.

Thema: Restaurant-Kritiken | Kommentare (0) | Autor: Simon Voggeneder

Restaurant-Rezension: Gasthaus Waldschenke (Kefermarkt)

Mittwoch, 26. Mai 2010 9:06

Waldschenke Logo

Die Situation der Gastronomie in meinem Heimatort Kefermarkt hat sich in den letzten Jahren auf keinen Fall zum Besseren entwickelt. Die angestammten Gasthäuser am Gemeindeplatz haben geschlossen und abgesehen von der Schlossbrauerei Weinberg findet sich kein Platz, um in diesem Ort gut essen zu gehen – will man meinen.

Wer einige Kilometer Fahrt an die Ortsgrenzen auf sich nimmt, kann eine angenehme Überraschung erleben – indem er das Gasthaus zur Waldschenke aufsucht. Dieses Gasthaus wurde in den letzten Jahren immer wieder neu eröffnet und geschlossen – scheinbar konnte sich kaum ein Wirt halten. Ob es der aktuelle Pächter schaffen wird? Sehen wir uns einmal die Fakten an.

Lage

Nachteilig ist sicher, dass das Gasthaus etwas im Niemandsland gelegen ist – an der geographischen Ortsgrenze zwischen den Gemeinden Kefermarkt und Gutau. Wenn man nicht gerade an der Straße vorbei kommt, an der das Gasthaus gelegen ist, wird man es wohl nie gesehen haben – obwohl es außen recht farbenfroh gestaltet ist.

Innen spricht eine schlichtere Design-Sprache. Die Einrichtung ist geradlinig und hat mit der Vorstellung von einem rustikalen Gasthaus nicht viel zu tun – es ist in dieser Hinsicht sehr viel mehr Restaurant als Gasthaus. Insgesamt weiß die Gestaltung zu gefallen – auch die Toiletten wurden runderneuert und sehen aus wie ein frisch bezogenes Badezimmer.

Punkte: 8 / 10

Auswahl

Die Speisekarte spricht eine traditionelle Sprache Mühlviertler Hausmannskost. Fleischgerichte in allen Variationen, Steaks und auch die bekannte Brettljausn wird angeboten. Das Angebot ist nicht besonders breit gefächert, sollte für den omnivoren Geschmack allerdings ausreichend Auswahl bieten. Vegetarier werden weniger Gerichte finden, die ihnen zusagen.

Punkte: 6 / 10

Küche

Die Gerichte, die angeboten werden, sind allerdings von ansprechender Qualität. Die bisherigen Besuche haben bei allen mit mir anwesenden Gästen keine Enttäuschungen hervorgerufen – das Fleisch ist stets richtig durchgebraten, die Beilagen sind richtig durch gekocht und eine Freude für das Auge. An kleinen Details wird nicht gespart – in guter Erinnerung habe ich die speckummantelten Kartoffeln am Spieß, die zum Schweinsmedaillon kredenzt wurden. Der Besuch des Gasthauses in den Steakwochen habe ich ebenfalls in bester Erinnerung – noch nie habe ich so zartes Fleisch genossen – perfekt! Die Desserts sind aufwändig arrangiert und bestätigen den Eindruck, dass sich die Küche nach Kräften bemüht, den Gast so gut wie möglich zu verwöhnen.

Punkte: 9 / 10

Service

Wenngleich ich nicht den Eindruck habe, dass der Service der schnellste ist, hat er mich doch durch eine freundliche Persönlichkeit positiv überrascht. Das kleine Gasthaus kann es sich leisten, auch den Chef des Hauses auf Serviermission zu schicken – um so einige Worte mit ihm wechseln zu können. Der Wirt ist mit angenehmem Schmäh gesegnet und gibt dem Gast durchaus das Gefühl, sehr willkommen zu sein in seinem Haus.

Meine Freundin wurde bei unserem ersten Besuch (in Begleitung ihrer Tochter) nach Namen und Geburtstag des Kindes gefragt – um eine kleine Überraschung zum Geburtstag zu bekommen. Ich war nicht wenig überrascht, als pünktlich zu ihrem Geburtstag ein Brief bei uns im Postkasten lag, der die Kleine zu einem Schnitzel und Getränk einlädt. Da kümmert man sich offenbar um die Kunden – sie haben damit einen weiteren Besuch von unserer Familie sicher :)

Punkte: 9 / 10

Preis

Die Preise liegen hier im Mittelfeld – keine großen Überraschungen. Mit Vorspeise, Hauptspeise und Nachtisch sowie einem Getränk wird man bei einem Fleischgericht aller Wahrscheinlichkeit nach bei etwa 20 Euro landen.

Punkte: 5 / 10

Fazit

Ich bin beruhigt: Es gibt noch gute Gasthäuser in Kefermarkt. Zumindest eines. Ich war bislang immer zufrieden und gehe in Zukunft sicher noch öfter dort essen, wenn es sich anbietet. Freunde von Hausmannskost und freundlicher Atmosphäre sind mit Sicherheit an der richtigen Adresse.

Mahlzeit :)

Thema: Restaurant-Kritiken | Kommentare (0) | Autor: Simon Voggeneder

Rohmilchkäse bei Hofer

Freitag, 14. Mai 2010 13:45

Ebenfalls von Bertram inspiriert ist meine Betrachtung des österreichischen Lebensmittelmarktes. Wie er in einem Artikel erwähnt, gibt es beim deutschen Discounter Plus mittlerweile Rohmilchkäse zu kaufen. Ich selbst bin in Österreich schon lange auf der Suche nach guten Lebensmitteln in Supermärkten. Gerade der Discounter Hofer überzeugt mich momentan am meisten.

Zurück zum Ursprung
Logo der Bio-Marke "Zurück zum Ursprung" der österreichischen Diskontkette Hofer

Mit seiner Produktlinie Zurück zum Ursprung hat der Discounter ins Schwarze getroffen. Durch die Bank bietet er unter diesem Namen Produkte von erstklassiger Qualität an – gerade im Bereich Molkereiprodukte. Dieser Initiative ist es zu verdanken, dass es in Österreich zum Kinderspiel geworden ist, Milchprodukte aus Heumilch zu bekommen, die der silogefütterten Milch in ihrem Fettsäurenverhältnis hoch überlegen ist.

Neben den Molkereiprodukten bietet Hofer unter der selben Produktlinie mittlerweile auch wunderbare Brote an, die mich geschmacklich überzeugen können – inhaltlich könnten sie sich ein wenig strikter an Vollwert-Inhalte halten. (Das einzige wirkliche Vollwert-Brot bei Hofer ist nicht als Bio deklariert, dennoch mein Favorit :) ).

Rohmilchkäse

Abseits der Bio-Produkte gibt es weitere Molkereien, die ihre Produkte aus Heumilch erzeugen – darunter auch gleich mehrere Sorten Rohmilchkäse. Interessanterweise habe ich das Produkt Tiroler Bergkäse schon länger verfolgt. War der Käse früher noch ein Erzeugnis aus pasteurisierter Milch, wurde daraus bald pasteurisierte Heumilch und schließlich Rohmilch von heugefütterten Kühen. Da ist mir doch tatsächlich ein Lächeln entkommen – schön zu sehen, dass es solche Produkte auch noch gibt (und das zu einem sehr erschwinglichen Preis).

Rohmilchkäse Hofer

Rohmilchkäse bei Lebensmitteldiskonter Hofer

Thema: Ernährung | Kommentare (0) | Autor: Simon Voggeneder

Restaurant-Rezension: Asia Queen Running Sushi (Linz)

Donnerstag, 6. Mai 2010 8:51

Asia Queen Logo
Wie zuletzt in meinem Kurzartikel über den Sushi-Test der Arbeiterkammer 2009 erwähnt, hat mein ehemaliges Lieblings-Sushi-Restaurant Asia Queen dort sehr schlecht abgeschnitten – obwohl sie 2008 noch zu den besten Plätzen gehört haben (in Hinsicht auf die Frische ihrer Produkte). Nichtsdestotrotz habe ich dem Restaurant seither mehrere Besuche abgestattet – auch motiviert durch die ernüchternde geschmackliche Qualität in Didi Chen’s ‘World of Asia’, dem Running Sushi-Restaurant in der Plus City Pasching.

Lage

Gelegen mitten auf der größten Einkaufsstraße, der Landstraße, befindet sich dieses Restaurant ziemlich im Zentrum der oberösterreichischen Landeshauptstadt Linz. Die Lage ist damit als geographisch gut zu bewerten – von vielen Orten aus ist das Restaurant binnen weniger Gehminuten (< 15 min.) zu erreichen.

Innen gibt sich das Restaurant spartanisch. Die Tische und Stühle gehen in Ordnung, Dekoration findet man nur wenig. Das Design des Restaurants spricht eine moderne, schlichte Sprache die mich anspricht. Durch den reichlichen Einsatz von Holzelementen fühlt man sich rasch wohl - was allerdings durch den regen Verkehr den Gang entlang meist etwas untergraben wird.

Bei meinen ersten Besuchen noch konnte ich den Klängen von asiatischer (wahrscheinlich japanischer) Popmusik lauschen, während ich mein Mahl einnahm, mittlerweile ist man auf europäische Musik übergegangen. Schade - ich habe es zu schätzen gewusst, etwas asiatisches Flair in ein ohnehin sehr westlich gestaltetes Restaurant zu bringen.

Punkte: 6 / 10

Auswahl

In Sachen Auswahl war ich bei meinen ersten Besuchen des Restaurants sehr angetan – die Auswahl an gekühlten Speisen (Sushi, Obst, Süßspeisen) war reichlich und die warme Küche ließ sich nicht lumpen, eine ansprechende Auswahl an Gerichten anzubieten, die vom Kunden eines europäisch geprägten asiatischen Restaurants erwartet werden. Gerichte wie in Blätter eingeschlagener bzw. in Bambusrohren gegarter Reis mit süßer Bohnenpaste haben mich positiv überrascht – ich kannte sie davor noch nicht.

Mit der Zeit musste ich allerdings feststellen, dass das Angebot an warmer Küche immer dünner und dünner wird – die Tendenz ist klar absteigend seit meinem ersten Besuch (im August 2008). Mittlerweile bin ich von der Auswahl wenig angetan – eher enttäuscht. Hier hatte ich mir erwartet, dass der Standard zumindest gehalten werden kann.

Abends werden zusätzlich zu den Speisen auf dem Förderband noch Spieße kredenzt – ein Garnelenspieß mit Frühlingszwiebeln sowie ein Fleischspieß in süß-scharfer Marinade. Diese Zugabe ist immer sehr willkommen. Pro Person wird jeweils einer der Spieße an den Tisch gebracht.

Punkte: 4 / 10

Küche

Die Qualität des Sushi ist das, worauf es in einem Restaurant ankommt, das sich das Running Sushi als Hauptattraktion auf die Fahnen schreibt. Auch hier ist eine Minderung der Qualität über die letzten Monate hinweg klar zu spüren. Zwar sind immer noch ausgezeichnete Stücke unter den Tellern vorhanden, allerdings mischen sich immer mehr und mehr unzulängliche Portionen darunter. Fisch, der eindeutig nicht mehr frisch aussieht ist ebenso wenig appetitlich wie ein Maki, dessen Reis noch warm ist. Der Daumen geht hier tendenziell nach unten – leider.

Die warme Küche ist ebenfalls bestenfalls Standard und kann mich nicht vom Hocker reißen. Auch hier war die Qualität der Speisen bereits einmal spürbar höher.

Verbesserungsbedürftig.

Punkte: 4 / 10

Service

Einmal bemüht, ein andermal nachlässig. Tendenziell kümmert man sich in letzter Zeit immer weniger um den Gast. Besonders wichtig scheine ich ihnen nicht zu sein – zumindest bekomme ich dieses Gefühl vermittelt.

Punkte: 4 / 10

Preis

Das Restaurant befindet sich mit Sicherheit im Höherpreis-Sektor der Gastronomie. Das Abendbuffet am Förderband schlägt mit 15,40 Euro zu Buche, mittags werden 10,90 Euro verlangt. Für die gebotene Qualität war das einmal in Ordnung – mittlerweile ist mir der Preis allerdings als überhöht angesetzt. Preis/Leistung ist daher nur mittelmäßig bis schlecht.

Punkte: 4 / 10

Fazit

Ob die Wirtschaftskrise das Unternehmen dazu angehalten hat, den Service zurück zu nehmen und die Küche verkümmern zu lassen? Ich weiß es nicht, es hat allerdings den Anschein. Mit der Tendenz, mit der das Unternehmen momentan zugrunde gewirtschaftet wird hält sich das Restaurant allerdings nicht mehr besonders lange, davon gehe ich aus. Ich selbst bin enttäuscht, dass sich ein ehemaliger Favorit meinerseits so hat gehen lassen. Durch die letzten Besuche ist mir die Lust auf Reis mit rohem Fisch auch etwas vergangen.

Gutes Sushi in Linz? Scheinbar (leider) Fehlanzeige.

Daumen nach unten, mittlerweile. Keine Weiterempfehlung von meiner Seite.

Thema: Restaurant-Kritiken | Kommentare (1) | Autor: Simon Voggeneder

Restaurant-Rezension: Gasthaus Bratwürstglöckerl (Linz)

Mittwoch, 5. Mai 2010 14:18

Nachdem mich mein bester Freund schon längere Zeit darauf aufmerksam gemacht hat, das Gasthaus Bratwurstglöckerl (von ihm liebevoll Außenstelle BG1 genannt – ein Insider unter Mitarbeitern des voestalpine-Komplexes) aufzusuchen, hat sich unlängst die Gelegenheit ergeben, es tatsächlich aufzusuchen.

Lage

Von der Lage her kann das Gasthaus einerseits punkten, andererseits hat es aber auch seine Nachteile. Da es im Linzer Wasserwald angesiedelt ist, ist die Lage recht ruhig und der Gast fühlt sich dort wenig gestört – fast so, als wäre man in einem Landgasthaus zu Besuch. Allerdings liegt es damit auch etwas abseits des Zentrums von Linz – und erfordert eine etwas längere Zufahrtsstrecke. Für alle, die ein Automobil besitzen, dürfte dies allerdings einfach zu verschmerzen sein. Apropos Automobil: Mit Parkplätzen sieht es direkt beim Gasthaus möglicherweise schlecht aus. Das Gasthaus selbst hat ganze vier (!) Parkplätze zur Verfügung – die restlichen Automobile parken für gewöhnlich die Straße vor dem Gasthaus entlang. Es sollte sich binnen zweier Gehminuten ein Parkplatz finden lassen, wenn nicht gerade Rush Hour ist. Wir hatten keine Probleme und konnten etwa 100 Meter vom Gasthaus entfernt parken.

Im Inneren des Gasthauses herrscht ein buntes Ambiente. Reichlich Dekoration auf den Wänden ist möglicherweise nicht jedermanns Geschmack, trägt allerdings zum Gesamterlebnis Bratwurstglöckerl ungemein bei. Die Dekoration ist in der Gaststube im Stil eines echten Gasthauses gehalten – reichlich alte Werkzeuge, Musikinstrumente und andere Gegenstände, die an das alte Bauerntum erinnern, gemischt mit zahlreichen modernen Objekten. Auch das WC hat Stil, wenngleich es eher dadurch glänzt, abgefuckt auszusehen. Das kann sich ein Restaurant nur leisten, wenn es zum Gesamtbild passt. Im Falle des Bratwurstglöckerls hat es mich nicht gestört. Insgesamt fühlt sich der Gast durch das Ambiente schnell zu Hause.

Ein weiteres Attribut des Gasthauses soll der ausgezeichnete Gastgarten sein, erzählte mir mein Freund. Ich konnte ihn bei unserem ersten Besuch dort noch nicht unter die Lupe nehmen – das ist ein Fall für einen Sommerausflug :)

Punkte: 8 / 10

Angebot

Die Speisekarte wird von Hausmannskost und anderen traditionellen Gerichten geprägt und ist saisonal gefärbt. Große Besonderheiten sollte der Gast nicht erwarten – es bietet eine gute Auswahl von Speisen an, die in ein gutbürgerliches Gasthaus passen.

Punkte: 7 / 10

Küche

Die Speisen schmecken im Bratwurstglöckerl ausgezeichnet. Ich habe mir bei meinem ersten Besuch einen Suppentopf (Rindssuppe mit Fleisch- und Gemüseeinlage) genehmigt – ein Monstrum, das gut und gerne fünf bis sechs Tellern Suppe entspricht. Die Rindssuppe war eindeutig selbst gekocht und sehr schmackhaft würzig, das Fleisch und Gemüse darin gut durchgekocht. Der Hauptgang – ein Schweinsbraten – war optimal durchgebraten und zart, die Beilagen gut abgeschmeckt und ebenfalls von Hand. Der Hauptgang meiner Freunde – Speck-Käse-Spätzle (stilgerecht im Blechpfandl serviert) konnten mich ebenfalls überzeugen. Ein edler Tropfen rundete das Mahl gekonnt ab. Insgesamt kann ich nur voll des Lobes und sehr zufrieden sein.

Punkte: 9 / 10

Service

Freundlich und sehr bemüht – auch der Chef selbst ließ es sich nicht nehmen, die Gäste eigenhändig zu bedienen (wenngleich er sich zumindest ein Missgeschick an diesem Abend geleistet hat ;) ). Insgesamt hatten wir das gute Gefühl, als Gäste geschätzt zu werden. Da dieses Gefühl in vielen Restaurants meiner Erfahrung nach heutzutage leider vermisst wird, war es eine sehr positive Überraschung, so behandelt zu werden.

Punkte: 9 / 10

Preis

Der Preis liegt im Mittelfeld. Mit Vor- und Hauptspeise plus Getränke kam ich auf kaum 20 Euro, was für einen Restaurant-Besuch heutzutage bereits ein vernünftiger Wert ist. Besonders günstig ist das Bratwurstglöckerl nicht, allerdings ist das Preis-/Leistungsverhältnis gut bis sehr gut.

Punkte: 7 / 10

Fazit

Wer nach einem guten Gasthaus nach traditionellem Rezept sucht ist mit dem Bratwurstglöckerl an einer sehr guten Adresse gelandet. Abgesehen von exotischen Wünschen werden hier alle Bedürfnisse befriedigt, die der geneigte Gast gewöhnlich mitbringt. Ich werde dem Gasthaus sicher noch einige Besuche abstatten und kann es mit gutem Gewissen weiterempfehlen.

Mahlzeit :)

Thema: Restaurant-Kritiken | Kommentare (2) | Autor: Simon Voggeneder

The Warrior Diet: Rezension

Mittwoch, 21. April 2010 12:08

Spartan Warriors Fighting

Essen wie die Spartaner


Ein Thema, mit dem ich mich auf meinem bereits älteren sport-orientierten Blog CrassFit.com beschäftigt habe sind meine Erfahrungen mit der Ernährungsform der Warrior Diet von Ori Hofmekler.

Warrior Diet Review

Der Artikel liegt mittlerweile wieder über ein halbes Jahr zurück. Durch meine veränderte familiäre Situation haben sich einige Dinge verändert, die in diesem Artikel noch beschrieben werden.

  • Die Nährstoffverteilung meiner Ernährung ist wieder mehr in Richtung Kohlenhydrate geschwenkt, allerdings weiter reich an Fetten
  • Salate haben einen Weg in meine Ernährung gefunden. Ich esse gerne einen Salat zum Abendessen und mache gute Erfahrungen damit, ihn schon davor zu essen
  • An Wochenenden mache ich üblicherweise Pause von der Warrior Diet und esse zwei größere Mahlzeiten (Mittagessen und Abendessen). Je nach Umfang des Mittagessens macht diese Änderung allerdings keine positiven Veränderungen aus

Abseits dieser Veränderungen kann ich meinen Erfahrungen aus dem Artikel immer noch beipflichten. Im Leben als Student oder Angestellter, der viel Zeit im Sitzen verbringt, hilft es gewaltig, die Vorteile einer Fastenphase zu genießen. Weiter genieße ich es, mir wenig bis keine Gedanken darüber machen zu müssen, was ich als nächstes esse und wo ich es bekomme. Meine Nahrungsmittel finde ich zu Hause, wo ich mir in aller Ruhe mein Mahl genehmigen kann – und ich habe keine Probleme, bis dahin ohne Essen auszukommen.

Es ist allerdings von größter Wichtigkeit, die Dinge nicht in ein Extrem zu ziehen. Wenn man sich müde fühlt, sollte man entweder ein Nickerchen machen oder etwas zu sich nehmen – abhängig davon, ob man unausgeschlafen oder vor Hunger geschwächt ist.

Viel Spaß beim Ausprobieren! Ich freue mich auf eure Erfahrungsberichte, solltet ihr die Ernährungsform ausprobieren. :)

Thema: Ernährung | Kommentare (2) | Autor: Simon Voggeneder

Restaurant-Rezension: Didi Chen’s World of Asia (Linz)

Donnerstag, 18. Februar 2010 16:48

Photo vom Eingang von Didi Chen's World of Asia

Dieses Mal auf dem Prüfstand: Didi Chen's World of Asia

Nachdem der Sushi-Test der Arbeiterkammer Oberösterreich wenig Appetit auf mein bisheriges Sushi-Stammlokal (Asia Queen) vermittelt hat, war die einzig logische Adresse zu besuchen Didi Chen’s World of Asia, das einzige Sushi-Lokal, das im Test gut abgeschnitten hat. Angeboten wird ein klassisches zweistöckiges Running-Sushi-Laufband mit kalten und warmen Gerichten – der Preis ist ident mit dem der Asia Queen: 15,90 Euro für das All-You-Can-Eat-Buffet in den Abendstunden. Also habe ich mich mit meinem besten Freund, der immer mit mir gemeinsam Lokale testet, aufgemacht.

Die Anfahrt war ein erster Stolperstein. Da die Plus City nicht gerade großzügig beschildert ist, hat es uns einige Zeit gekostet, die Lokalität überhaupt zu finden. Just in dem Moment, in dem wir auf unseren iPhones das Recherchieren begannen, kam es endlich in unser Blickfeld – manchmal muss man einfach nur Geduld haben :)

Am Ambiente des Restaurants gibt es nichts zu mäkeln, ebenso wenig an der Reaktionszeit der Bedienung. Trotz zahlreicher Gäste neben uns waren die Kellner immer rasch zur Stelle – sei es, um die Teller weg zu räumen (bei Running Sushi die Hauptaufgabe des Restaurant-Personals) oder um uns Getränke zu bringen. Wir fühlten uns gut umsorgt statt links liegen gelassen – was aber auch sicher an unserem Platz lag, der erfahrungsgemäß möglichst nahe der Küche gewählt wurde – wo die Gerichte als erstes ankommen und am Frischsten sind.

Stichwort Frische: Diese konnten die Gerichte leider nicht verströmen. Neben der mageren Auswahl an Sushi-Varianten war auffällig, dass einige Sushi-Röllchen bereits einige Runden hinter sich hatten – bei einem war der Reis bereits außen trocken – ein unmissverständliches Indiz dafür, dass es dort eigentlich nichts mehr zu suchen gehabt hätte. Weiter ist negativ aufgefallen, dass die Sushi-Teller immer nur eine gemischte Röllchenkombination anboten, statt zwei gleiche Röllchen unter dem Plastik zu verbergen. Ich bin Besseres gewohnt. Nicht zuletzt wirkte das Sushi hastig zubereitet – gerade die Avocado-Makis waren optisch nicht ansprechend, die Avocado wirkte schmierig und der Reis hielt nicht gut zusammen.

Die weiteren Gerichte konnten das Level ebenfalls nicht heben. Die Würze war entweder zu stark oder nicht vorhanden – eine goldene Mitte wurde nicht gefunden. Auch das kenne ich anders. Die Frühlingsrollen, die mein Freund probierte, waren weich und keineswegs knusprig und gegen Ende des Essens waren es mehrere Teller, die er angewidert zur Seite stellte – ob es nun Sojasprossen-Salat oder sogar Dosenobst war, welches bitter schmeckte.

Berauschend war die Auswahl an Gerichten überdies nicht – wir sahen zwar viele Teller – allerdings viel vom Gleichen, statt mit Abwechslung überhäuft zu werden. Ich bin es gewohnt, dass viele verschiedene Gerichte auf dem Förderband angeboten werden und die Auswahl ein breites Band an Geschmäckern abdeckt. In dieser Hinsicht wurde ich auf jeden Fall enttäuscht.

In Sachen Getränk kann die Bedienung ebenfalls etwas lernen. Der verdünnte Apfelsaft, den wir kredenzt bekamen, war geschmacklich bestenfalls Wasser mit leichtem Apfelsaftaroma. Dafür 2,70 Euro zu verlangen ist eigentlich bereits eine Frechheit für sich.

Der generelle Eindruck war der eines Restaurants, in dem der Gast recht hastig abgefertigt wird – wie überall in der Plus City, wo ich nirgends einen Eindruck von Gemütlichkeit bekomme. Essen gehen ist dort mit großer Wahrscheinlichkeit nicht die beste Idee, die man haben kann. Beim Gehen hatte ich etwas Wehmut, dem schlechten Test-Ergebnis zum Trotz nicht doch das Asia Queen aufgesucht zu haben. Alleine die warmen Gerichte dort hätten den Aufenthalt in Didi Chen’s World of Asia um Längen geschlagen.

Fazit?

Lage: 5 / 10
Angebot: 5 / 10
Küche: 5 / 10
Service: 8 / 10
Preis: 5 / 10

Wieder hin gehen würde ich nicht. Solltet ihr also auf der Suche nach einem guten Sushi-Restaurant in Linz sein, muss ich euch mittelfristig enttäuschen – es sei denn, die Hygiene-Probleme der Asia Queen relativieren sich wieder. Es scheint schwierig zu sein, Sushi zu finden, das gut schmeckt und der Gesundheit keinen Abbruch tut.

Wer weiß – vielleicht ist das ein Zeichen, ab jetzt nur noch Mühlviertler Hausmannskost zu essen :D

Liebe Grüße und dennoch guten Appetit wünscht

euer Simon

Thema: Restaurant-Kritiken | Kommentare (0) | Autor: Simon Voggeneder

What if…

Dienstag, 9. Februar 2010 16:12

… it has all been a big fat lie?

Die fetten Seiten des Lebens</br><style fontsize='10'>Quelle: <a href="http://www.flickr.com/photos/jessicafm/71922825/" target="_blank">Flickr</a></style>

Die fetten Seiten des Lebens

Diese überaus berechtigte Frage stellt uns Gary Taubes nicht nur in seinem Artikel für die New York Times, sondern auch in seinem Schmöker von Buch “Good Calories, Bad Calories”. Was, wenn die Ernährungspyramide, wie wir sie kennen, der Hauptgrund für die kontinuierliche Verfettung der heutigen Gesellschaft ist – einer Gesellschaft, die sich trotz aller Wissenschaft, Ernährungsberater und Fitnessboom nicht vor ihrem stetigen Voranschreiten in Richtung Untergang durch Wohlstand retten kann?

Gary Taubes schreibt über einen alternativen Ansatz – der den Zucker (und damit werden auch Kohlenhydrate aus Getreideprodukten aller Art, Kartoffeln und vielen anderen Quellen eingeschlossen) in das Zentrum der Betrachtung und damit auch auf den Altar der Anklage stellt. Seine Worte klingen klar aus den annähernd 600 Seiten komprimierter Geschichte der Wissenschaft: Vermeide den Zucker und du wirst schlanker, gesünder und vor allem länger leben.

Eines ist klar: Herr Taubes versteht sich auf sein Geschäft als Journalist und Autor. Er vermag den Leser zu überzeugen – alleine sein Literaturverzeichnis am Ende des Buches ist überwältigend reichhaltig – annähernd 1.000 literarische Referenzen finden sich dort. Dennoch ist die Nachricht mit Vorsicht zu genießen: Auch Taubes vertritt eine Meinung und legt sich die Evidenz so zurecht, dass sie seinen Punkt untermauert.

Charles Poliquin, ein Spitzencoach, der bereits Athleten in zwölf (!) verschiedenen Disziplinen zu olympischen Medaillen verholfen hat, spricht in seinem Podcast mit Jürgen Reis darüber, dass drei Viertel der europäischen Bevölkerung auf zu viele Kohlenhydrate sehr schlecht, d.h. mit Entwicklung von Übergewicht und verminderter Lebensenergie reagiert. Diese drei Viertel kommen am besten damit klar, möglichst wenig von den süßen Dingen dieser Erde zu essen – etwa 50 Gramm Kohlenhydrate täglich reichen bereits aus, um den Bedarf zu decken. Diese Menge findet sich beispielsweise in fünf Esslöffeln Kristallzucker. Oder achtzig Gramm Reis (trocken). Oder auch in einem dreiviertel Kilo Erdbeeren. Selbst ein Liter Naturjoghurt reicht dafür bereits aus. Es ist also kaum möglich, diesen Wert zu unterschreiten. Poliquin empfiehlt weiter, sich auf primal carbs zu beschränken – Kohlenhydratquellen, die vor der landwirtschaftlichen Kultivierung des Getreides zur Verfügung standen. Dazu gehören: Milchprodukte, Obst, Gemüse und Nüsse.

Ein umfassendes Präsentationsvideo der Universtität von Stanford beschäftigt sich ebenfalls mit der Frage, ob Diäten überhaupt funktionieren können und kommt auf kein eindeutiges Ergebnis. Im Mittel schneiden Diäten mit geringem Kohlenhydratanteil besser ab, allerdings nicht signifikant genug. Interessant ist allerdings, dass Menschen mit hoher Glukosetoleranz (die Fähigkeit, mit großen Mengen Zucker umzugehen) mit Diäten mit hohem Kohlenhydrat- und niedrigem Fettanteil besser abnehmen, während Menschen mit niedriger Glukosetoleranz mit Diäten mit niedrigem Kohlenhydratanteil deutlich mehr abgenommen haben.

Wer von euch fühlt sich träge, niedergeschlagen, energielos und hat dazu noch Probleme, mehrere Treppen zu nehmen oder sich mit gutem Gewissen in den Spiegel zu sehen? Wenn ihr euch angesprochen fühlt, dann ist es wahrscheinlich, dass mit eurer Ernährung etwas nicht passt. Nicht, dass die kalorische Ernährung der einzige Einflussfaktor wäre (gerade das soziale Umfeld ist ein gewaltiger Einflussfaktor – dazu jedoch andermal mehr), allerdings bestimmt sie zu großen Teilen die Qualität des täglichen Lebens.

Ich empfehle allen, die etwas Ambition zeigen, einige Selbstversuche. Ein erster kann in Form einer Eliminationsdiät stattfinden. Ein weiterer kann die Form eines einwöchigen Fastens annehmen. Alles, was den Körper reinigt und seine Sinne wieder erdet hilft auf dem Weg zurück zu einer Ernährung, die dem eigenen Körper entspricht.

Apropos entsprechen: Der Lebensmittelchemiker Udo Pollmer schreibt in einem seiner Bücher von einem Experiment, das mit Kleinkindern durchgeführt wurde. Ihnen wurden etwa 20 verschiedene Speisen simultan angeboten und man ließ sie vollkommen frei entscheiden, was sie essen wollten. Die Ergebnisse waren alles andere als klar: Ein jedes Kind wählte sich eine andere Nährstoffzusammensetzung. Das eine ernährte sich ausschließlich von rohen Früchten, ein anderes hatte eine ganz spezielle Affinität zu Knochenmark. Menschen lassen sich ernährungstechnisch nicht über einen Kamm scheren, allerdings gibt es statistisch gesehen durchaus Kategorien, in die Menschen fallen können, wie die Kategorien der Glukosetoleranz in der Studie der Universität von Stanford.

Was bleibt als Conclusio? Nichts geht über die eigene Erfahrung. Nichts ist machtvoller als die Stimme des eigenen Körper, die einen anleitet. Jeder hat seine eigenen optimalen Ernährungsgewohnheiten, die ihm auf den Leib geschneidert sind.

Wendet es auf euch selbst an und ihr werdet überrascht sein :)

Alles Liebe
Simon

P.S.: Lasst euch das Essen natürlich weiterhin schmecken!

Thema: Ernährung | Kommentare (0) | Autor: Simon Voggeneder

Sushi-Test Großraum Linz 2009

Dienstag, 9. Februar 2010 15:32

Sushi-Test Arbeiterkammer OÖ 2009

Wie seit bereits vier Jahren hat die Arbeiterkammer Oberösterreich auch 2009 im Großraum Linz die dort ansässigen Sushi-Restaurants getestet und die Qualität der Ware bewertet. Hier kamen nicht die subjektiven Kriterien des guten Geschmacks zur Geltung, sondern die objektiven Kriterien der Lebensmittelchemie. Getestet wurde auf die Frische und Hygiene der Ware – die Ergebnisse sind ernüchternd. Mehr als die Hälfte der Proben wandern besser in den Bio-Mülleimer als in die Mägen der Gäste, geht es nach dem Urteil der Prüfer.

Vor allem das Restaurant Asia Queen enttäuscht mich. In den Jahren 2008/2009 war ich häufig Gast dort und wurde durch das gute Ergebnis des Restaurants im AK Sushi-Test 2008 bestätigt (damalige Wertung: unbedenklich). Dieses Jahr finde ich das Restaurant am Ende der Tabelle. Nach meinem letzten Besuch hatte sich ein Freund bereits negativ über sein Befinden am Folgetag geäußert – auch geschmacklich gab das Sushi nicht mehr das her, was es einmal gab. Diesen Erfahrungen folgend möchte ich die Empfehlung aussprechen, die Finger von diesem Restaurant zu lassen, bis sich das Testergebnis verändert.

Ich werde in nächster Zeit Didi Chen’s World of Asia in der Linzer Plus City aufsuchen und mich davon überzeugen, ob das Sushi dort den guten Testergebnissen genügt.

In froher Erwartung euer
Simon

Thema: Ernährung, Restaurant-Kritiken | Kommentare (5) | Autor: Simon Voggeneder

Restaurant-Rezension: Mongolian Barbecue in Linz

Sonntag, 27. Dezember 2009 17:37

Dem Beispiel des Blogs Gourmetwiese folgend, werde auch ich in meinem Weblog über Erfahrungen mit Restaurants berichten. In den letzten Jahren gab es schließlich eine zunehmende Dichte wie auch Fluktuation im Bereich der Gastronomie in Oberösterreich – den Überblick dabei zu behalten fällt vielen schwer – nicht nur mir. Den unentschlossenen Seelen möchte ich mit meinen Erfahrungen ein wenig bei ihrer Orientierung helfen.

Im heutigen Artikel beschäftige ich mich mit meinen Erfahrungen mit den drei Optionen, im Raum Linz ein Mongolian Barbecue zu besuchen.

  1. Was ist ein Mongolian Barbecue?
  2. Mongolian Barbecue PlusCity Linz
  3. Mongolian Barbecue Uno Shopping Linz
  4. Mongolian Barbecue Arkade Linz

Was ist ein Mongolian Barbecue?

Bei einem Mongolian Barbecue handelt es sich um ein Restaurant, dessen Kernkompetenz darin besteht, Gerichte für den Gast einsehbar frisch auf einem Grill nach seinen Wünschen zusammengestellt zuzubereiten. In aller Regel lautet das Angebot auf all-you-can-eat.

In der Praxis sieht das so aus, dass der Gast seinen Teller nimmt, die roh angebotenen (und meist auf Eis gekühlten) Zutaten (gewöhnlich eine breite Palette an Gemüsesorten und viele Sorten Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte) nach eigenem Wunsch zusammenstellt und sie dann zubereiten lässt. An den Teller kommt ein Clip, dessen Farbe bestimmt, wie die Zutaten gewürzt werden. Üblicherweise sind Geschmacksrichtungen wie mongolisch, chinesisch, thailändisch oder japanisch verfügbar. Das Sortiment sieht in den meisten der Mongolian BBQ wie folgt aus:

Salatbuffet

Fertige Speisen

  • Frittierte Speisen à la China-Restaurant
  • Reis
  • Suppe à la China-Restaurant

Rohe Zutaten / Gemüse und Nudeln

  • Zwiebel
  • Paprika
  • Champignons
  • Broccoli
  • Stangensellerie
  • Blattgrün
  • Sojasprossen
  • Nudeln (mariniert / unmariniert, meist dick und dünn)

Das Angebot variiert saisonal.

Rohe Zutaten / Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte

  • Schweinefleisch
  • Putenfleisch / Putenspieße
  • Kängurufleisch
  • Straußenfleisch
  • Krokodilfleisch
  • Kaninchenfleisch
  • Lachs
  • Pangasius
  • Tilapia
  • Calamari
  • Tintenfische
  • Shrimps

Für viele Gäste ist die Auswahl an exotischen Fleischsorten, wie Känguru, Strauß oder Krokodil ein gewichtiger Grund, ein Mongolian Barbecue aufzusuchen. Das Angebot variiert von Restaurant zu Restaurant leicht, besonders exotische Fleischsorten sind nicht überall in gleicher Vielfalt vorhanden. Durch die deutliche Fleischlastigkeit dieser Art des Restaurants ist der Besuch für Vegetarier und Menschen, die weniger gerne Fleisch essen nicht zu empfehlen.

Würz-Varianten

  • Mongolisch (Knoblauch und Sojasauce)
  • Japanisch (Teriyaki-Marinade)
  • Chinesisch-süßsauer
  • Chinesisch scharf (Sojasauce, Chili)
  • Thai-scharf (mit Curry)
  • Natur (ohne Würze)

Dessertbuffet

  • Auswahl an saisonalem Obst
  • Puddingvarianten
  • Kokosmilch
  • Gebackene Bananen
  • Kuchen (meist Fertigkuchen aus dem Supermarkt)

Mongolian Barbecue PlusCity Linz

Lage

In das Einkaufszentrum PlusCity eingebettet, ist die Lage gesellig im negativen Sinn des Begriffs, da viel Durchzugsverkehr herrscht – die Geräuschkulisse ist zwar nicht unangenehm laut, allerdings auch nicht angenehm leise. Insgesamt fühlt man sich immer ein wenig beobachtet und die Gemütlichkeit ist von der Hektik der Einkaufsstraße überschattet, da baulich nicht davon getrennt. Als besonderes Kleinod der Ausstattung sei ein großes Holztor erwähnt, dass an die Zeiten von Dschingis Khan zurück erinnert.

Punkte: 5 / 10

Angebot

Klassisch, mit wenigen Abweichungen. Als Spezialität wird entweder ein Rindersteak oder Riesengarnelen angeboten. Eine Spezialität ist vom all-you-can-eat-Prinzip ausgeschlossen und darf nur einmal pro Besuch verzehrt werden. Der Kellner serviert zu Beginn einen Holzeimer mit Reis als Inhalt auf den Tisch. Eine nette Idee, die für jedes China-Restaurant geeignet wäre – bei einem Mongolian Barbecue hingegen bringt mir der Reis allerdings nicht viel, da die Gerichte mit Reis wenig bis nicht harmonieren. Dennoch kann ich empfehlen, den Reis einmal gemeinsam mit rohem Fisch (vor allem Lachs) zu empfehlen – eine geschmacklich angenehme Kombination, allerdings nicht zu vergleichen mit gutem Sushi.

Punkte: 6 / 10

Küche

Die Speisen werden rasch zubereitet und sind gut durch – der Grill erweist sich auch als Grill. Negativ aufgefallen ist die Tatsache, dass sich unter das eigene Essen Zutaten mischen, die vorher nicht ausgewählt wurden – mein Freund fand wiederholt Champignons auf seinem Teller, ich Paprikastücke. Beide hatten wir diese nicht zu unserer Auswahl gezählt. Daher deutliche Abstriche für den Koch, der seine Bestellungen offenbar nicht vernünftig voneinander trennen kann.

Punkte: 8 / 10

Service

Schnell und freundlich, aber ohne das spezielle Etwas. Solide.

Punkte: 7 / 10

Preis

Mit 17.90 Euro ist der Preis hoch, für die Art des Essengehens aber bekannt und akzeptiert. Insgesamt scheint mir der Preis für das durchschnittliche Angebot und den wiederholten Lapsus des Koches sowie die etwas billig wirkende Lage überhöht.

Punkte: 4 / 10

Mongolian Barbecue Uno Shopping Linz

Lage

Baulich getrennt vom Rest des Einkaufszentrums ist die Lärmkulisse mehr als erträglich, das Interieur ist geschmackvoll und macht einen guten Eindruck. Neben unserem Platz begrüßt uns ein großer Tonsoldat und erinnert auch hier an die Ära Dschingis Khan. Als Gast fühle ich mich in diesem Restaurant willkommen und werde nicht durch Einflüsse, die ich nicht erwarte, in meinem Erlebnis gestört. Andere Gäste muss man natürlich akzeptieren können, auch wenn diese sich lautstark in Proleten-Deutsch unterhalten ;)

Punkte: 8 / 10

Angebot

Neben dem klassischen Angebot gibt es hier auch ein solides China-Buffet, das mehrere fertige Speisen umfasst (Fleischgerichte in Soße, Reis und gebratene Nudeln). Die Qualität ist in Ordnung, auch wenn manche Speisen ohne Beilage nicht genießbar sind, weil zu intensiv. Das Dessert-Buffet überzeugt mit einem reichhaltigen Angebot an Obst (frisch oder aus der Konserve) und frei wählbaren Saucen zum Dekor. Eine Rarität ist das Haifischfleisch, das unbegrenzt konsumiert werden darf. Etwas schwach hingegen ist der Umstand, keine richtigen Reisnudeln sondern nur Spaghetti im Angebot zu haben. Das kenne ich anders und besser.

Punkte: 8 / 10

Küche

Die Küche erledigt ihren Job rasch und effizient – das Essen ist warm und durch. An der Qualität lässt sich aber deutlich arbeiten. Das Problem ist die Wässrigkeit der Speisen. Von einem Grill bin ich etwas schärfer gebratene Speisen gewohnt – hier versinkt das Essen ein wenig im eigenen Saft. Auch die Marinade ist oft lasch bis penetrant – die Thai-Curry-Marinade auf meinen letztgewählten Broccoli war ungenießbar. Solide, wenn überhaupt, möchte ich daher behaupten. Ich bin im direkten Vergleich mit den Konkurrenten deutlich enttäuscht worden.

Punkte: 4 / 10

Service

Negativ ist aufgefallen, dass die Wartezeiten auf den Service teilweise unangenehm lang gehalten wurden. Mehrere Male musste ich mich selbst auf den Weg machen um beim Personal, das sich außerhalb unserer Sicht an einem Tresen befand, entweder Getränke zu ordern oder die Zahlung einzuleiten. Als Konsequenz daraus wurde unser Tisch nur niederfrequent geleert und die leeren Teller stapelten sich. Ein klarer Minuspunkt, ich bin deutlich Besseres gewohnt.

Punkte: 5 / 10

Preis

Mit 11.90 Euro im Abendangebot ist das Mongolian Barbecue in der Uno Shopping deutlich günstiger als seine Mitbewerber. Das Angebot ist umfassend und daher der günstigere Preis begrüßenswert, angesichts der Qualität der Speisen und des Service finde ich ihn aber dennoch hoch. Hier wird meiner Meinung nach an der falschen Stelle gespart – der Qualität.

Negativ zu bemerken ist hier ein stolzer Preis von 80 Cent für ein Glas Leitungswasser – während ich die 50 Cent, die sonst üblicherweise verrechnet werden, noch akzeptiere, finde ich diesen Preis unangemessen. Daumen runter!

Punkte: 6 / 10

Mongolian Barbecue Arkade Linz

Lage

Während die PlusCity und Uno Shopping als Shoppingcenter außerhalb der Stadt zu finden sind, ist die Arkade im Herzen der Stadt zu Hause. Das Restaurant ist darin so gelegen, dass Durchzugsverkehr kaum zu spüren ist. Vor allem abends ist die Lage sehr angenehm ruhig. Das eher dunkle Ambiente ist elegant und einladend und wirkt durch eine dichte Verteilung der Tische auch nicht zu weitläufig. Generell wirkt das Restaurant nicht überladen und dadurch nobel. Mein klarer Favorit in Sachen Lage. Mittags ist allerdings meist sehr viel Betrieb und daher von Ruhe keine Spur. Ich empfehle Abendbesuche.

Punkte: 9 / 10

Angebot

Klassisch, bis auf die Spezialitäten. Hier kann zwischen sechs Spezialitäten gewählt werden (Rindersteak, Riesengarnelen, Jakobsmuschel, Calamari-Steak, Haifischsteak und Bärenkrebs), die ebenfalls nur einmal konsumiert werden dürfen. Unter den fertigen Speisen findet sich auch Sushi, dessen Qualität aber bei weitem nicht an die eines richtigen Sushi-Restaurants heran reicht.

Punkte: 7 / 10

Küche

Die Küche überzeugt. Gemüse und Fleisch sind sehr gut durch gebraten und vermitteln echtes Grillgefühl, die Würze der Marinaden ist gut gewählt und passt zu den meisten Gerichten wunderbar. Hier bin ich in allen Belangen zufrieden und sehe hierin meine mittelfristige Referenz (bislang ungeschlagen). Meine persönliche Empfehlung ist die Teriyaki-Marinade, die besonders zu Lachs eine ausgezeichnete Ergänzung ergibt.

Am Dessert-Buffet darf dennoch genörgelt werden. Während das frische Obst und die Kokosmilch (eisgekühlt) sehr schmackhaft sind, sind die anderen Auswahlmöglichkeiten oft billig und mit wenig Liebe hergestellt. Hier besteht Verbesserungsbedarf.

Punkte: 9 / 10

Service

Der Service ist rasch, freundlich und hat gerne auch das gewisse Etwas – vor allem ein spezieller Kellner, der viel Flair verbreitet ;) Ich fühle mich dort stets gut bedient und als Gast geschätzt. Daumen hoch.

Punkte: 9 / 10

Preis

Mit 17.90 Euro im Abendprogramm gleichauf mit dem Angebot in der PlusCity, allerdings hier gerechtfertigt durch die wirklich hohe Qualität von Speisen und Service, wenn man vom Dessert-Buffet absieht. Dennoch bleibt es der Restaurantbesuch im Hochpreis-Segment und ist daher ein Geheimtipp für unregelmäßige Besuche.

Punkte: 7 / 10

Fazit

Das Angebot des Mongolian Barbecue ist für alle Leute, die gerne Fleisch und Gemüse essen, ein Gutes. Wer gerne viele Kohlenhydrate isst (viel Getreide, Teigwaren, Hülsenfrüchte), wird eher enttäuscht, ebenso wie Leute, die gerne sehr fette Speisen essen (wie beispielsweise beim Italiener Pasta in Obers-Käsesauce), da die Gerichte fettarm wirken in Aufmachung und Geschmack (unabhängig vom tatsächlichen Fettgehalt). Angesichts des hohen Preises dieser Art von Restaurants ist es empfehlenswert, einen großen Hunger und viel Zeit mitzubringen, damit sich die Investition auch wirklich rechnen kann.

Meine Empfehlung ist ohne jede Frage das Mongolian Barbecue in der Arkade Linz. Das Ambiente, die Küche und der Service stechen die zwei Konkurrenten eindeutig aus – zumal die Lage in der Stadt deutlich zentraler ist (d.h. für viele besser erreichbar). Mit den Parken hingegen wird es hingegen etwas schwieriger – es ist vernünftig, einen 10-15-minütigen Spaziergang vor und nach dem Restaurantbesuch einzuplanen – der sich allerdings meist als Wohltat herausstellt, nach einem Abend der Völlerei – Stichwort Verdauungsspaziergang ;)

Apropos Abend: Das Mongolian Barbecue ist denkbar ungeeignet als Mittagsbuffet. Dazu liegen die Speisen zu schwer im Magen und das Restaurant ist zu dicht belegt zu dieser Zeit. Für entspannte Abende, an denen Zeit keine Rolle spielt, eignen sich diese Restaurants eindeutig besser. Essen soll ohnehin Genuss bedeuten – und keine Hektik. Doch dazu mehr an anderer Stelle.

Liebe Grüße und lasst es euch schmecken!

Euer Simon

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Thema: Restaurant-Kritiken | Kommentare (3) | Autor: Simon Voggeneder